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Lukas Klinik: Neurologie setzt auf Botulinumtoxin

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Bringen Botulinumtoxin zur Anwendung: v.l. Migräne-Patientin Sabine Theis, Neurologin und ermächtigte Ärztin Dr. Julia Hamann und Prof. Dr. Marcel Dihné, Chefarzt der Neurologie in der Lukas Klinik. (Foto: © Cerstin Tschirner/Kplus Gruppe)
Bringen Botulinumtoxin zur Anwendung: v.l. Migräne-Patientin Sabine Theis, Neurologin und ermächtigte Ärztin Dr. Julia Hamann und Prof. Dr. Marcel Dihné, Chefarzt der Neurologie in der Lukas Klinik. (Foto: © Cerstin Tschirner/Kplus Gruppe)

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SOLINGEN (red) – Seit anderthalb Jahren hilft Dr. Julia Hamann, Neurologin an der St. Lukas Klinik, Patientinnen und Patienten mit gezielten Injektionen bei Migräne, Spastiken, Schiefhals, muskulären Verkrampfungen und anderen Erkrankungen auf Überweisung von niedergelassenen Neurologen und Dermatologen.

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Lebensqualität zurückgewinnen

Botox ist wohl das bekannteste Präparat. Wer aber den Wirkstoff Botulinumtoxin auf die Ästhetik reduziert, tue dem Nervengift unrecht. „Die medizinische Wirksamkeit ist absolut faszinierend“, sagt Dr. Julia Hamann. Die Fachärztin für Neurologie an der St. Lukas Klinik hat die Weiterbildung in Qualifizierter Botulinumtoxintherapie absolviert und vor gut anderthalb Jahren die Ermächtigung der Kassenärztlichen Vereinigung zur ambulanten Therapie erhalten. Zurzeit sind gut 75 Patientinnen und Patienten pro Quartal in Behandlung.

Wie Sabine Theis. Seit 40 Jahren leidet die Köchin an mindestens 15 Tagen im Monat an Migräne. Starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit schränkten ihr Leben stark ein. Viele Therapien hatte sie schon ausprobiert. Keine half. Ihr Neurologe überwies sie an Dr. Julia Hamann. Denn erst wenn andere Therapieoptionen nicht erfolgreich sind, kann Botulinumtoxin eingesetzt werden. Bei Migräne werden Injektionen an 39 Schmerzpunkten gesetzt. „Ich warne die Patientinnen und Patienten vor, beim ersten Mal ist das sehr belastend und schmerzhaft“, sagt Dr. Julia Hamann. So war es auch bei Sabine Theis: „Ich spürte aber schnell, dass es mir besser ging.“ Seit einem Jahr ist sie regelmäßig bei Dr. Julia Hamann in Behandlung – und hat seither viel Lebensqualität gewonnen.

Botulinumtoxin bei über 20 Krankheitsbildern zugelassen

Der Wirkstoff Botulinumtoxin wird gezielt in die betroffenen Muskeln injiziert und hemmt die Freisetzung des Überträgerstoffes Acetylcholin am Übergang vom Nerv zu Muskel bzw. auf die Speichel- oder Schweißdrüse. Die überaktiven Muskeln werden so ruhiggestellt, ohne andere Nervenfunktionen einzuschränken. „Die Wirkung setzt nach etwa einer Woche ein und kann mehrere Monate andauern – bis durch neue Aussprossungen der Nervenendigungen die Muskeln wieder aktiv werden“, erklärt die Spezialistin.

Für Prof. Dr. Marcel Dihné, Chefarzt der Neurologie, ist die Botulinumtoxinambulanz eine sinnvolle und notwendige Erweiterung des Leistungsspektrums seiner Abteilung, die er von Beginn an unterstützt und die Fachärztin seiner Abteilung gefördert hat. „Bei über 20 Krankheitsbildern ist Botulinumtoxin inzwischen zugelassen, zum Beispiel bei muskulärer Spastik nach Schlaganfall, die sich meist erst nach der Akutphase und auch erst nach der Reha ausbildet.“

Aber auch bei Schiefhals, Verkrampfungen einer Gesichtshälfte, Lidkrampf oder Spitzfuß kann das Nervengift kontrolliert sinnvoll eingesetzt werden. Neben den neurologischen Krankheitsbildern kann Dr. Julia Hamann auf Überweisung eines Dermatologen auch bei unkontrolliertem Speichelfluss oder übermäßigem Schwitzen tätig werden.

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Dieser Beitrag stammt von unserer Redaktion.

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