Start Aktuelles Museum Waschhaus Weegerhof präsentiert die Ausstellung Print’z 3

Museum Waschhaus Weegerhof präsentiert die Ausstellung Print’z 3

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SBV-Vorstandsmitglied Manfred Krause freut sich auf die kommende Ausstellung. Die Künstlerinnen Tati Strombach-Becher, Teresa Wojciechowska und Ulla Riedel (v. li.) zeigen Werke der Druckgrafik. (Foto: © Martina Hörle)
SBV-Vorstandsmitglied Manfred Krause freut sich auf die kommende Ausstellung. Die Künstlerinnen Tati Strombach-Becher, Teresa Wojciechowska und Ulla Riedel (v. li.) zeigen Werke der Druckgrafik. (Foto: © Martina Hörle)
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SOLINGEN (mh) – Am kommenden Samstag, 27. August 2022, lädt der Spar- und Bauverein Solingen eG herzlich ins Museum Waschhaus Weegerhof ein. Um 15 Uhr wird die neue Ausstellung Print’z 3 – Inspiration Druckgrafik eröffnet. Ulla Riedel, Tati Strombach-Becher und Teresa Wojciechowska, Wuppertaler Künstlerinnen der Projektgruppe für Druckgrafik, haben mit ihren Werken Bezug auf den speziellen Ort des Waschhauses genommen. Mittels druckgrafischer Rauminstallationen und Videos zeigen sie Arbeiten zu den Themenfeldern „was bleibt“, „ja nein“, „Ich und Ich“ und „schlaflos“.

Druckgrafiken im Waschhaus Weegerhof

Mit der Rauminstallation  ‚was bleibt…‘ gestaltet Ulla Riedel mit druckgrafischen Arbeiten in der Technik des Schablonendrucks auf Stoffbannern den Mangelraum des Museums Waschhaus Weegerhof. Der Titel der Reihe bezieht sich auf die Auflösung und den Prozess der Vergänglichkeit aller Dinge. Ein verschlissenes Seidenunterhemd, ein sehr persönliches Objekt, bildet die Basisform für die druckgrafische Reihung. „Eigentlich hatte ich das Hemd schon längst wegwerfen wollen“, so Ulla Riedel. Doch aus irgendeinem Grund konnte sie es doch nicht. „Ich dachte mir, das hat sicher etwas zu bedeuten.“ Mit der Bildreihung wird die Zartheit, Transparenz und Zerbrechlichkeit eines Objekts, inspiriert vom Motiv des Hemdes, in freier, variabler Form dargestellt. Ein Umordnungsspiel und eine Formenevolution.

Dieses verschlissene Seidenhemd inspirierte Ulla Riedel zu ihrer druckgrafischen Reihung. (Foto: © Martina Hörle)
Dieses verschlissene Seidenhemd inspirierte Ulla Riedel zu ihrer druckgrafischen Reihung. (Foto: © Martina Hörle)

Die lithografischen Arbeiten von Tati Strombach-Becher zeigen das Alltägliche, das immer Wiederkehrende des Reinigungsrituals, das an diesem speziellen Ort – dem Waschhaus – über einen langen Zeitraum in einem streng geregelten Ablauf stattgefunden hat. Das Motiv der Hände, die das Säubern, das Wasserschöpfen ausführen, steht für das Ritual selber. Die reinigende Kraft des Wassers wird zu diesem Ritual genutzt und hat dabei zentrale Bedeutung. Der fortlaufende Abdruck des Motivs greift das Fließen des Wassers auf und steht für seinen immerwährenden, steten Fluss. „Mich hat dieser ritualisierte Aspekt interessiert“, sagt Tati Strombach-Becher. „Auch in der Religion kommt er immer wieder vor.“ Die Arbeit ‚ja nein‘ zeigt die Ambivalenz, die unser Leben durchzieht, und beschreibt das Bestreben, das schwankende Gleichgewicht zwischen den Extremen zu halten. Die Spiegelung des Selbst im Wasser nimmt Bezug zu dieser Selbstreflexion.

