Start Aktuelles Kunstgenuss 60plus – das Theaterfoyer wird zur Galerie

Kunstgenuss 60plus – das Theaterfoyer wird zur Galerie

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Die Mitglieder vom Kulturmanagement, dem Seniorenbüro sowie Timm Kronenberg (city-art-project) mit seinem Team haben wieder fantastische Arbeit geleistet. Auch im dritten Jahr ist die beliebte Ausstellung ein voller Erfolg. Die Besucher sind begeistert. (Foto: © Martina Hörle)
Die Mitglieder vom Kulturmanagement, dem Seniorenbüro sowie Timm Kronenberg (city-art-project) mit seinem Team haben wieder fantastische Arbeit geleistet. Auch im dritten Jahr ist die beliebte Ausstellung ein voller Erfolg. Die Besucher sind begeistert. (Foto: © Martina Hörle)
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SOLINGEN (mh) – Aus dem Theaterfoyer ist eine Galerie geworden. Die freien Flächen sind mit zahlreichen Stellwänden bestückt. Bei der dritten Veranstaltung „Kunstgenuss 60plus“ zeigen 100 Künstler rund 200 Werke der unterschiedlichsten Stilrichtungen. Aquarelle hängen neben Ölgemälden, Zeichnungen neben 3D-Collagen. Powerfarben wechseln mit zarten Pastelltönen, Gegenständliches mit Abstraktionen. Die Besucher sind von der beeindruckenden Vielfalt und dem Ideenreichtum begeistert.

Ideenreichtum begeistert Besucher

„Es ist eine große Freude für mich, die dritte Ausstellung unter dem Titel Kunstgenuss 60plus anzukündigen“, begrüßt Dezernentin Dagmar Becker die Gäste. „Diese Veranstaltung ist eines unserer Highlights und eine wirkliche Bereicherung des Hauses. Sie haben eine breite Palette von Themen umgesetzt. Schön, dass auch die Konzertbesucher die Möglichkeit haben, Ihre Werke zu besichtigen. Wir wollen ja ein offenes Haus für die ganze Solinger Bevölkerung sein.“ Timm Kronenberg erinnert sich, wie Dagmar Becker ihn vor sieben Jahren zum Team geholt hat. „Für Kunst und Kultur gibt es keinen Jahrgang. Man bleibt dadurch jung.“ Er dankt den Mitwirkenden des Kulturmanagements, des Seniorenbüros und seines Teams und holt sie der Reihe nach auf die Bühne.

Die Malgruppe des Gerhard-Berting-Hauses aus Solingen-Wald ist zum dritten Mal dabei. Diesmal haben sie neun Werke ausgestellt. (Foto: © Martina Hörle)
Die Malgruppe des Gerhard-Berting-Hauses aus Solingen-Wald ist zum dritten Mal dabei. Diesmal haben sie neun Werke ausgestellt. (Foto: © Martina Hörle)

Hans Knopper vom Kultur-Management weist auf die große Energie hin, die durch die schaffenden Künstler ins Haus kommt. „Sie haben viel Zeit und Arbeit in Ihre Werke investiert, bringen diese Energie jetzt zu uns. Es findet eine Art Verdichtung statt. Deshalb machen wir gerade diese Ausstellung so gerne. Und wir werden sie weitermachen. Sie hinterlassen eine Spur in unserem Haus.“

Eine musikalische Spur hinterlässt das Duo „So I Said Rock“ mit ihren Arrangements aus Soul und Pop und, unter anderem, mit ihrer eigenen Interpretation von Leonard Cohens Hallelujah.

Duo „So I Said Rock“ mit Pop und Soul

Die Malgruppe des Gerhard-Berting-Hauses aus Solingen-Wald ist bereits zum dritten Mal dabei. Fünf Teilnehmer haben gemeinsam neun Bilder ausgestellt. Andrea Peter, die Leiterin des Sozialen Dienstes in der Einrichtung, ist sehr stolz auf die Gruppe. „Unsere Bewohner sind eifrige Malerinnen und Maler. Deshalb haben wir in unserer Einrichtung eine immer wechselnde Galerie. Das schafft eine behagliche Atmosphäre.“ Gemalt wird mit Acryl auf Papier. Sabine Schulz-Wolff betreut seit zehn Jahren ehrenamtlich die Malgruppe. Auch nächstes Jahr wollen sie wieder dabei sein.

