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Reisezentrum: Stadt kritisiert Servicekonzept der Bahn

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Der Solinger Hauptbahnhof ist Dreh- und Angelpunkt Tausender Reisender täglich. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Der Solinger Hauptbahnhof ist Dreh- und Angelpunkt Tausender Reisender täglich. (Archivfoto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (red) – Das Reisenezentrum im Solinger Hauptbahnhof steht aktuell auf der Agenda der Stadt Solingen: „Die derzeitige Servicesituation ist für alle Kunden und die Solinger Bevölkerung nicht befriedigend. Die Wartezeiten sind länger geworden und zu meinem Erstaunen wurden die Öffnungszeiten am Wochenende ohne Information an die Stadt eingestellt“. Mit seiner Kritik an der aktuellen Situation im Servicecenter der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof wendet sich Stadtdirektor Hartmut Hoferichter an den Konzernbevollmächtigten des Unternehmens, Werner Lübberink. In seinem Schreiben bittet er um eine kurzfristige Terminvereinbarung, um im gemeinsamen Gespräch praktikable Lösungen zu erörtern.

Automaten kein adäquater Ersatz für Service

Zwar habe er Verständnis dafür, so Hoferichter, dass die Deutsche Bahn Kostendruck und Sparzwängen ausgesetzt sei, doch böten die vorhandenen Automaten keinen adäquaten Ersatz für die Servicedienstleistung. Die Situation habe bereits zu zahlreichen Beschwerden geführt und müsse verbessert werden. Zudem gäbe es auch interne Informationen über eine mögliche Schließung.

Bereits vor zwei Jahren hatte die Deutsche Bahn angekündigt, das Reisezentrum schließen zu wollen. Nachdem sich die Stadt, vor allem der städtische Seniorenbeirat und der Behindertenbeirat, für den Erhalt stark gemacht hatte, sicherte die Bahn zu, dass die Service- und Verkaufsstelle mit den gewohnten Öffnungszeiten erhalten bleibe. Die Überlegung, das Reisezentrum durch eine Dependance im Bücherladen des Hauptbahnhofs zu ersetzen, wurde 2015 verworfen.

Stadtwerke Solingen an Gesprächen beteiligen

Schon damals hatten die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Solingen (SWS) signalisiert, mit der Deutschen Bahn zu kooperieren, um den Service am Hauptbahnhof erhalten zu können. Vor diesem Hintergrund regt Hoferichter auch für das aktuelle Gespräch an, die Stadtwerke zu beteiligen.

„Eine Großstadt wie Solingen braucht einen Hauptbahnhof mit Reisezentrum und sinnvollem Service“, betont auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach: „Fahrkarten sowie Informationen zu Fahrplänen und Preisen gibt es nur hier barrierefrei. Davon profitieren alle Kunden, vor allem aber Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderung. Ich erwarte deshalb, dass die Deutsche Bahn zu Solingen steht und nachbessert.“

Volksbank Bergisches Land

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