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Galerie ART-ECK: „INFANTA“ – eine Reise in die Zeit des Barocks

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In seiner neuen Werkreihe hat sich Ioan Iacob an den spanischen Maler Diego Velázquez angelehnt. In 14 Werken zeigt er seine malerischen Interpretationen. (Foto: © Martina Hörle)
In seiner neuen Werkreihe hat sich Ioan Iacob an den spanischen Maler Diego Velázquez angelehnt. In 14 Werken zeigt er seine malerischen Interpretationen. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – Am kommenden Samstag wird in der Galerie Art-Eck eine neue Ausstellung mit Bildern des aus Rumänien stammenden, in Düsseldorf arbeitenden Künstlers Ioan Iacob eröffnet. Bis zum 24. November zeigt der Künstler seine eigenständige Werkreihe „INFANTA“.

Neue eigenständige Werkreihe

Die neue Ausstellung ist eine Anlehnung an den spanischen Maler Diego Velázquez (mit vollständigem Namen Diego Rodríguez de Silva y Velázquez). Der spanische Maler des Barocks (1599 – 1660) war schon seit dem 19. Jahrhundert Vorbild für eine Vielzahl von Malern. „Es hat mich immer wieder verblüfft, wie modern seine Malerei ist“, gibt Iacob bereitwillig zu. Die dargestellten Kleider nehmen rund 90 Prozent des Bildes ein, mit wenig Hintergrund. „Gesichter und Hände hat er nur gemalt, weil es eine Auftragsarbeit des spanischen Königs Felipe IV. war. Hier war er manieriert. Aber die Kleider waren für Velázquez die Hauptsache“, traut sich Künstler Iacob an eine Behauptung. „Ich erfahre erst jetzt so richtig, welch großartiger Maler der Spanier tatsächlich war. Je mehr ich hinschaue, desto mehr sehe ich. Velázquez hat beim Aufbau seiner Bilder verschiedene Register: Licht und Schatten, hell und dunkel, Ornamentik. So habe ich festgestellt, wie er malt.“

Iacob arbeitet immer wieder an seinen Darstellungen – solange, bis sie verkauft sind. (Foto: © Martina Hörle)
Iacob arbeitet immer wieder an seinen Darstellungen – solange, bis sie verkauft sind. (Foto: © Martina Hörle)

Alle Darstellungen sind seit Herbst 2018 entstanden. Bei manchen ist die Farbe noch nicht einmal vollkommen getrocknet. „Ich arbeite immer wieder an meinen Bildern.“ Hier hält der Künstler es mit Picasso: „Ein Bild ist erst fertig, wenn es verkauft ist.“ Bis dahin findet Ioan Iacob immer wieder etwas zu verändern. Aus manchen Gewändern hat er ein Detail herausgezogen und in einem separaten Werk festgehalten. Jetzt überlegt er gerade an einem Kleid, das auf mehrere Leinwände verteilt wird.

Neue Darstellung aus Detail

Der 1954 in Rumänien Geborene studierte von 1977 bis 1984 an der Kunstakademie in Düsseldorf und war Meisterschüler bei Prof. Gotthard Graubner. Dieser vermittelte ihm auch die Affinität zu Farbe, dem wichtigsten Ausdrucksmittel Iacobs. Dabei arbeitet er immer parallel an mehreren Werken. „Ich male ausschließlich in Öl auf Leinwand“, sagt er. Die Farbe braucht eine gewisse Zeit zum Trocknen. Die nutzt der Künstler für die Arbeit am nächsten Objekt. An jedem Bild sitzt er etwa eine halbe Stunde, bevor er wechselt.

Der Künstler hat Details aus den Bildern gezogen und daraus neue Darstellungen kreiert. (Foto: © Martina Hörle)
Der Künstler hat Details aus den Bildern gezogen und daraus neue Darstellungen kreiert. (Foto: © Martina Hörle)

Für die Grundierung der Leinwände bedient sich der Kunstmaler einer Rezeptur aus der Renaissance. „Florenz, 15. Jahrhundert“, sagt er kurz. Derzeit sind 35 Leinwände in Arbeit. Bei den Farben legt der Maler sehr viel Wert auf Qualität. Weniger hochwertige seien so voll Öl, dass man sie am liebsten abtropfen lassen möchte.

Velázquez als Lehrmeister

Galerist Dirk Balke freut sich auf die Ausstellung: „Ioan Jacobs zeigt ja mittlerweile zum fünften Mal seine Arbeiten in meiner Galerie. Diesmal ist es ein in sich abgeschlossenes Thema, das trotzdem viele Facetten ausweist. Spannend finde ich auch den Bezug auf einen anderen Maler. Es gibt wohl keinen Künstler, der nicht von Velázquez begeistert ist. Seine Bilder strahlen eine unglaubliche Lebendigkeit aus, die Farben eine leuchtende Brillanz.“

14 Bilder hängen an den Wänden, davon sechs im Format 100 x 130 cm. In den kommenden Monaten sollen es insgesamt 20 in dieser Größe werden. Kopieren will Ioan Iacob den Spanier aber nicht. „Das wäre mir viel zu langweilig. Er ist für mich ein Lehrmeister. Er liefert mir die Information – ich setze sie um, interpretiere sie malerisch neu.“

Von dem Ergebnis können sich die Besucher am Samstag selbst ein Bild machen. Die Ausstellung ist ab 16 Uhr geöffnet.

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