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„Rund um die Biene“ – ein Projekt des Deutschen Alpenvereins Solingen

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Im Vereinsheim des Deutschen Alpenvereins Sektion Solingen fand am Samstag ein reges Treiben statt. Vereinsmitglied Stefan Sahler (vorne) formte mit den Kindern echte Bienenwachskerzen. (Foto: © Martina Hörle)
Im Vereinsheim des Deutschen Alpenvereins Sektion Solingen fand am Samstag ein reges Treiben statt. Vereinsmitglied Stefan Sahler (vorne) formte mit den Kindern echte Bienenwachskerzen. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – Quirlig wie in einem Bienenstock ging es am Samstag auf der Stübbener Straße 11 zu. Im Vereinshaus des Deutschen Alpenvereins (DAV) Sektion Solingen drehte sich alles um das Thema „Biene“. Silke Hampel von der Familiengruppe hatte gemeinsam mit Heike Ritterskamp von der Naturerlebnisgruppe zum ersten Teil des Projektes „Alles Biene“ eingeladen.

Zwölf Kinder waren der Einladung gefolgt und mit einem oder auch beiden Elternteilen gekommen. Während die einen in der Küche eifrig Mehl aus Dinkelkörnern mahlten und mit Honig und anderen leckeren Zutaten verrührten, Teig kneteten und Plätzchen ausstachen, drehten nebenan eifrige Kerzenmacher aus den Mittelwänden von Bienenstöcken zauberhafte Bienenwachskerzen, die später mit ausgestochenen Applikationen verziert wurden. Geschmolzene Pellets verwandelten sich in Teelichter. Jeder bekam dabei seine spezielle Aufgabe, auch die Erwachsenen. Die einen halfen beim Ausrollen des Teigs, die anderen beim Erhitzen der Wachsteile. Wieder andere übernahmen die Aufsicht am Backofen, damit die Plätzchen schön goldgelb wieder herauskamen.

Projekt Biene fand großen Anklang

Auch Mitglieder der Sektion Wuppertal-Barmen waren gemeinsam mit Bekannten gekommen. Der achtjährige Felix rollte eine angewärmte Mittelwand zu einer Bienenwachskerze und dekorierte das gelungene Stück mit gleichfalls aus Wachs angefertigten Verzierungen. „Das Rollen von den Platten hat viel Spaß gemacht. Es war nicht ganz leicht“, erzählte er stolz. Seine Mutter war von den Aktionen zum Thema Bienen begeistert.

„Viele unserer Projekte sind gruppenübergreifend“, erläuterte Heike Ritterskamp, Die gebürtige Ohligserin ist seit Beginn dieses Jahres als Beisitzerin im Vorstand des Vereins und vorwiegend für Naturprojekte zuständig. Die Gruppe bietet ein vielfältiges Programm, immer auf die Jahreszeit abgestimmt. In gemeinsamen Aktionen wollen die Mitglieder das Bewusstsein für den Natur- und Umweltschutz fördern und zeigen, wie wunderbar die Natur sein kann, wenn man sie mit offenen Augen betrachtet. In regelmäßigen Treffen werden Projekte erarbeitet und Aktionen vorbereitet. Die Veranstaltung „Alles Biene“ ist der erste Teil eines Projektes, in dem sich alles um die Biene dreht.

Für jeden gab es etwas zu tun. Heike Ritterskamp (links) rollte gemeinsam mit den Kindern den Teig aus. Dann wurden mit Backformen Plätzchen ausgestochen. (Foto: © Martina Hörle)
Für jeden gab es etwas zu tun. Heike Ritterskamp (links) rollte gemeinsam mit den Kindern den Teig aus. Dann wurden mit Backformen Plätzchen ausgestochen. (Foto: © Martina Hörle)

Dazu meinte Silke Hampel, Leiterin der Familiengruppe: „Auslöser für die Idee zu diesem Projekt war mein siebenjähriger Sohn, der sich im Garten über Wespen ärgerte und auf die „blöden Bienen“ schimpfte. Ihm fehlte einfach die Information über den Unterschied sowie den Nutzen der Bienen.“ So wie ihm geht es vielen, nicht nur Kindern. „Alles Biene“ – ein lehrreiches und sinnvolles Projekt für den Naturschutz und ein wunderbares Beispiel, wie sich die Familien- und die Naturerlebnisgruppe des Vereins ergänzen.

