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Reichspogromnacht: Gedenken am 9. November

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Wollen die Erinnerung wachhalten und laden am 9. November zur Gedenkveranstaltung ein: v.li. Max Gunkel vom Jugendstadtrat, Anne Wehkamp, Leiterin des Stadtdienstes Integration, Schuldezernentin Dagmar Becker, Finn Grimsehl-Schmitz vom Jugendstadtrat, Michael Roden vom Stadtdienst Integration und Norbert Schmelzer vom Bündnis für Toleranz und Zivilcourage. (Foto: © B. Glumm)
Wollen die Erinnerung wachhalten und laden am 9. November zur Gedenkveranstaltung ein: v.li. Max Gunkel vom Jugendstadtrat, Anne Wehkamp, Leiterin des Stadtdienstes Integration, Schuldezernentin Dagmar Becker, Finn Grimsehl-Schmitz vom Jugendstadtrat, Michael Roden vom Stadtdienst Integration und Norbert Schmelzer vom Bündnis für Toleranz und Zivilcourage. (Foto: © B. Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – Kommende Woche Donnerstag wird der Opfer der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 gedacht. Beginnend mit einer Gedenkveranstaltung am Ort der ehemaligen Synagoge an der Malteserstraße, werden Jugendliche in diesem Jahr einen Umzug zum Theater organisieren. Dabei werden sie auch erstmals vor dem Rathaus einen Stopp einlegen, um dort im Rahmen eines Flashmobs an die Vergangenheit zu erinnern. Veranstaltet wird dieser von der Initiative fYOUture der Jugendförderung gemeinsam mit Studentinnen und Studenten der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf.

Die Erinnerung wachhalten

„Uns ist es darum gelegen, die Menschen zu erreichen. Aktuelle Entwicklungen zeigen doch, wie wichtig das ist“, erklärt Solingens Schuldezernentin Dagmar Becker. Maßgeblich sei es, vor allem junge Menschen für die damaligen Geschehnisse zu sensibilisieren, die zum letzlich Holocaust geführt haben. „Es gibt eine Studie die besagt, dass vier von zehn Schülern mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen können“, bedauert Michael Roden vom Stadtdienst Integration.

Der Jugendstadtrat Solingen will hier aufklären helfen und Schülerinnen und Schüler an die Thematik heranführen. „Wir wollen am 9. November auch ein Signal an alle die senden, die nicht mit dabei sein werden“, erklärt Max Gunkel vom Jugendstadtrat. Wie in den Vorjahren rechnen die Organisatoren der Gedenkveranstaltung um das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage mit mehreren hundert Teilnehmern.

Ansprachen an der ehemaligen Synagoge

An der ehemaligen Synagoge, wo heute der Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg steht, werden Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Bodo Laux  vom Arbeitskreis Christlicher Kirchen, Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde, und Niklas Nink, Vorsitzender des Jugendstadtrats, sprechen. Rabbi Dr. David Vinitz von der Jüdischen Gemeinde lädt zum gemeinsamen Gebet ein.

Zahlreiche Menschen versammelten sich jetzt vor dem alten Hochbunker an der Malteser Straße, wo einst die Solinger Syangoge stand. Sie gedachten der Opfer von Holocaust und Naziverbrechen. (Foto: B. Glumm)
Im vergangenen Jahr versammelten sich zahlreiche Menschen vor dem alten Hochbunker an der Malteser Straße, wo einst die Solinger Syangoge stand. Sie gedachten der Opfer von Holocaust und Naziverbrechen. (Archivfoto: © B. Glumm)

Im Theater und Konzerthaus gibt es anschließend zahlreiche Beiträge Jugendlicher zu den Themen Nationalsozialismus, Rechtsextremismus und Populismus. Die Moderation übernimmt die Projektgruppe „Pro Agenda/Contra Nazis“ des Jugendstadtrats. Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule berichten über eine Fahrt zur Gedenkstätte des Vernichtungslagers Auschwitz. Die Pro Agenda/Contra Nazis-Gruppe des Jugendstadtrates setzt sich mit veröffentlichter Hetze auseinander.

Broschüre „Menschlichkeit“ wird verteilt

Dabei wird auch die Broschüre „Menschlichkeit“ zum Gedenken im vergangenen Jahr vorgestellt und verteilt. Für die Veranstaltung am 9. November plant man eine neue Broschüre zu erstellen. „Für mich ist es eine Faszination, dass junge Leute das Erinnern fördern. Und junge Leute sind wichtig, es sind ja gerade sie, die positiv beeinflusst werden müssen“, freut sich Norbert Schmelzer vom Bündnis für Toleranz und Zivilcourage.

Reichspogromnacht

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden im gesamten Deutschen Reich während der so genannten „Reichskristallnacht“ von der Regierung ausgehende Gewaltmaßnahmen gegen jüdische Menschen und jüdische Einrichtungen vorgenommen. Rund 400 Menschen wurden dabei ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Synagogen wurden angezündet und zerstört, jüdische Friedhöfe geschändet und jüdische Geschäfte verwüstet. Zenhtausende Menschen wurden in Konzentrationslager verschleppt. Auch in Solingen wurde die Synagoge komplett zerstört. Der Solinger Journalist Max Leven wurde vor den Augen seiner Familie in seiner Wohnung von führenden Solinger Nationalsozialisten erschossen.

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