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Garten Ulbrich – eine Traumwohnung mit elf Zimmern

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Dieser einzigartige Eingang führt in den Torgarten, in dessen Mitte eine große Amphore als Blickfang steht. Im Garten Ulbrich gibt es elf Gartenzimmer, jedes mit einem eigenen Thema. (Foto: © Martina Hörle)
Dieser einzigartige Eingang führt in den Torgarten, in dessen Mitte eine große Amphore als Blickfang steht. Im Garten Ulbrich gibt es elf Gartenzimmer, jedes mit einem eigenen Thema. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – Eine Villa im Freien – so ungefähr kann man sich die eindrucksvolle Gartenanlage von Thorsten Ulbrich und Marcus Vogel vorstellen. Und wie eine Villa aus vielen Zimmern besteht, besteht die Grünanlage am Bertramsmühlerweg aus elf Gartenzimmern auf insgesamt 8.000 Quadratmetern. Alle „Zimmer“ sind themenbezogen. Im Teichgarten findet man, dem Namen entsprechend, einen Seerosenteich. Bei leichtem Windhauch klingt dazu das Windspiel. Im Sommergarten blühen Staudenbeete in satten Farben. Ein schmiedeeisernes Tor führt in den Klostergarten, wo manches alte Fundstück dekorativ aufgebaut wurde, wie beispielsweise ein altes Wasserbecken aus einem Elsässer Kloster. Andere ausgefallene Stücke hat Ulbrich bei einem Straßenhändler in Belgien gefunden.

Elf Gartenzimmer auf 8.000 Quadratmetern

„Früher hatten meine Großeltern hier eine Gärtnerei mit 16 Gewächshäusern“, weiß Thorsten Ulbrich zu berichten. „In den 70er Jahren wurde alles abgerissen und das Gelände privatisiert. Nur die Fundamente mit niedriger Mauerumrandung blieben stehen.“ Dann begannen seine Eltern damit, einen Teichgarten anzulegen. Es folgte der Knotengarten. „Nach und nach ist immer etwas dazugekommen.“

Im Knotengarten plätschert ein kleiner Springbrunnen. Der Sockel wird von steinernen Fischen gehalten. Der Knotengarten war das zweite Gartenzimmer. Angefangen hatte alles mit dem Teichgarten. (Foto: © Martina Hörle)
Im Knotengarten plätschert ein kleiner Springbrunnen. Der Sockel wird von steinernen Fischen gehalten. Der Knotengarten war das zweite Gartenzimmer. Angefangen hatte alles mit dem Teichgarten. (Foto: © Martina Hörle)

Auf der ursprünglichen Halde ist ein Distelbeet entstanden. Neben den Disteln blühen Fingerhut, Arnika und „Zahnwehkraut“. Im Knotengarten plätschert leise ein von Fischen getragener Springbrunnen. Jedes Zimmer führt in ein anderes, das aber erst erkennbar wird, wenn man davorsteht. So mancher Weg scheint im Nichts zu enden. Plötzlich steht man vor einer Sitzgruppe. Hier kann der Besucher verweilen und die beschauliche Atmosphäre genießen. „Wir wollten bewusst keine geradlinigen Wege. So ist die Überraschung für die Gäste viel größer“, verrät der Gartengestalter.

Verschiedene Beete mit leuchtenden Blumen liegen in der Sonne. Im Schattengarten schaffen dunkel blühende Pflanzen und dunkellaubige Gewächse eine fast mystische Atmosphäre. Ein Ort, an dem man abschalten und zu sich selbst finden kann. Während an einzelnen Stellen eine kultivierte Wildnis Vorrang hat, sind andere Plätze eher geometrisch angelegt.

Skulpturen bilden besonderen Blickfang

Neben den gemütlichen Sitzgelegenheiten bilden zahlreiche Skulpturen einen besonderen Blickfang. Klassische englische Büsten wechseln mit Gargoyles, den mythischen Wächtern und Beschützern von Haus und Hof. Ganesha, der Hindugott mit dem Elefantenkopf steht am Wegrand. Am Eingang des Gartens schaut ein großer Engel auf die Szene.

