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Klinikum: Ehrung für Prof. Dr. Eduard Schott

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Barbara Matthies, Chefin des Solinger Klinikums, und Oberbürgermeister Tim Kurzbach enthüllten am Freitag eine Gedenktafel für Prof. Dr. Eduard Schott. (Foto: © B. Glumm)
Barbara Matthies, Chefin des Solinger Klinikums, und Oberbürgermeister Tim Kurzbach enthüllten am Freitag eine Gedenktafel für Prof. Dr. Eduard Schott. (Foto: © B. Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – Prof. Dr. Eduard Schott war Ende 1933 bereits seit sechs Jahren Chefarzt der Städtischen Krankenanstalten in Solingen, als er eine erste Diffamierung seitens der Klinikleitung und der damaligen Stadtverwaltung erfuhr. Er wurde zum Oberarzt degradiert. Der Grund: Der 1886 im Elsass geborene Schott war Sohn jüdischer Eltern. Damit nicht genug, denn 1935 folgten Zwangspensionierung und 1938 schließlich der Entzug der Approbation. Berufsverbot.

Für den leidenschaftlichen Mediziner, der „niemals anders gefühlt hat wie deutsch“, wie er in einer Eingabe an die damalige Verwaltung bekräftigte, bedeutete das die staatlich sanktionierte Zerstörung seiner beruflichen Existenz. 1939 gelang es ihm noch rechtzeitig in die USA auszuwandern – und sich so dem inzwischen tödlichen Zugriff der NS-Häscher zu entziehen.

Buhl: „Enthüllung der Gedenktafel war überfällig“

Im Klinikum – dem Nachfolgehaus der Städtischen Krankenanstalten – gedenkt man seit Freitag Prof. Dr. Eduard Schott nun auch offen sichtbar. Im Eingangsbereich des Krankenhauses wurde feierlich eine Gedenktafel enthüllt. „Es war überfällig, dass wir diese Gedenktafel endlich eingeweiht haben“, sagte Dr. Ralf Buhl, Medizinischer Direktor des Klinikums Solingen, der betonte, wie bewegend es sei, als einer von Schotts Nachfolger zu dessen Ehren eine Ansprache halten zu dürfen.

Die Enkel Eduard Schotts reisten eigens nach Solingen an, um der Enthüllung der Gedenktafel im Klinikum beizuwohnen. (Foto: © B. Glumm)
Die Enkel Eduard Schotts reisten eigens nach Solingen an, um der Enthüllung der Gedenktafel im Klinikum beizuwohnen. (Foto: © B. Glumm)

Diese hielt er nicht nur für die zahlreichen Gäste aus Politik und Stadtgesellschaft, sondern auch für die Enkel Eduard Schotts, die eigens aus den USA in die Klingenstadt anreisten, um der feierlichen Enthüllung der Gedenktafel beizuwohnen.

Schott lehnte Rückkehr nach Solingen 1946 ab

Prof. Dr. Eduard Schott nahm in den USA seine Arbeit wieder auf, das allerdings getrennt von seiner Familie, die nur teilweise in die Staaten mitreisen konnte. Erst 1947 wurde die Familie wiedervereint. Ein Jahr zuvor lehnte er eine Anfrage aus seiner alten Heimat Solingen ab, die Leitung des Krankenhauses wieder zu übernehmen. Schott starb 1952 in den USA. „Er war ein Solinger, dem großes Unrecht durch Solinger geschehen ist“, erinnerte Oberbürgermeister Tim Kurzbach in seiner Rede.

Er betonte, dass unter die Geschehnisse während der NS-Zeit mit all ihren Verbrechen und zahllosen Tragödien kein Schlussstrich gezogen werden darf. „Ich will hoffen, dass diese Gedenktafel nicht einfach dort so hängenbleibt und hin und wieder abgestaubt wird“, so Kurzbach weiter. Patienten, Pflegepersonal und auch die Ärzteschaft sollten vielmehr am Schicksal Eduard Schotts Anteil nehmen.

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