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Herta Müller präsentiert „Im Heimweh ist ein blauer Saal“

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Herta Müller präsentiert ihre Ausstellung „Im Heimweh ist ein blauer Saal“ bis zum 9. Juni 2019 im Zentrum für verfolgte Künste in Gräfrath. Am Sonntag fand die Eröffnung statt. (Foto: © Bastian Glumm)
Herta Müller präsentiert ihre Ausstellung „Im Heimweh ist ein blauer Saal“ bis zum 9. Juni 2019 im Zentrum für verfolgte Künste in Gräfrath. Am Sonntag fand die Eröffnung statt. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (red/bgl) – Eine einzigartige Ausstellung kann das Zentrum für verfolgte Künste präsentieren: Collagen von Herta Müller – „eine weitere Art zu schreiben“, wie sie selbst sagt. Bei der Eröffnung am Sonntag im überfüllten Meistermannsaal im Gräfrather Kunstmuseum, gleichzeitig eine Buchpremiere, las die Literaturnobelpreisträgerin aus ihren neusten Collagen. Sie erscheinen im Hanser-Verlag, ihr Titel „Im Heimweh ist ein blauer Saal“ ist auch Titel der Ausstellung. Sie läuft bis zum 9. Juni 2019.

Persönliche Beziehung zum Solinger Zentrum

Herta Müller hat eine besondere, sehr persönliche Beziehung zum gastgebenden Zentrum: 1994 unterzeichnete sie zusammen mit Dichterinnen und Dichtern aus Israel, Polen und Deutschland den von der Else Lasker-Schüler Gesellschaft initiierten Aufruf zur Gründung eines Zentrums für verfolgte Künste. Sie selber hatte Verfolgung, Unterdrückung und politischen Terror in Rumänien erlebt und engagiert sich bis heute für Freiheit und Humanismus. Ihre Romane verdeutlichen Angst und Hoffnungslosigkeit der Menschen in einer Diktatur so intensiv, dass sie vor zehn Jahren als Höhepunkt einer Reihe hochrangiger Auszeichnungen den Literaturnobelpreis erhielt.

Über 200 ihrer meist kleinformatigen Werke hat Herta Müller für die Ausstellung ausgesucht. (Foto: © Bastian Glumm)

Ausstellung zeigt 200 meist kleinformatige Werke

Herta Müllers Kunst bleibt aber nicht zwischen zwei Buchdeckeln. Ihre Wort-Bild-Collagen waren anfangs private Postkarten, wurden nach und nach zu einem eigenen Genre der sichtbaren Poesie. Über 200 ihrer meist kleinformatigen Werke hat sie für die Ausstellung ausgesucht. Und ein Wörtersee lädt zum Bad in Fragmenten, Gedanken und Ideen ein.

Nicht nur das Überraschende, Unerwartete verbindet Herta Müller mit einer anderen Ausnahmekünstlerin, an deren 150. Geburtstag das Zentrum für verfolgte Künste Solingen zusammen mit dem Wuppertaler „Meinwärts“ Festival (www.els2019.de) in diesem Jahr erinnert: Else Lasker-Schüler. Ihre vielfältige Kunst, die Synthese von Dichtung und Grafik, aber auch Vertreibung und Exil als menschliches Schicksal und der Orient als mystischer Ort sind das ganze Jahr über Schwerpunkt von Ausstellungen und Veranstaltungen.

Norbert Lammert (CDU, re. neben Oberbürgermeister Tim Kurzbach) war am Sonntag zu Gast in Solingen und sprach ein Grußwort. (Foto: © Bastian Glumm)
Norbert Lammert (CDU, re. neben Oberbürgermeister Tim Kurzbach) war am Sonntag zu Gast in Solingen und sprach ein Grußwort. (Foto: © Bastian Glumm)

Bundestagspräsident a.D. Norbert Lammert in Solingen

Bei der Eröffnung der aktuellen Ausstellung „Im Heimweh ist ein blauer Saal“ sprach neben Oberbürgermeister Tim Kurzbach am Sonntag auch der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert. Er hielt im November 2014 die Laudatio, als Herta Müller mit dem Solinger Ehrenpreis „Die Schärfste Klinge“ ausgezeichnet wurde. Dieser wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich „fair und engagiert für öffentliche Interessen einsetzen und sich dabei eines besonders geschliffenen Stils in Wortwahl und Darstellungsform bedienen“.

Herta Müller „Im Heimweh ist ein blauer Saal“, 10. März bis 9. Juni 2019

Zentrum für verfolgte Künste im Kunstmuseum Solingen, Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen.

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