Start Aktuelles Drei große Schutzdecken bei „Stri©kt gegen Gewalt“

Drei große Schutzdecken bei „Stri©kt gegen Gewalt“

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Oberbürgermeister Tim Kurzbach hatte als Schirmherr der Kampagne bei der Veranstaltung ebenfalls seine Strickkünste ausprobiert, sagte dann aber dem Verein lieber auf andere Weise seine Unterstützung zu. (Foto: © Martina Hörle)
Oberbürgermeister Tim Kurzbach hatte als Schirmherr der Kampagne bei der Veranstaltung ebenfalls seine Strickkünste ausprobiert, sagte dann aber dem Verein lieber auf andere Weise seine Unterstützung zu. (Foto: © Martina Hörle)
Stadtwerke Solingen
Stadtwerke Solingen

SOLINGEN (mh) – Am Donnerstagnachmittag gab der Solinger Verein „Frauen helfen Frauen“ in einer Aktion mit Fotoausstellung in den Clemens-Galerien einen Einblick über den Zwischenstand der Kampagne „Stri©kt gegen Gewalt“. Zahlreiche Frauen waren gekommen, mit und ohne Strickzeug, und präsentierten gemeinsam die Ergebnisse.

Rund 250 Quadrate gestrickt

Sigrid Schneider von der Fabs hielt eine kurze humorvolle Ansprache, die durch zahlreiche Wortspiele geprägt war. Sie bedankte sich bei den Unterstützern nach Strich und Faden und versprach, dass der Geduldsfaden noch lange nicht abreißen würde. „Wir alle haben es in der Hand, Schutz zu spenden. Komme, was Wolle.“

Aus rund 250 Quadraten sind bislang drei große Schutzdecken entstanden. Sie symbolisieren Wärme, Schutz und Geborgenheit. (Foto: © Martina Hörle)
Aus rund 250 Quadraten sind bislang drei große Schutzdecken entstanden. Sie symbolisieren Wärme, Schutz und Geborgenheit. (Foto: © Martina Hörle)

Der Verein Frauen helfen Frauen wurde 1979 gegründet. Er ist Träger der Frauenberatungsstelle und Fachberatungsstelle bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (Fabs). Die Strick-Kampagne startete am 8. März dieses Jahres – am Weltfrauentag. Alle Solingerinnen und Solinger, die stricken konnten, waren aufgerufen, zu Nadeln und Wolle zu greifen. Aus rund 250 Quadraten von je 20 x 20 cm entstanden drei große kuschelige Decken. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt versteigert.

Start war am Weltfrauentag

Künstlerin Sabine Stosch hatte für die Veranstaltung bereitwillig das im Rahmen des City-Art-Projektes von ihr und Stefan Seeger genutzte Atelier zur Verfügung gestellt. „Ich finde Gewalt gegenüber Frauen und Kindern sehr schlimm. Deshalb unterstütze ich seit geraumer Zeit den Verein, soweit es mir möglich ist.“ Sie hatte aus vielen Vierecken zwei der drei Decken fertiggestellt, die dritte kam von Waltraud Wagner von der Flüchtlingshilfe. Fotograf Thomas Becker (TOBE) leistete ehrenamtliche Unterstützung mit der Erstellung der Fotoserie.

Sigrid Schneider von Fabs hielt zur Begrüßung eine kurze humorvolle Ansprache, die mit einigen Wortspielen gespickt war. (Foto: © Martina Hörle)
Sigrid Schneider von Fabs hielt zur Begrüßung eine kurze humorvolle Ansprache, die mit einigen Wortspielen gespickt war. (Foto: © Martina Hörle)

In erster Linie sollen die Decken symbolisch auf das Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder aufmerksam machen. „Der Gedanke an eine Schutzdecke strahlt Wärme und Geborgenheit aus.“ So äußerte sich Schirmherr Tim Kurzbach (SPD) bei der Präsentation. Der Oberbürgermeister lobte den Einsatz und das Engagement des Vereins. „Ich schätze Ihre Arbeit sehr hoch und bitte Sie gleichzeitig, nicht nachzulassen, vor allem nicht öffentlich nachzulassen. Das Thema muss in die Gesellschaft hineingetragen werden, um die Sensibilität noch viel mehr zu steigern.“ Er sicherte dem Verein seine volle Unterstützung zu, „wenn auch nicht beim Stricken.“

Aktion läuft bis November

Die Idee stammt aus Schwäbisch Hall vom „Runden Tisch Gewalt gegen Frauen, Frauen gegen Gewalt“. Der Verein PETZE in Kiel griff sie auf und Solingen schloss sich an. Die Aktion endet im November mit dem Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch. Die Kampagne Stri©kt gegen Gewalt ist für den Verein eine wunderbare Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren und als Anlaufstelle bekannter zu machen. Oftmals müssen Betroffene eine große Hemmschwelle überwinden. Umso wichtiger ist es, dass sie wissen, an wen sie sich wenden können.

„Wir werden diese Tatsache nie besiegen“, so Kurzbach, „aber wenn wir es gemeinsam schaffen, dass so manche Träne nicht geweint werden muss, haben wir schon viel erreicht.“

Volksbank Bergisches Land

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