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Galerie ART-ECK: Christian Deckert präsentiert „draußen“

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Galerist Dirk Balke (li.) zeigt in einer neuen Ausstellung rund 40 Exponate des Künstlers Christian Deckert. (Foto: © Martina Hörle)
Galerist Dirk Balke (li.) zeigt in einer neuen Ausstellung rund 40 Exponate des Künstlers Christian Deckert. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – Wo man hinsieht, ist es grün – zumindest in der Galerie ART-ECK bei Dirk Balke. Derzeit ist Künstler Christian Deckert hier mit einem Teil seiner Werke zu sehen. „Das Grün begleitet mich seit meiner Studienzeit“, sagt der Künstler. „Diese Farbe war für mich schon immer interessant. Sie steht unter anderem für die Problematik des Umweltbewusstseins.“ Dazu wirft Deckert die Frage auf, ob die Menschen in der Natur, mit der Natur oder gegen die Natur leben.

Farbe Grün als ständiger Begleiter

Mit der Annäherung an das Thema „Landschaft“ hat sich der Maler einen Traum erfüllt. Im Mittelgebirge, genauer gesagt, im Teutoburger Wald geboren, liebt er die Natur und ist ein begeisterter Wanderer. Bei seinen Streifzügen durch die Rhön oder die Rheinauen sammelt er zahlreiche Eindrücke. Dabei fotografiert er viel, nutzt diese Bilder aber nicht bei seiner Arbeit. „Ich male aus dem Kopf heraus“, sagt er und verbindet bei seiner Kunst seine eigenen inneren Geschichten mit den äußeren Bildern, die er gesehen hat.

20 quadratische Bilder, 40 x 40 cm, zeigen in einem warmen Grünton vielfältige Variationen von fiktiven Landschaften. Diese malt Deckert ausschließlich in Öl. Acryl trocknet zu schnell, findet der Künstler, der am liebsten in der Zeit von Morgen bis Nachmittag arbeitet. Bei seinen Landschaftsbildern findet er dann das beste Licht.

Diese großformatige Arbeit hat Christian Deckert BluMotion genannt. Thema des Bildes ist der manipulative Umgang des Autokonzerns VW mit gefälschten Abgaswerten. (Foto: © Martina Hörle)
Diese großformatige Arbeit hat Christian Deckert BluMotion genannt. Thema des Bildes ist der manipulative Umgang des Autokonzerns VW mit gefälschten Abgaswerten. (Foto: © Martina Hörle)

Entstanden sind mittlerweile 200 dieser grünen Quadrate. Schuld daran, so Christian Deckert, sei die quadratische Form des Ateliers, in dem er 2013 – 2014 gemalt hat. „Ich hatte nie vor, in diesem Format zu arbeiten. Es hat sich so ergeben, wahrscheinlich weil ich beim Malen die Leinwand immer auf den Boden gelegt habe.“ Amüsiert denkt auch Besucherin Angela Lukas daran zurück. Sie hatte dem Künstler seinerzeit das Atelier vermietet. „Sie fand das Quadratische total bescheuert“, lacht Deckert. „Aber dazu wird man nun mal in einem solchen Raum animiert.“

Riesenformate flankieren Quadrate

Flankiert werden die vielen Vierecke von zwei gewaltigen Leinwänden in einer Größe von 230 x 170 cm. Während das eine auch in diesem Ausmaß eine grüne Landschaft darstellt, zeigt Deckert das andere Gemälde zum ersten Mal. Es fällt nicht nur durch eine reduzierte Malweise auf, sondern weicht ebenfalls von den üblichen Grüntönen ab. „BluMotion“ hat Deckert es genannt. Es zeigt die Buchstaben „VW“ vor einem kranken, vielleicht sterbenden Wald. „Ich widme mich mit meinen Bildern normalerweise nur selten tagesaktuellen politischen Themen“, betont Deckert. „Doch die gezielte Manipulation mit gefälschten Abgaswerten hat mich sehr geärgert. Dabei gibt es von diesem Konzern eine besonders saubere Dieselserie mit Namen BluMotion.“ Daher auch der Titel, den der Maler bewusst in Widerspruch zu dem Braun des Gemäldes gesetzt hat.

Künstlerkollege Markus Kottmann hält die Ansprache bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: © Martina Hörle)
Künstlerkollege Markus Kottmann hält die Ansprache bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: © Martina Hörle)

In den neueren Arbeiten findet der Betrachter applizierte Gegenstände. Aus einer 24-teiligen Serie sind zwei Objekte zu sehen, bei denen Kleiderbügel in die jeweilige Landschaft integriert wurden. Jeder Bügel ist anders, passt nur in dieses Bild. Die Kleiderbügel sind eine Kindheitserinnerung des Künstlers. Genau wie die Knöpfe, die er in verschiedene andere Darstellungen eingenäht hat. „Meine Mutter hatte eine große Knopfschatulle“, weiß Deckert zu berichten. Eine weitere Knopfarbeit besteht aus 90 gelben Knöpfen, von denen keiner dem anderen gleicht.

Destillat aus Zeit und Narration

Künstlerkollege Markus Kottmann hat sich Gedanken über die grüne Farbe gemacht. Er hält die Eröffnungsrede zur Vernissage. „Christian Deckert ist nicht nur Maler, sondern ebenfalls Filmemacher. Er dreht animierte Filme und das sieht man seiner Malerei auch an.“ Dazu meint Deckert: „Malen und filmen ist mit den Jahren zusammengewachsen. Geblieben ist die Farbe Grün als Träger meiner Vorstellungen.“ Kottmann erläutert, wie Deckert durch eine hohe Verdichtung der Bilder erreicht, dass der Betrachter, obwohl er wenig sieht, vieles erkennt. „Das alles ist ein Destillat aus Zeit und Narration. Die Verdichtung lässt uns lächeln, denn sie ist ungewohnt.“

Grün als roter Faden

So reduziert Christian Deckert die Komplexität auf das Wesentliche. Der rote Faden hierbei ist das Grün. Und der Betrachter findet in jedem Bild seine ganz eigene Geschichte.

Die Exponate sind bis zum 14. Juli jeden Freitag von 14 – 19 Uhr und jeden Samstag von 10 – 14 Uhr in der Galerie ART-ECK zu besichtigen. Weitere Termine nach Vereinbarung.

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