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Klinikum: Per „Fast-Track“ zur schnelleren Genesung

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Wollen per "Fast-Track" den Patientinnen und Patienten im Klinikum eine schnellere Genesung ermöglichen: v.li. Prof. Dr. med. Thomas Standl, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin, die "Fast-Track"-Assistentinnen Marion Huhn und Ina Lang, sowie Prof. Dr. med. Wolfgang Schwenk, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie. (Foto: © Bastian Glumm)
Stadtwerke Solingen
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SOLINGEN (bgl) – Zur Gesundung eines frisch operierten Patienten im Krankenhaus gehört selbstverständlich die medizinische und pflegerische Fachkompetenz des Hauses. Dass Patienten aber noch schneller genesen können, wenn man sie etwas zur Mitarbeit animiert, wird beispielsweise in Skandinavien seit gut 25 Jahren erfolgreich praktiziert. Ein solches „Fast-Track“-Konzept wird jetzt auch im Klinikum Solingen umgesetzt. „Die Behandlung um die Operation herum ist für die Erholung der Patienten genauso wichtig, wie die Operation“, sagt Prof. Dr. med. Wolfgang Schwenk, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Klinikum. Dazu müsse man allerdings die Logistik etwas umorganisieren. Und das auch auf Station.

Schnelle Mobilisation Teil des Konzeptes

Personell wurden zu diesem Zwecke zwei Schwestern abgestellt, die sich von der Aufnahme bis zur Entlassung schwerpunktmäßig um die Patienten im „Fast-Track“-Verfahren kümmern. Und das mit Erfolg: Eine Patientin konnte jetzt nach einer Darmoperation nach nur sechs Tagen wieder entlassen werden. „Die Patientin musste am Tag der OP schon aufstehen, am nächsten Tag sollte sie schon sechs Stunden aus dem Bett sein. Das ist natürlich pflegerisch recht aufwendig“, macht Schwenk deutlich. Aus diesem Grunde sei die Methode in Deutschland auch noch nicht flächendeckend etabliert. Aber es finde derzeit ein Umdenken statt.

„Fast-Track“ senkt die Komplikationen

„Es geht auch darum, den Patienten zu verdeutlichen, was sie tun müssen, um schneller gesund zu werden. Wir brauchen eine individuelle Betreuung der Patienten und der muss auch seinen Teil dazutun“, fordert Prof. Dr. med. Wolfgang Schwenk. Und dazu gehört auch schnelles Aufstehen. Verschiedene Bausteine tragen dazu bei, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dazu zählen zudem die physische und mentale Vorbereitung, die Ernährung, individuelle Schmertherapie und eine schnelle Mobilisation.

„Das Fast-Track senkt zudem die Komplikationen“, so Schwenk weiter. Patienten, die nüchtern zur OP kommen und das auch danach bleiben und sprichwörtlich am Tropf hängen, seien anfälliger für Infektionen. Ältere Patienten, die im Bett liegen bleiben und nicht zur Bewegung animiert würden, liefen Gefahr, bis zu zehn Prozent Muskelmasse in nur einer Woche zu verlieren.

Konzept zunächst nur bei geplanten Darmoperationen

„Die Komplikationsrate liegt bei etwa 20 Prozent. Und das sind allgemeine Komplikationen, die mit der OP eigentlich nichts zu tun haben, wie etwa eine Lungenentzündung. Und die kommt halt vom langen Liegen“, erklärt Wolfgang Schwenk. Auch auf Darmspülungen vor einer Operation soll eher verzichtet werden, da diese die Patienten schwächen. Operative Eingriffe werden möglichst minimalinvasiv vorgenommen.

Zunächst soll mit dem „Fast-Track“-Verfahren bei Darmoperationen gearbeitet werden. Eine Ausweitung des Konzepts auf weitere Disziplinen im Klinikum sei aber durchaus erstrebenswert, so die Leitung des Hauses. „Der Patient ist ein Teil des Teams, wie der Sportler und der Trainer“, unterstreicht der Chefarzt der Viszeralchirurgie die Grundidee des Konzepts.

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