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Millioneninvestitionen sollen das Klinikum digitaler machen

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Wollen das Klinikum auf ökonomisch gesunde Füße stellen und konsequent den Weg der Digitalisierung gehen, wie in Pflegegruppe E 32, die derzeit saniert wird: v.li. Oberbürgermeister Tim Kurzbach und das Geschäftsführungs-Duo des Klinikums Barbara Matthies und Prof. Dr. Thomas Standl. (Foto: © Bastian Glumm)
Wollen das Klinikum auf ökonomisch gesunde Füße stellen und konsequent den Weg der Digitalisierung gehen, wie in Pflegegruppe E 32, die derzeit saniert wird: v.li. Oberbürgermeister Tim Kurzbach und das Geschäftsführungs-Duo des Klinikums Barbara Matthies und Prof. Dr. Thomas Standl. (Foto: © Bastian Glumm)
Stadtwerke Solingen

SOLINGEN (bgl) – Dass das Thema Digitalisierung auf der Agenda von Oberbürgermeister Tim Kurzbach ganz weit oben auf der Liste steht, hat Solingens Stadtoberhaupt bereits mehrfach deutlich unterstrichen. Folgerichtig stand sein zweiter ganztägiger Besuch im Klinikum auch unter dem ganz besonderen Aspekt der Digitalisierung. Zuletzt war Kurzbach vor zwei Jahren einen ganzen Tag im Klinikum unterwegs.

„Wir müssen das Haus selbstverständlich auf ökonomisch gute Füße stellen, so kann es nicht bleiben“, betonte Kurzbach am Montag im Klinikum. Der weitere Schritt in Richtung Digitalisierung soll deshalb auch im städtischen Krankenhaus Ressourcen freimachen. Und so möglichst Kosten vermeiden. Das Klinikum schrieb zuletzt rote Zahlen und steht unter enormen Einspardruck.

Parallele Transformationsprozesse im Klinikum

Trotzdem soll investiert werden. „Es geht hier um wesentliche Investitionen in dieses Haus. Verschiedene Transformationsprozesse werden parallel stattfinden“, sagte der OB, der sich am Montag selbst in einem der zehn Operationssäle des Klinikums ein Bild davon machte, wie die Ärzte bei einer Knieoperation bereits digital zu Werke gingen.

Denn während des Eingriffs konnten die Chirurgen zeitgleich auf einem Monitor ein digital erstelltes 3D-Bild des zu behandelnden Knies sehen, weshalb die Operation minimalinvasiv durchgeführt werden konnte. Nur eine von vielen modernen Innovationen, die im medizinischen Bereich unlängst Usus seien. Auch in Sachen Patientenakten und Dokumentation will man weg vom Papier und hin zum digitalen Datenblatt, das ohne Zeitverlust aktualisiert werden kann. Hier gibt es sogar von Station zu Station noch unterschiedliche Erfassungsmethoden.

Pflegegruppe E 31 für 1,2 Millionen Euro saniert

„Das Ziel wird irgendwann die mobile Visite sein“, sagte Barbara Matthies, kaufmännische Geschäftsführerin des Klinikums. Also kein Klemmbrett mehr, stattdessen ein zeitgemäßes Tablet, über das zentral alles gespeichert wird. Im April stellte die Geschäftsführung des Klinikums mit der Pflegegruppe E 31 eine komplett sanierte Station vor (wir berichteten). Allein zehn Kilometer Kabel wurden dort verlegt.

Das Klinikum an der Gotenstraße ist ein Haus der Maiximalversorgung und wird kommunal getragen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Das Klinikum an der Gotenstraße ist ein Haus der Maiximalversorgung und wird kommunal getragen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)

Neben Brandschutzaspekten stand auch eines digitales Upgrade der Pflegegruppe auf dem Programm. Dazu gehörte unter anderem die Einrichtung eines WLAN-Hotspots für die Patienten. Kostenpunkt der Sanierung insgesamt: Rund 1,2 Millionen Euro. Derzeit wird die benachbarte Pflegegruppe E 32 ebenfalls komplett aufgemöbelt. Weitere Stationen sollen folgen.

Digitale Archivierung der Patientenakten

Allein 1,6 Millionen Euro sollen in den Ausbau des WLAN-Angebotes im gesamten Haus fließen. Offene Hotspots sollen ab kommendem Jahr im Eingangsbereich und in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) nutzbar sein. Dabei handelt es sich allerdings nur um einen Bruchteil der Gesamtmaßnahmen und des damit verbundenen Investitionsvolumens: „Insgesamt werden wir locker im zweistelligen Millionenbereich liegen“, so Barbara Matthies.

Vor allem bei der Dokumentation würden die Anforderungen nicht geringer, sagte die Chefin des Klinikums. Patientenakten so dick wie Telefonbücher seien nicht selten die Folge. Und diese Papiermassen müssten erst einmal elektronisch erfasst werden, um sie letztlich digital archivieren zu können. „Das alles ist eine Mammutaufgabe. Aber wir würden nicht investieren, wenn wir nicht an ein kommunales Klinikum in Solingen glauben würden“, unterstrich OB Kurzbach.

1 KOMMENTAR

  1. Wann rafft Herr Kurzbach endlich, dass das Schlagwort „Digitalisierung“ von der Bertelsmann Stiftung erfunden wurde? Zum einem, um durchaus berechtigt auf die Rueckstaendigkeit in diversen Bereichen hinzuweisen, zum anderen aber, um die oeffentlichen Kassen zu pluendern. Nachdem man es mit der Privatisierung der Kommunalverwaltungen, zumindest in Deutschland, nicht geschafft hat, versucht man den Bildungs- und Gesundheitsbereich unter dem Deckmantel der Digitalisierung zu erobern. Das sollte doch selbst einem Sozialdemokraten klar sein. Leider scheint der Bedarf das Offensichtliche zu ueberdecken. Wlan gibt es z.B. in jedem Dorfkrankenhaus naemlich seit 10 Jahren. Man moege sich mal mit dem grossen Thema „Digitalization“ im angelsaechsischen Raum beschaeftigen. Finden wird man recht wenig. Warum nur? Weil es ein Kunstbegriff ist, ein Taschenspielertrick eines Verkaeufers? Ist ja ok, sich vom Digitalisierungsschwall einlullen zu lassen, wenn man ueber 80 ist, aber Herr Kurzbach ist erst 40, da muss ich schon sehr bitten. Herr Precht ist, wie von Kurzbach bereits erkannt, als Philosoph keine Referenz. Ausserdem schreibt er fuer…. Genau. Muss erst das letzte oeffentliche Byte in Haenden von Firmen wie Arvato sein, bevor die Politik versteht, was sie da eigentlich macht? Es ist mal absolut gar nicht cool, sich voellig platt Digitalisierung auf die Fahnen zu schreiben. Die Welt ist seit Jahrzehnten digital. Damit gewinnt man keinen Blumentopf, die Wahlen sind eh schon gewonnen. Warum tut man also so, als sei gerade die EDV erfunden worden? Es ist 2018.

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