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Jobcenter will Langzeitarbeitslose in Lohn und Brot bringen

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Oberbürgermeister Tim Kurzbach (re.) unterschrieb am Donnerstag eine Vereinbarung mit dem Land NRW, um vor allen Dingen mehr Langzeitarbeitslose in Lohn und Brot zu bringen. An seiner Seite: Mike Häusgen, Leiter des kommunalen Jobcenters. (Foto: © Bastian Glumm)
Oberbürgermeister Tim Kurzbach (re.) unterschrieb am Donnerstag eine Vereinbarung mit dem Land NRW, um vor allen Dingen mehr Langzeitarbeitslose in Lohn und Brot zu bringen. An seiner Seite: Mike Häusgen, Leiter des kommunalen Jobcenters. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (bgl) – Das kommunale Jobcenter will auch in diesem Jahr wieder mehr Arbeitslose in Lohn und Brot bringen. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Land Nordrhein-Westfalen unterschrieb Oberbürgermeister Tim Kurzbach am Donnerstag im Rathaus. „Auch in Solingen sind die guten Arbeitsmarktzahlen spürbar, das ist aber für uns auf keinen Fall etwas, wo wir uns zurücklehnen und zufrieden sein können“, erklärte der OB.

Langzeitarbeitslose im Fokus

Im Fokus des Jobcenters stehen jetzt ganz besonders Langzeitarbeitslose. Menschen, die länger als ein Jahr erwerbslos sind. 15.557 Personen bezogen in Solingen im vergangenen Jahr Arbeitslosengeld II. Davon waren 10.400 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, 5.100 Männer und 5.300 Frauen. Langzeitleistungsbeziehende waren im vergangenen Jahr durchschnittlich etwa 6.840 Personen.

„Wir wollen einen zweiten Arbeitsmarkt in Solingen aktiv aufbauen, wir haben uns das Ziel gesetzt, mit rund 100 Arbeitsplätzen an den Start zu gehen“, so Kurzbach weiter. Möglich macht das das Anfang des Jahres in Kraft getretene Teilhabechancengesetz. Dazu will das kommunale Jobcenter rund zwei Millionen Euro in die Hand nehmen. „Die Finanzierung dafür ist im Grunde eine Bundesfinanzierung. Wir haben einen Eingliederungstitel und in diesem Jahr etwa zwölf Millionen Euro insgesamt zur Verfügung“, erklärte Mike Häusgen, Leiter des kommunalen Jobcenters in Solingen.

Eingliederung in so genannte „Helferjobs“

Ganz konkret geht es zunächst um die Eingliederung in „Helferjobs“. „Denkbar ist allerdings jede Art von Beschäftigung“, machte Häusgen deutlich. Der Leiter des Jobcenters berichtete, dass es Menschen gebe, die bereits seit über sieben Jahren im System und somit im Leistungsbezug stehen. „Und genau um diesen Personenkreis geht es. Diese Menschen haben vielleicht mal eine Maßnahme durchlaufen, es ist unser aber nicht gelungen, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Hier kommt der soziale Arbeitsmarkt zum Tragen“, sagte Mike Häusgen.

Auf Grundlage des Teilhabechancengesetzes konnte das Jobcenter inzwischen 13 Plätze besetzen. Darüber hinaus habe man 55 Arbeitgeber gefunden, die dem Jobcenter entsprechende Stellen für Langzeitarbeitslose anbieten. In der Regel klassische „Helferjobs“, die aber nach langer Arbeitslosigkeit ein Einstieg in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis sein können, hofft man bei der Stadtverwaltung. „Es werden auch Sozialabgaben entrichtet, man tut also auch etwas für die Rente“, freute sich Häusgen.

Förderung der Lohnkosten von zunächst 100 Prozent

Ausgelegt sind die Jobs für eine Laufzeit von fünf Jahren. In den ersten beiden Jahren werden 100 Prozent der Lohnkosten gefördert. Danach reduziert sich die Förderung auf 90, 80 und letztlich auf 70 Prozent. Im Rahmen der Vermittlung stehen auch weiterhin Qualifizierungsmaßnahmen für die Teilnehmer auf dem Programm. „Das sind Arbeitsplätze, die es vorher so nicht mehr gegeben hat, weil sie vielleicht wegrationalisiert wurden. Dank dieser Finanzierung gibt es diese Jobs wieder“, betonte Oberbürgermeister Kurzbach die sozialpolitische Komponente der Gesamtmaßnahme.

Volksbank Bergisches Land

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