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„Kunstgenuss 60 plus“ bis zum 24. Februar im Theater und Konzerthaus

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Bis zum 24. Februar läuft im Theater und Konzerthaus die Ausstellung „Kunstgenuss 60 plus“ . Zu sehen gibt es rund 180 Kunsterwerke. (Foto: © Sarah Schmitz)
Bis zum 24. Februar läuft im Theater und Konzerthaus die Ausstellung „Kunstgenuss 60 plus“ . Zu sehen gibt es rund 180 Kunsterwerke. (Foto: © Sarah Schmitz)
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SOLINGEN (ssh) – Bereits zum 33. Mal ist die Veranstaltung „Kunstgenuss 60 plus“ (vormals unter dem Titel „Senioren Malen“) im Theater und Konzerthaus zu sehen. Am Wochenende fand die Vernissage von 89 Künstlerinnen und Künstlern im Foyer des Pina-Bausch-Saals statt. Insgesamt werden rund 180 Kunstwerke ausgestellt. Doch es ist weit mehr als eine reine Betrachtung von Kunst, „es geht darum, den Augenblick zu genießen“, wie Stadtdirektorin Dagmar Becker in ihrer Ansprache zu würdigen wusste.

Kunstwerke gemeinsam mit den Künstlern ausgewählt

Timm Kronenberg vom City-Art-Project erzählte begeistert von seiner etwa 15-jährigen Projektmitarbeit: „Das ist eine völlig verrückte, total herzliche Veranstaltung mit ganz wundervollen Menschen, es macht mir einfach immer noch riesigen Spaß.“ Doch finden seine Worte auch einen melancholischen Anklang. So seine Auffassung: „Durch Kunst ist man immer präsent. Auch Freunde wie Kanak Chandresa, sind dank ihrer Kunst immer noch bei uns.“

Felix Glücklich vom Kulturmanagement (Nachfolger von Dr. Vera Franke), sagte anerkennend: „Die Auswahl der Kunstwerke wird gemeinsam mit den Teilnehmern getroffen. Das ist natürlich ein großer Aufwand, aber das Aufhängen im Anschluss war tatsächlich noch mehr Arbeit.“ Dass sich diese Arbeit gelohnt hat, davon war jeder überzeugt.

Detailverliebte Aquarelle und abstrakte Ölmalereien

Auch Bürgermeisterin Ioanna Zacharaki (SPD) lobte die Veranstaltenden, alle beteiligten Kunstschaffenden sowie die Helferinnen und Helfer, die mit großem Eifer die Ausstellungsstücke an den Wänden angebracht haben. Sie betonte: „Kunst und der schöpferische Schaffungsprozess kennen kein Alter.“

Dies zeigte sich auch in den zahlreichen ausgestellten Kunstwerken. Von detailverliebten Aquarellen über abstrakte Ölmalereien bis zu dreidimensionalen Darstellungen aus Papier oder Holz ist eine große Bandbreite unterschiedlichster Kunstwerke zu bewundern.

„Kunstgenuss 60 plus“: Zu sehen gibt es eine große Bandbreite unterschiedlicher Kunstwerke. (Foto: © Sarah Schmitz)
„Kunstgenuss 60 plus“: Zu sehen gibt es eine große Bandbreite unterschiedlicher Kunstwerke. (Foto: © Sarah Schmitz)

Soulige, klangvolle Stimme und die warmen Klänge

Der junge Solinger Musiker Erwin Paech begeisterte zu Beginn der Vernissage das Publikum mit Pop-Klassikern. Seine soulige, klangvolle Stimme und die warmen Klänge, die er dem Konzertflügel entlockt, luden das Publikum ein, mit auf eine genussvolle, musikalische Reise zu gehen. Schließlich begleiteten die Klänge die etwa 250 Anwesenden aus dem Auditorium hinaus zum Ausstellungsraum.

Die Diversität der ausgestellten Kunstwerke ist enorm. Doch durch eine gekonnte Hängung wirken alle Werke für sich, ohne den Betrachter zu überfordern. Neben den zahlreichen Bildern sind es besonders die zwischen Stellwänden und Tischen geführten Gespräche, die das Theater- und Konzerthaus belebten. Von Alltagsgesprächen bis hin zu fachlichen Fragen gab es zur Eröffnung es eine bunte Palette an Gesprächsthemen.

