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Klinikum: Hoher Krankenstand und viele Patienten

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Das Klinikum an der Gotenstraße ist ein Haus der Maiximalversorgung und wird kommunal getragen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Das Klinikum an der Gotenstraße ist ein Haus der Maiximalversorgung und wird kommunal getragen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (red) – Ein hoher Krankenstand bei den Beschäftigten und ein für diese Jahreszeit überdurchschnittliches Patientenaufkommen in allen Fachbereichen führen auch im Städtischen Klinikum zu einer angespannten Lage. Angesichts der Urlaubszeit wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die derzeit im Dienst sind, viel Flexibilität abverlangt. „Das Thema Corona beschäftigt uns weiterhin in hohem Maße“, fasst Dr. Martin Eversmeyer, Vorsitzender der Geschäftsführung des Klinikums, die aktuelle Situation zusammen. „Und zwar sowohl bei den Patienten als auch beim Personal“.

Erhebliche Ausfall von Mitarbeitern

Die hohe Zahl der Corona-Infektionen führt zu einem erheblichen Ausfall von Mitarbeitern des Klinikums. Stand heute fehlen allein in der Pflege 180 der knapp 800 Fachkräfte, die eine Hälfte ist erkrankt und die andere im verdienten Urlaub. Normalerweise liegt der Krankenstand in der Pflege zwischen 20 und 40 Beschäftigten. Auch die Zahl von Patienten, die aufgrund einer Corona-Infektion stationär behandelt werden müssen, geht im Vergleich zu den Vorwochen in die Höhe.

Auf der Infektionsstation werden derzeit 25 Corona-Patienten behandelt. Und alle anderen Stationen sind ebenfalls extrem stark frequentiert. Fast 95 Prozent der zur Verfügung stehenden Betten sind belegt. Dies ist für die Sommermonate, in denen die Zahl von Patienten in stationärer Behandlung erfahrungsgemäß nach unten ging, sehr ungewöhnlich. Möglicherweise spiegelt sich auch darin die Folge der Corona-Pandemie wider. Prof. Dr. Thomas Standl, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums, erklärt: „Viele Menschen haben lange Zeit aus Angst vor einer Corona-Ansteckung die notwendigen Behandlungen in einem Krankenhaus hinausgeschoben. Jetzt wird der stationäre Aufenthalt in vielen Fällen dringlich“.

Professor Dr. Thomas Standl ist Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin am Klinikum und medizinischer Geschäftsführer des Hauses. (Foto: © Bastian Glumm)
Professor Dr. Thomas Standl ist Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin am Klinikum und medizinischer Geschäftsführer des Hauses. (Foto: © Bastian Glumm)

Ein Drittel mehr Notfallpatienten in der ZNA

Dies merkt man sowohl bei Notfällen als auch bei den planbaren Aufnahmen. In der Zentralen Notfallambulanz des Klinikums, wo im Schnitt 150 Patientenkontakte pro Tag stattfinden, liegt die Zahl derzeit um etwa einen Drittel darüber. Zum Teil ist dies auf den jüngsten Streik in den Uni-Kliniken zurück zu führen – auffallend viele Aufnahmen kamen in den vergangenen Tagen aus den westlich an Solingen angrenzenden Städten, die normalerweise zum Einzugsbereich der Uniklinik Düsseldorf gehören.

Dr. Martin Eversmeyer: „Wie alle anderen Krankenhäuser in Deutschland spüren auch wir im Solinger Klinikum den Druck, der aus der Knappheit von Pflege-Fachpersonal resultiert. Um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere im Pflegedienst zu entlasten, bemühen wir uns die Lage mit Leikräften zu mildern. Aber auch in diesem Segment kommt es durch die hohe Zahl von Corona-Infektionen zu Ausfällen. Völlig unverständlich bleibt das Nichthandeln der Politik. Sämtliche Pandemieunterstützungen sind trotz hoher Zusatzkosten und Inflation ab Juli weggefallen und gefährden die wirtschaftliche Lage der Kliniken“.

Klinikum-Geschäftsführung bittet um Verständnis

Umso wichtiger sei deshalb für die Geschäftsführung des Krankenhauses der Appell an alle Solingerinnen und Solinger: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Städtischen Klinikums sichern dank ihrer enormen Flexibilität weiterhin Tag für Tag, rund um die Uhr, die medizinische Versorgung. Bitte bringen Sie für die Zeit Ihrer Behandlung Verständnis für eine etwas längere Wartezeit auf. Wir danken unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diesen enormen Arbeitseinsatz! Wir gehen davon aus, dass eine Entspannung Anfang August eintritt und es sich nur um eine kurze temporäre Situation handelt.“

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