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Krankenhäuser fordern Wiedereinführung des Rettungsschirms

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Dr. Martin Eversmeyer ist Kaufmännischer Geschäftsführer des Solinger Klinikums. (Foto: © Bastian Glumm)
Dr. Martin Eversmeyer ist Kaufmännischer Geschäftsführer des Solinger Klinikums. (Foto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (red) – Der sogenannte Rettungsschirm für die deutschen Krankenhäuser ist zu Ostern ausgelaufen. Die Verhandlungen der Kliniken mit dem Bundesgesundheitsminister sind gescheitert. Karl Lauterbach hat eine Verlängerung der Ausgleichszahlungen abgelehnt. Damit verkenne er aber die Situation der deutschen Kliniken, bei denen die Corona-Pandemie noch längst nicht beendet sei, beklagen sich Krankenhäuser in ganz Deutschland. Eine Blitzumfrage bei den Kliniken des Zweckverbandes Westfalen, an denen sich 19 Krankenhäuser verschiedener Trägerschaft, darunter auch große kommunale Krankenhäuser, beteiligten, zeige das „wahre Bild der Versorgung“.

„Weit entfernt von einem Normalbetrieb“

Verglichen wurde die Leistung in sogenannten Abrechnungspunkten (Casemixpunkte) der stationären Versorgung von 19 Krankenhäusern im ersten Quartal 2022 mit dem ersten Quartal 2019, also vor Eintritt der Corona-Pandemie. Im Durchschnitt lag die Leistung elf Prozent unter den ersten drei Monaten des Jahres 2019. Die Einschränkung in der Belegung der Krankenhäuser halte weiterhin an, dies habe verschiedene Ursachen. Weiterhin werde eine hohe Anzahl von Corona-Patinenten in den Häusern behandelt, die isoliert werden müssten.

„Zwar ist die Belegung aufgrund der Impfungen auf den Intensivstationen gering, jedoch sind wir weit entfernt von einem Normalbetrieb. Dies hängt auch von den erheblichen Ausfällen im Personalbereich zusammen. In den meisten Krankenhäusern waren in den letzten Wochen mehr als doppelt so viele Mitarbeiter krankheitsbedingt abwesend als vor der Corona-Pandemie“, erklärt der geschäftsführende Vorstand des Krankenhauszweckverbandes Westfalen und Vorsitzende der Geschäftsführung des Städtischen Klinikums Solingen, Dr. Martin Eversmeyer.

Wirtschaftliche Schieflage vieler Kliniken drohe

Viele Krankenhäuser hätten diesen Ausfall mit externen Leihkräften ausgeglichen, hierfür stehe in Zukunft jetzt kein Geld mehr zur Verfügung. Der Bundesgesundheitsminister hat das Auslaufen des Rettungsschirms damit begründet, dass es keine Hotspot-Situation in Deutschland gibt und die Hospitalisierungsrate insbesondere auf den Intensivstationen niedrig ist. Dass trotzdem ein Betrieb wie vor der Pandemie nicht möglich sei, zeige die Blitzumfrage.

Die Krankenhäuser fordern daher unverzüglich die Wiedereinführung des Rettungsschirms, ansonsten drohe eine wirtschaftliche Schieflage der meisten Kliniken in Deutschland. „Dass Herr Lauterbach die Krankenhäuser und die Mitarbeitenden, die mit großer Kraftanstrengung bisher die Pandemie gut bewältigt haben, dermaßen im Stich lässt, ist völlig unverständlich und inakzeptabel“, sagt Dr. Martin Eversmeyer.

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