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Klinikum: Erfolgsmodell Belegungsmanagement

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Haben dank des vor einem Jahr eingeführten Belegungsmanagements die Patientenströme im Klinikum im Griff: v.li. Prof. Dr. Sascha Flohé, Stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie, Johanna Nowara, Leiterin Stabsabteilung Casemanagement, und Pflegedirektor Dieter Ohmstedt. (Foto: © Bastian Glumm)
Haben dank des vor einem Jahr eingeführten Belegungsmanagements die Patientenströme im Klinikum im Griff: v.li. Prof. Dr. Sascha Flohé, Stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie, Johanna Nowara, Leiterin Stabsabteilung Casemanagement, und Pflegedirektor Dieter Ohmstedt. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (bgl) – In einem Krankenhaus finden tagtäglich administrative Abläufe statt, von denen der Patient nichts mitbekommt. Alles muss durchdacht und durchgeplant sein, damit die medizinische Versorgung so reibungslos wie möglich vonstattengeht. Und doch gibt es stets eine Unbekannte, die man nur schwer planen kann. „Wir müssen dafür sorgen, dass die ungeplanten Patienten so schnell wie möglich geplant werden. Wir können steuern, was wir an bestellten Patienten ins Haus bekommen, wir können nicht planen, was wir an Notfallpatienten aufnehmen“, sagt Johanna Nowara, die seit 2017 im Klinikum Solingen Leiterin des Casemanagements ist. In ihren Aufgabenbereich fällt auch das Belegungsmanagement, das im Klinikum im vergangenen Jahr eingeführt wurde.

Belegungsmanagement seit 2018

Begonnen mit den internistischen Fächern, wurden etwas später auch die chirurgischen Disziplinen in das Belegungsmanagement mit einbezogen. Patienten aus der Zentralen Notfallambulanz (ZNA), elektive (geplante) Patienten und interne Verlegungen werden aus einer Hand gesteuert. Insgesamt verfügt das Klinikum über 658 Betten. „Um ein Krankenhaus gut steuern zu können, darf eben nicht jede Abteilung oder jede Station nur für sich gucken, wie man das hinbekommen kann, weshalb wir das als Gesamtpaket betrachten“, so Johanna Nowara. Bedeutet konkret: Das Belegungsmanagement hat stets für das ganze Haus im Blick, welche Betten wo frei sind – und wo nicht.

Notfallpatienten haben stets oberste Priorität

Entsprechend dieser Informationen kann dann geplant werden, wie viele elektive Patienten wann einbestellt werden. „Und ich versuche mitzuplanen, wie viele Notfallpatienten wahrscheinlich ins Klinikum kommen“, erläutert Nowara und stützt sich dabei auf Erfahrungswerte.

Klinikum Solingen: Rettungswagen und Notarzt vor dem Schockraum der Zentralen Notfallambulanz (ZNA). (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Klinikum Solingen: Rettungswagen und Notarzt vor dem Schockraum der Zentralen Notfallambulanz (ZNA). (Archivfoto: © Bastian Glumm)

Abteilungsübergreifend handelt es sich bei mehr als 50 Prozent der neu eingelieferten Patienten um Notfälle. Nicht immer können Wünsche der Patientinnen und Patienten deshalb berücksichtigt werden. „Wir versuchen es zu ermöglichen, wenn Patienten alleine liegen möchten. Aber das ist halt nicht immer garantiert. Für uns als Haus und als Belegungsmanagement hat stets der Mensch, der notfallmedizinisch versorgt werden muss, oberste Priorität“, macht Johanna Nowara deutlich.

Verweildauer verkürzt und so Kapazitäten freigemacht

Früher wurde viel herumtelefoniert, um ein freies Bett zu finden, erinnert sich Dieter Ohmstedt. „Wir hatten damals nicht die Möglichkeit, uns einen umfassenden Überblick zu verschaffen. Heute haben wir ja ganz andere Möglichkeiten, auch dank der Digitalisierung“, so der Pflegedirektor des Klinikums. Im Krankenhausinformationssystem kann im Belegungskalender stets eingesehen werden, wo was frei oder belegt ist.

„Nach einem Jahr Belegungsmanagement können wir feststellen, dass sich die Verweildauer im Krankenhaus verkürzt hat“, freut sich Prof. Dr. Sascha Flohé, Stellvertretender Ärztlicher Direktor des Klinikums. Demnach habe sich im Schnitt die Verweildauer um einen Dreiviertaltag verkürzt, was wiederum Kapazitäten freigemacht hat. „Rund 40 Betten, also ungefähr eine ganze Station, hat man auf diese Weise freimachen können“, erläutert Flohé.

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