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Klinikum: Den kleinen Max Schritt für Schritt zurück ins Leben geholt

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Sie alle und ganz viele Kolleginnen und Kollegen mehr zogen im Solinger Klinikum an einem Strang, um den kleinen Max zurück ins Leben zu holen: v.li. Dr. Michael Bosten (Oberarzt Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin), PD Dr. Ralf Buhl (Ärztlicher Direktor / Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie), Dr. Jutta Adler (Oberärztin Klinik für Kinder- und Jugendmedizin), Dr. Volker Soditt (Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin), Eva Vormann (Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Kinderintensivstation) und Marcus Obermayer (stellvertretende Gruppenleitung Kinderintensivstation). (Foto: © Bastian Glumm)
Sie alle und ganz viele Kolleginnen und Kollegen mehr zogen im Solinger Klinikum an einem Strang, um den kleinen Max zurück ins Leben zu holen: v.li. Dr. Michael Bosten (Oberarzt Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin), PD Dr. Ralf Buhl (Ärztlicher Direktor / Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie), Dr. Jutta Adler (Oberärztin Klinik für Kinder- und Jugendmedizin), Dr. Volker Soditt (Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin), Eva Vormann (Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Kinderintensivstation) und Marcus Obermayer (stellvertretende Gruppenleitung Kinderintensivstation). (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (bgl) – Als der kleine Max im September vom Rettungsdienst ins Solinger Klinikum gebracht wurde, sah es um den Vierjährigen nicht gut aus. Nach schwersten Misshandlungen trug der kleine Patient gravierende Kopfverletzungen davon. „Wir haben ein Kind gehabt mit einer massiven Hirnschwellung aufgrund von körperlicher Gewaltanwendung. Das Kind war bewusstlos, die Schwellung lebensbedrohlich. Es musste sofort gehandelt werden“, erinnert sich Dr. Volker Soditt, Chefarzt der Kinderklinik im Klinikum Solingen. Jetzt begann eine gut eingespielte Maschinerie im Klinikum zu arbeiten.

Schwellung und Blutungen im Hirn

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Dr. Dukagjin Morina, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie, ist einer der Spezialisten, die Max in der kritischsten Phase betreut haben. Dr. Morina öffnete in der Not-OP die Schädeldecke des kleinen Patienten, um die Blutungen im Gehirn zu stoppen. Der Eingriff musste minuziös durchgeführt werden. Dieser dauerte gut zwei Stunden. Nach der Operation blieb der Kopf des Kindes offen, damit Schwellungen zurückgehen konnten. In dieser Zeit wurde Max von den Ärzten verschiedener Fächer rund um die Uhr auf der Kinderintensivstation beobachtet und versorgt – Bange und Hoffnung auf Besserung.

Erfreut über den Heilungserfolg von Max: Oberarzt Dr. Dukagjin Morina zwischen OP-Terminen im Zentralen OP-Bereich des Städtischen Klinikums . (Foto: © Klinikum/Karin Morawietz)
Erfreut über den Heilungserfolg von Max: Oberarzt Dr. Dukagjin Morina zwischen OP-Terminen im Zentralen OP-Bereich des Städtischen Klinikums . (Foto: © Klinikum/Karin Morawietz)

Der Verlauf war gut. Zwei Wochen später wurde Max nochmals in den OP-Saal 2 des Klinikums gebracht. Dr. Dukagjin Morina und seine Kollegen nähten die Schädeldecke zu. „Die erste Hürde war genommen“, gibt der Neurochirurg erleichtert zu. Dr. Morina ist seit über zwei Jahren Oberarzt im Team von Privatdozent Dr. Ralf Buhl, der die Klinik für Neurochirurgie leitet. Der Fall des kleinen Patienten aus Remscheid ist nicht die erste Erfahrung, die der junge Mediziner mit Kindern mit Schädel-Hirn-Verletzungen nach Gewalteinwirkungen machte. Morina: „Es kam schon leider mehrmals vor, dass ich Kinder nach Misshandlungen operieren musste. Es macht mich jedes Mal fassungslos“.

Max war längere Zeit beatmet im Tiefschlaf

Es dauerte seine Zeit, bis Max sich ganz langsam zu erholen begann. „Wir haben lange Zeit ein intensivmedizinisch zu betreuendes Kind gehabt mit ganz vielen Problemen, die damit zusammenhängen. Das Kind war beatmet, es war im Tiefschlaf, damit sich das Gehirn erholen konnte. Es hat gedauert, bis man es hat wachwerden lassen und man auf die Beatmung verzichten konnte“, erklärt Dr. Volker Soditt. Ab einem bestimmten Punkt ging es dann mit Max stetig bergauf.

Jeden Tag übernahm das Kind ein paar Funktionen mehr, jeden Tag kam eine neue Reaktion. Zunächst freute sich das Team über ganz dezente Handbewegungen. „Hinterher ist er über die Station gelaufen und mit dem Bobby-Car gefahren. Und er hat auch gesprochen“, freut sich Dr. Soditt. Schwestern waren mit Max im Haus spazieren, spielten mit ihm und machten auf der Station unter anderem regelmäßiges Bewegungstraining.

Durch die Station gelaufen und Bobby-Car gefahren

Spätestens jetzt hatte Max die Herzen der Ärzteschaft und auch des pflegenden Personals im Sturm genommen. Ob der Vierjährige bleibende Hirn- bzw. Nervenschäden davontragen wird, ist indes noch offen. „Die Tatsache, dass er jeden Tag eine Entwicklung gemacht hat, lässt uns hoffen, dass es letztlich doch gut ausgehen wird. Er hat im Moment Anzeichen einer gewissen Nervenschädigung, aber auch das kann sich gut entwickeln“, ist Dr. Soditt zuversichtlich.

Bei der Behandlung von Max waren viele Fächer beteiligt, die interdisziplinäre Kooperation im Klinikum hat gut geklappt, lobt Privatdozent Dr. Ralf Buhl, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses: „Das ist Teamwork, wie fast in allen Fällen, das sehr schön geklappt hat, umso erfreulicher für den Jungen.“ Max war gute zwei Monate im Klinikum, bis er Anfang November in die Reha verlegt wurde. So dramatisch seine Ankunft war, so erfreulich war schließlich seine Abreise. Mit einem Lächeln im Gesicht und freudig winkend verabschiedete er sich vom Team der Kinderintensivstation im Klinikum Solingen.

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