
SOLINGEN (sg) – Die Künstlerin Christiane Behr zeigt vom 1. bis 29. März ihre Werke unter dem Titel „Schein und Sein“ in der Galerie der Solinger Künstler in den Güterhallen.
Transparenz und Licht
Transparenz und Licht spielen in der Werksreihe „Schein und Sein“ der Künstlerin Christiane Behr eine entscheidende Rolle. Die Künstlerin aus Mönchengladbach arbeitet dabei mit Japanpapier und Wachs, aber auch mit Epoxidharz. Durch das Eintauchen in Wachs erhält das Papier eine gewisse Transparenz. Die offene Oberfläche des Papiers schließt sich, Licht und Material treten in ein neues Spannungsverhältnis. Durch das Wachs, das sich während des Prozesses verdichtet und Strukturen bildet, erhält das Werk eine besondere Tiefe.
Zu Wachs als Material kam Christiane Behr nach dem Studium an der Kunstakademie Mastrecht. Sie arbeitete als Bildhauerin mit Textilien und verwendete Wachs als Fixativ. Als sie mehr und mehr bildhauerisch zu arbeiten begann, entdeckte sie Wachs als Material. Es entstanden dabei auch sehr schwere Objekte von über 100 Kilo Gewicht. „Ich verwende Industriewachs“, erzählte Christiane Behr während eines Pressegesprächs zu ihrer Ausstellung „Schein und Sein“. Industriewachs ist wesentlich hitzebeständiger als Kerzenwachs.

Christiane Behr verbindet Materialien
Das Material ist ein allgegenwärtiges Thema für die Künstlerin. „Ich habe begonnen, mit Füllmaterial zu arbeiten, mit Styropor und Kunststoff“, sagte sie. Dabei verwendet sie immer Abfälle. Denn auch Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Müllvermeidung sind für Christiane Behr Themen, die in ihre Arbeit einfließen. „Ich verbinde Materialien“, betonte sie, „und versuche so, das Material zu reduzieren.“
Die Ausstellung in der Galerie SK kam durch die Verbindung mit der Gemeinschaft Krefelder Künstler zustande. Die beiden Künstlervereinigungen pflegen einen Austausch. Letztes Jahr stellen Solinger Künstler in Krefeld aus. Da die Solinger Künstler in ihrer Galerie gerne auch Einzelausstellungen zeigen (wir berichteten), wurde Christiane Behr eingeladen, ihre Werke auszustellen.
Plastiken
Auch einige Plastiken zeigt Christiane Behr in ihrer Ausstellung. Diese, aus Epoxidharz und Betonresten unbekannter Baustellen erschaffenen Plastiken, basieren auf Zufallsfunden aus dem urbanen Raum. Fragmente öffentlicher Baustellen –Orte des Übergangs, der Veränderung und der Verdichtung – werden aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und in neue Zusammenhänge überführt. Intuitiv und abhängig vom jeweiligen Fundstück entwickeln sich Objekte, die zwischen Skulptur und Relikt stehen.
Durch die Plastiken lernte die Künstlerin auch Epoxidharz als Material kennen und experimentiert damit. „Ich habe angefangen, es ganz dünn zu gießen“, verriet sie. So entstanden Reliefs. „Es entsteht eine Vielschichtigkeit“, sagte Christiane Behr. Die Reliefs verändern sich, je nach dem, wie das Licht sie beleuchtet. Farblich arbeitet die Künstlerin gerne mit Neonfarben. „Sie spiegeln unsere Gesellschaft“, erklärte sie. „Sie sind laut und grell.“

Rund um die Ausstellung
Die Ausstellung „Schein und Sein“ von Christiane Behr wird am 1. März um 15 Uhr in der Galerie SK, Alexander-Coppel-Str. 44, in den Güterhallen/Südpark eröffnet. Geöffnet ist sie sonntags von 11 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr.
Am 29. März findet anlässlich der Finissage der Ausstellung ein Künstlergespräch statt. Um 14 Uhr wird sich Eva Caroline von Eyk vom Kunstmuseum Krefeld mit Christiane Behr über ihre Kunst und ihr Schaffen unterhalten.