Im kommenden Jahr steht als zweiter Teil eine Obstwiesenwanderung auf dem Plan. Der Weg wird über den etwa sechs Kilometer langen Obstweg gehen, ein vom Naturpark Bergisches Land gewarteter Weg in Leichlingen. Angedachter Termin ist April/Mai, also die Hauptblütezeit der Äpfel. Die dritte Veranstaltung beinhaltet den Besuch bei einem Solinger Imker. Hier werden die Teilnehmer viel Wissenswertes über Bienenstöcke und –haltung erfahren. Vereinsmitglied Stefan Sahler hatte seinerzeit gemeinsam mit seinem Bruder die Bienenstöcke von seinem Vater geerbt. Er war von dem Projekt sofort begeistert und erklärte sich gerne bereit, mitzumachen. „Der Großvater hatte Bienen, der Vater ebenfalls. Sie gehören einfach zu unserer Familie. Beim Tod unseres Vaters war es für meinen Bruder und mich völlig klar, dass wir die Familientradition fortführen.“

Imkerei als Familientradition

Bienen seien sehr arbeitsam, rege und fleißig, wusste der Fachmann zu berichten. Sie helfen ihm, abzuschalten. „Bienen strahlen Ruhe aus, obwohl sie immer in Aktion sind“, betonte er. „Also muss man selbst auch mit Ruhe an diese Arbeit gehen. Nervosität und Stress überträgt sich auf die Tiere.“ Drei Bienenstöcke sind zu betreuen. Sahler findet, dass es sich bei dieser Tätigkeit um eine wirklich erfüllende Arbeit handelt. „Die Bienen sind ein überaus wichtiger Teil der Natur. Das macht meine Aufgabe so sinnvoll. Wenn die Natur begreifbar bleibt, kann man sie auch nutzen.“ Naturschutz und Naturnutz sind eine perfekte Kombination.

„In unserer Familiengruppe machen wir alles, was Spaß macht, die kindliche Neugierde und Unternehmungslust fördert, den Spiel- und Bewegungstrieb anregt“, schilderte Silke Hampel begeistert. Sie ist mit Leib- und Seele Vereinsmitglied. „Natürlich ist es viel Arbeit“, gab sie zu, „aber in unserer Gruppe können wir zusammen mit anderen Familien aktiv Freizeit gestalten und gemeinsame Unternehmungen planen und realisieren. Das macht so viel Freude, dass man eigentlich nicht mehr von Arbeit sprechen kann.“

Für die Plätzchen wurden Dinkelkörner frisch gemahlen und der Teig mit aromatischem Honig verfeinert. (Foto: © Martina Hörle)
Für die Plätzchen wurden Dinkelkörner frisch gemahlen und der Teig mit aromatischem Honig verfeinert. (Foto: © Martina Hörle)

Heike Ritterskamp sieht das ähnlich. Die gelernte Floristin bringt eine große Liebe zur Natur mit, aber auch zu den Bergen und dem Wandern. Hier im Verein findet sie alles zusammen. „Das gemeinsame Agieren mit der Familiengruppe ist perfekt“, bekräftigte sie. „Denn wenn man das Bewusstsein für die Natur und die Umwelt stärken will, fängt man doch am besten bei den Kleinsten an.“ Wahrscheinlich wird es noch eine vierte Aktion geben, nämlich den Bau eines Bienenhotels am Vereinsheim.

Bei Fragen zu Honigbienen, Wildbienen oder Hummeln wenden sich Interessierte am besten an den Imker-Verein in Solingen. Dieser kann Auskunft zu Krankheiten, Gesundheitsschutz oder auch den entsprechenden Bedingungen zum Honigverkauf geben. Bienenstöcke müssen übrigens angemeldet werden.

Anmeldung für Bienenstöcke Vorschrift

Der Deutsche Alpenverein Sektion Solingen ist mit rund 1.100 Mitgliedern einer der größten Vereine in Solingen und zugleich die weltweit größte Vereinigung von Alpinistinnen und Alpinisten. Anfang der 80er Jahre hatte Karl Otto Nouvertné die Sektion Solingen ins Leben gerufen. Die Seniorengruppe, die aktiv am Aufbau beteiligt war, trifft sich noch heute jeden Sonntag zum gemeinsamen Wandern. Der Verein bietet mittlerweile weit mehr als die klassischen Alpenvereinsaktivitäten wie Wandern, Bergsteigen oder Klettern.

Wer Interesse an der Arbeit des Vereins oder an einer der vielfältigen Gruppen hat, ist eingeladen, einfach mal unverbindlich zu einem der monatlichen Stammtischtreffen zu kommen. Ansprechpartner sind auf der Website zu finden.

Volksbank Bergisches Land

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