„Die Bilder entstehen zuerst in meinem Kopf“

Der Solinger Künstler Peter Wischnewski stellt zwei seiner großformatigen Werke aus, die Besucher durch eine besondere Tiefenwirkung in ihren Bann ziehen. Der Maler gibt seit einiger Zeit auch Kurse für Firmen oder andere Interessierte. Zu der Entstehung seiner Bilder wusste er zu berichten: „Ich male gerne richtig groß. Die Bilder entstehen zuerst in meinem Kopf. Dann setze ich die Ideen mit ganz unterschiedlichen Materialien um.“ Er erzählt, wie er die selbst zusammengebauten Leinwände beispielsweise mit Tusche, Blattgold und Kupferpatina bearbeitet und je nach Lichteinstrahlung ganz besondere Effekte erzielt.

Schallplattensammler Edgar Falkenhain neu „im Geschäft“

Dagegen ist der Schallplattensammler Edgar Falkenhain noch ganz neu „im Geschäft“. Er hat erst während der Covid-19 Pandemie zu seiner Kunst gefunden. Mit einer speziellen „Pouring“-Technik, in der er Acrylfarben mit Silikon und Leim vermischt, bekommen ausrangierte, unbrauchbare Schallplatten neues Leben eingehaucht. „Die Musik ist zwar nicht mehr hörbar, aber dafür sichtbar“, sagte er. Die durch das Pouring teils psychedelisch anmutenden Platten bemalt der Künstler schließlich mit unterschiedlichen Motiven, zum Beispiel den Schattenrissen der Beatles.

Er berichtete, zu Hause gemeinsam mit seiner Frau Maria Falkenhain zu malen, die einige Meter weiter ebenfalls zum ersten Mal ihre wundervollen Werke präsentiert. Sie malt naturalistisch und impressionistisch, wie einen bunten, lichtdurchfluteten Wald in Ölkreide oder ein Bildnis der Müngstener Brücke im Nebel in herbstlichen Acrylfarben.

Zum ersten Mal bei „Kunstgenuss 60 plus“ vertreten

Sowohl Peter Wischnewski, als auch das Ehepaar Falkenhain sind in diesem Jahr zum ersten Mal mit ihren Werken beim „Kunstgenuss 60 plus“ vertreten. Anders, als Kunstpädagogin Sabine Schulz-Wolff, die bereits seit Jahren eigene Werke präsentiert und auch anderen Kunstschaffenden ehrenamtlich hilft, an der Ausstellung teilzuhaben (wir berichteten). Von ihrer Begleitung der Malgruppe des Gerhard-Berting-Hauses aus Solingen-Wald erzählte sie: „Es bereitet immer wieder große Freude, die Senioren im Altenheim zu beobachten, wenn sie in diesen Flow verfallen und einfach malen, was ihnen in den Sinn kommt.“

Auch die Solinger Künstlerin Carmen Dörner ist wieder bei „Kunstgenuss 60 plus“ mit dabei. In diesem Jahr präsentiert sie Linoldrucke, in denen nicht nur die natürlichen Formen Apfel und Löwenzahn zu sehen sind, sondern in denen auch industrielle Elemente – Zahnräder und Stacheldraht – eine besondere Bedeutung haben.

Kunstwerke transportieren unterschiedlichste Emotionen

Die Kunstwerke – so unterschiedlich sie auch sein mögen – haben die Gemeinsamkeit, eine Wirkung zu erzielen und unterschiedlichste Emotionen zu transportieren. Sie regen an, innezuhalten, nachzudenken, selbst kreativ zu werden oder einfach nur im Hier und Jetzt zu verweilen und die Kunst zu genießen.

Zu sehen ist die Ausstellung „Kunstgenuss 60 plus“, wenn für Veranstaltungen geöffnet ist, außerdem dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 9 bis 12 Uhr (nicht am 8. Februar). Der Eintritt ist frei. Ins Haus gelangt man dann über den Bühneneingang (zu erreichen über den Parkplatz P5 an der Teschestraße).

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