Das Auto ist eines der Zwei-Sicht-Bilder von Ulli Steinküller. Es trägt den Titel „Eine gescheiterte Beziehung“. Der Künstler hat Fotos in Streifen geschnitten und auf Alu-Schienen geklebt. Von der anderen Seite ändert sich die Ansicht total. Eine eindrucksvolle Arbeit. (Foto: © Martina Hörle)
Das Auto ist eines der Zwei-Sicht-Bilder von Ulli Steinküller. Es trägt den Titel „Eine gescheiterte Beziehung“. Der Künstler hat Fotos in Streifen geschnitten und auf Alu-Schienen geklebt. Von der anderen Seite ändert sich die Ansicht total. Eine eindrucksvolle Arbeit. (Foto: © Martina Hörle)

Ulli Steinküller hat Zwei-Sicht-Bilder aufgehängt. Das Werk mit dem Titel „Bettgeschichten“ zeigt von der einen Seite ein leeres Schlafzimmer, von der anderen Seite „Was im Schlafzimmer so los ist, wenn man nicht zuhause ist“. Sein anderes Werk trägt den Titel „Eine gescheiterte Beziehung.“ Um die besonderen Effekte hervorzurufen hat er Fotos in Streifen geschnitten und auf Alu-Schienen aufgeklebt. Pro Bild eine Arbeit von zwei Tagen – aber eine Arbeit, die sich gelohnt hat. Immer wieder stehen Betrachter auf der einen, dann auf der anderen Seite und sind verblüfft.

Zwei-Sicht-Bilder verblüffen Betrachter

Hedi Kloss, die Betreuerin der Malgruppe des Theodor-Fliedner-Heims hat zwei Arbeiten mitgebracht. „Wir sind das erste Mal dabei.“ Aus Acrylmalerei, Stempeln mit Korken und Origami sind bezaubernde Vasen mit bunten Blumen entstanden. „Ich möchte gerne zeigen, dass auch pflegebedürftige Menschen sich gerne und erfolgreich mit Kunst beschäftigen können.“

Ein interpretationsstarkes Werk hat Kanak Chandresa geschaffen. Eine rothaarige nackte Frau umarmt einen gut gekleideten Mann. Die Konturen bzw. Körperteile verschwimmen, so dass der Betrachter überlegen muss: „Wer umarmt hier eigentlich wen?“ Die beiden sind von Häusern umrahmt, aus denen große Augen sie beobachten und doch nichts sehen.

Kanak Chandresa gehört nicht nur zum Orga-Team, sondern hat als Künstler selbst ausgestellt. Schorsch Wenke (re.) hat einen Kurzfilm über die Vernissage auf YouTube eingestellt. (Foto: © Martina Hörle)
Kanak Chandresa gehört nicht nur zum Orga-Team, sondern hat als Künstler selbst ausgestellt. Schorsch Wenke (re.) hat einen Kurzfilm über die Vernissage auf YouTube eingestellt. (Foto: © Martina Hörle)

Elmar Horlitz zeigt zwei detailreiche Bilder. Ursprünglich sind es monochrome Werke. Mit Farbe ist ein Effekt geschaffen worden, der Spannung erzeugt. Das Auge bleibt am Werk hängen, schaut genau hin und erkennt die vielen Kleinigkeiten, die beim ersten Blick gar nicht erfasst werden.

Auch typische Ohligser Motive sind zu sehen. Heinz Butzen hat zwei Aquarelle gemalt. Eines zeigt von der Nippesstraße den direkten Blick auf die Evangelische Kirche. Auf dem anderen Bild ist das ehemalige Ohligser Rathaus zu sehen. Butzen hat seine Kindheit in Ohligs verbracht. „Ich mag diese klassizistischen Gebäude. Das macht den besonderen Charme von Ohligs aus.“

Kurzfilm von Schorsch Wenke zur Vernissage

Eine gelungene und interessante Ausstellung, die man nicht versäumen sollte. Auf YouTube gibt es von Hans-Georg „Schorsch“ Wenke einen kurzen Film zur Vernissage.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Februar zu sehen. Besucht werden kann sie jeden Dienstag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr sowie Mittwoch von 9 bis 12 Uhr (Zugang über den Bühneneingang). Der Eintritt ist kostenlos.

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