Alltägliches, immer wiederkehrendes Reinigungsritual

Teresa Wojciechowska ist begeistert. „Diese Trockenschränke haben mich sofort angesprochen.“ Als Künstlerin beschäftigt sie das geheimnisvolle, innere Leben der Frau: ihre Träume, Ängste, Sehnsüchte – alles, was sie am Rande des alltäglichen, vollgefüllten Lebens noch erlebt. Sie versucht, diese Aspekte des Frauenlebens mit verschiedenen künstlerischen Formen auszudrücken. Dabei ist es ihr wichtig, den poetischen Charakter dieses inneren Lebens zu betonen.

Diese Trockenschränke hatten Teresa Wojciechowska sofort begeistert. Ihre Installation heißt „Die Hemden meines Mannes“. (Foto: © Martina Hörle)
Diese Trockenschränke hatten Teresa Wojciechowska sofort begeistert. Ihre Installation heißt „Die Hemden meines Mannes“. (Foto: © Martina Hörle)

Im Museum Waschhaus werden Grafiken aus dem Zyklus „Ich und Ich“ präsentiert. Sie zeigen die Frauen allein und in Gruppen, silhouettenartig, manchmal nur als Schattenfiguren. Sie leiden unter Einsamkeit, Mangel an Kommunikation und Isolation, besonders in solchen Ausnahmezeiten wie der Pandemie. Die Grafiken sind als Metalldruck auf Papier und Stoff entstanden. In den Trockenschränken wird eine Installation mit einer kleinen Prise Humor gezeigt: „Die Hemden meines Mannes“, gedruckte Spuren von Küssen – vergrößerte Mund-Formen in Technik des Linolschnitt-Stempels. Das  Video „Schlaflos“  zeigt eine Frau, die sich im Schlaf nicht von ihren traumatischen und gleichzeitig poetischen Alpträumen befreien kann. Selbst im Schlaf bemüht sie sich, perfekt zu sein. Sie träumt, sie sei zusammen mit der Wäsche in einer Trommel.

Mit Händen als Motiv hat Tati Strombach-Becher den immerwährenden steten Fluss des Wassers und dessen reinigende Kraft dargestellt. (Foto: © Martina Hörle)
Mit Händen als Motiv hat Tati Strombach-Becher den immerwährenden steten Fluss des Wassers und dessen reinigende Kraft dargestellt. (Foto: © Martina Hörle)

Vorstandsmitglied Manfred Krause wird die Begrüßung der Gäste und Künstlerinnen vornehmen. „Wir haben hier im Waschhaus das ganze Jahr über kleinere Veranstaltungen“, erklärt er. „In diesem Jahr heißt es 125 Jahre SBV. Da wollen wir natürlich etwas bieten und die Tradition beleben. Schön, dass sich die Künstlerinnen durch die alten industriellen Fertigungsprozesse haben inspirieren lassen.“ Dagmar Thiemler vom LVR-Industriemuseum wird die Künstlerinnen interviewen. Zur Eröffnung gibt es von Annette Schulze Lohhoff und Hannelore Nierhoff eine Darbietung der Performance „Wäschefalten“.

Mitmachaktion bei der Finissage

Die Mitmachaktion „Offene Druckwerkstatt“ und eine Führung durch das Waschhaus Weegerhof um 15 Uhr schließen die Ausstellung am 11.09.2022 ab.

Öffnungszeiten Waschhaus
Samstag, 27.08.2022, 15 – 18 Uhr
Sonntag, 04.09.2022, 11 – 13 Uhr
Sonntag, 11.09.2022, 14 – 17 Uhr

Ort der Veranstaltung:
Museum Waschhaus Weegerhof, Hermann-Meyer-Straße 28a, 42657 Solingen

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