Thorsten Ulbrich genießt die Beschäftigung im Garten. „Es ist nicht nur Arbeit“, sagt er. „Da darf auch mal ein Unkraut wachsen.“ Vor etwa fünf Jahren wurde die imposante Grünanlage auch für Besucher geöffnet. (Foto: © Martina Hörle)
Thorsten Ulbrich genießt die Beschäftigung im Garten. „Es ist nicht nur Arbeit“, sagt er. „Da darf auch mal ein Unkraut wachsen.“ Vor etwa fünf Jahren wurde die imposante Grünanlage auch für Besucher geöffnet. (Foto: © Martina Hörle)

Thorsten Ulbrich hat als gelernter Florist natürlich den berühmten grünen Daumen. Gemeinsam mit Marcus Vogel hat er aus der Anlage ein wahres Schmuckstück gemacht. Hauptberuflich ist er in seinem Geschäft „Blumen Ulbrich“ tätig. Vogel arbeitet im Einzelhandel. „Die Arbeit hier im Garten ist unser großes Hobby“, sind sich beide einig. Die Tätigkeiten teilen sie zwischen sich auf. Während Marcus Vogel lieber den Rasen mäht, betätigt sich Thorsten Ulbrich mit dem Zupfen von Unkraut. So hat jeder seine Vorlieben.

1.500 Arten Pflanzen und Gehölze

„Neben der Arbeit eignet sich der Garten aber auch wunderbar dafür, mal herunterzukommen“, schildert Gärtner Ulbrich den praktischen Nutzen, „wir arbeiten nicht ununterbrochen, wollen nicht Sklave des Gartens sein. Da darf auch mal ein Unkraut wachsen.“ Lächelnd erklärt er, dass ohnehin manche Pflanzen ein Eigenleben entwickeln und sich ihren Platz selbst suchen.

Viele eindrucksvolle Skulpturen bieten einen besonderen Blickfang. Hier bewacht Ganesha, der Hindugott mit dem Elefantenkopf, den Weg. (Foto: © Martina Hörle)
Viele eindrucksvolle Skulpturen bieten einen besonderen Blickfang. Hier bewacht Ganesha, der Hindugott mit dem Elefantenkopf, den Weg. (Foto: © Martina Hörle)

Mittlerweile gibt es hier rund 1.500 Arten von Pflanzen und Gehölzen. Darunter 145 Sorten Schneeglöckchen und 150 verschiedene Funkien. Viele Pflanzen stammen ursprünglich aus Mittelmeergebieten. Jetzt wachsen hier Brandkraut, Reispapierbäume und sogar Ingwer. „Irgendetwas Neues gibt es jedes Jahr“, sagt der professionelle Hobbygärtner. Derzeit wird an einer kleinen Kapelle mit Walmdach gebaut. Nach Fertigstellung wird sie geweiht und kann dann für freie Trauungen genutzt werden. Ein 16 Meter langes Wasserbecken läuft direkt darauf zu. An der Oberfläche schwimmen Seerosen. Am Teichboden haben drei Störe ein Zuhause gefunden.

16 Meter Wasserbecken mit Seerosen und Stören

„Vor etwa 5 Jahren haben wir uns dazu entschlossen, den Garten für Besucher zu öffnen“, erklärt Ulbrich. „Kindergärten und Schulen kommen ebenfalls gerne. Es ist eine schöne Aufgabe, den Kindern den Garten näherzubringen.“ Hervorragend eignet sich dafür der gerade entstehende Küchengarten.

Marcus Vogel führt die Reisegruppen durch die verschiedenen Gartenzimmer. Anschaulich beschreibt er den Werdegang der Zimmer und hat dabei so manche kleine Geschichte auf Lager. (Foto: © Martina Hörle)
Marcus Vogel führt die Reisegruppen durch die verschiedenen Gartenzimmer. Anschaulich beschreibt er den Werdegang der Zimmer und hat dabei so manche kleine Geschichte auf Lager. (Foto: © Martina Hörle)

Der offene Garten ist inzwischen so gut bekannt, dass immer wieder Reisebusse aus Holland, Belgien und sogar Moskau zur Besichtigung kommen. „Es sind durchschnittlich 50 Busse im Jahr.“ Diese Gruppenführungen übernimmt Marcus Vogel. Hierzu nutzt er unter anderem diverse Aufnahmen, die den Werdegang der einzelnen Gartenzimmer anschaulich zeigen. Im Gartenshop finden Besucher Außenpflanzen, Staudengewächse, Raritäten und viel Dekoratives für Garten, Terrasse und Balkon.

Die beiden Gärtner wollen demnächst wieder ein neues Gartenzimmer einrichten. Ob Prärie- oder Streuobstgarten steht noch nicht fest. Man kann aber mit Sicherheit davon ausgehen, dass auch dieses neue Zimmer wunderbar „möbliert“ sein wird.

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