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Literarische Wanderung führte durch Gräfrath

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Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbandes und der Solinger Autorenrunde wanderten am Samstag durch das schöne Gräfrath. An ausgewählten Plätzen lasen sie eigene Texte. Musikerin Teneja begleitete die Tour musikalisch. (Foto: © Martina Hörle)
Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbandes und der Solinger Autorenrunde wanderten am Samstag durch das schöne Gräfrath. An ausgewählten Plätzen lasen sie eigene Texte. Musikerin Teneja begleitete die Tour musikalisch. (Foto: © Martina Hörle)

Am Samstag trafen sich Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbandes/NRW und der Solinger Autorenrunde zu ihrer dritten literarischen Wanderung. Bei sonnigem Wetter und guter Laune machten sich die Autoren und ihre Gäste auf den Weg durch das historische Gräfrath.

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Tour voller Inspiration und Improvisation

Es war eine Tour der Impressionen und Improvisationen. Im Vorfeld hatte Organisator Kay Ganahl spezielle Orte voller Atmosphäre gewählt, zum Vortragen bestens geeignet. Begleitet wurde die Gruppe von Sängerin Teneja, die mit ihrer kraftvollen Stimme und ihrem Gitarrenspiel die Gruppe musikalisch unterstützte. Die gebürtige Slowenin hat sich mit Coversongs aus den Bereichen Rock und Soul einen Namen gemacht.

Als Startpunkt war der Marktplatz festgelegt worden. Ein Musiker, der auf seiner E-Gitarre spielte, machte den Platz zum Vorlesen unbrauchbar. Also ging es weiter, die Stufen hinauf zur Kirche. Nächster Versuch. Die Zuhörer nahmen auf der niedrigen Mauer Platz. Die Mülheimerin Dagmar Schenda machte sie mit den Protagonisten Mortimer und Desirèe bekannt. Da tauchten immer mehr Leute auf, die große Mengen an rosa und weißen Luftballons trugen. In der Kirche fand gerade eine Hochzeit statt. Das Brautpaar wurde jeden Moment am Kirchenportal erwartet.

Während Dagmar Schenda aus Mülheim von einer jungen Vampirfrau erzählte, die im Halbdunkel auf einen Patienten wartete, brachten, mehrere Besucher bunte Ballons für das Brautpaar, das gerade in der Kirche heiratete. (Foto: © Martina Hörle)
Während Dagmar Schenda aus Mülheim von einer jungen Vampirfrau erzählte, die im Halbdunkel auf einen Patienten wartete, brachten, mehrere Besucher bunte Ballons für das Brautpaar, das gerade in der Kirche heiratete. (Foto: © Martina Hörle)

Viel Ruhe zum Lesen gab es nicht mehr. Also beschloss die Gruppe kurzerhand, vor das Museum zu gehen. Dort allerdings standen mehrere Gruppen, die der Lossprechung von frischgebackenen Handwerksburschen beiwohnen wollten. Kein wirklich geeigneter Platz zum Lesen. Eine kurze Strecke weiter gab es ein unüberhörbares Hindernis in Form eines Rasenmähers. Ein Kantenschneider leistete lautstark Gesellschaft.

Von Vampiren, dem Emscherland und einer alten Linde

Also weiter zum Eingang der Heide. Hier ging es beschaulicher zu. Die diversen Spaziergänger, mit und ohne Hund, blieben stehen und hörten gerne zu. Kay Ganahl erzählte von Geschichtsperspektiven und von den Taten der Großen, die auf die Taten der Kleinen hinweisen.  Teneja brachte mit ihrer unverwechselbaren Stimme das schöne Lied „Scarborough Fair“ und begleitete sich dazu auf der Gitarre.

Zum Abschluss der literarischen Wanderung brachte Teneja den wunderschönen Song „House of the Rising Sun“. (Foto: © Martina Hörle)
Zum Abschluss der literarischen Wanderung brachte Teneja den wunderschönen Song „House of the Rising Sun“. (Foto: © Martina Hörle)

Die Tour führte weiter durch grünes Terrain, vorbei am Teich mit Ente und Reiher, bis hin zum Denkmal. Auf den Naturwegen fanden sich mehrere kleine Plätze für Spontanlesungen. Thorsten Trelenberg aus Schwerte las aus seinem kleinen Gedichtband dichter:leben von verlassenen Obstbäumen und informierte über Interessantes aus dem Emscherland. Dagmar Schenda berichtete von der jungen Vampirfrau, die im Halbdunkel auf einen Patienten wartete. In Martina Hörles Geschichte half eine Linde dem jungen Mann, der zwischen zwei Welten geraten war. Außerdem lüftete sie das Geheimnis des alten Wasserrades, das plötzlich eine Schaufel mehr hat.

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Interpretationen mit eigenem Stil

Teneja beendete die „belesene“ Wanderung mit dem amerikanischen, auf ihre ganz spezielle Weise interpretierten Folksong „House of the Rising Sun“. Trotz oder vielleicht gerade wegen der kurzen, spontanen Aktionen war es eine gelungene, musikalische Lesung in der freien Natur. Im kommenden Jahr wird es eine Fortsetzung geben.