
SOLINGEN (red) – Für Musaab Nazzal al-Ali war es eine Rückkehr an einen Ort, der seine berufliche Laufbahn entscheidend geprägt hat. Der syrische Gesundheitsminister besuchte jetzt das Städtische Klinikum Solingen, wo er fünf Jahre lang in der Klinik für Neurochirurgie unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Ralf Buhl tätig war.
Zu Besuch beim ehemaligen Chef Dr. Buhl
Die Verbindung zu seinem früheren Ausbilder besteht bis heute. Entsprechend herzlich fiel der Besuch bei seinem ehemaligen Chef aus. „Das wird er immer bleiben“, sagt Musaab Nazzal al Ali über den Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Städtischen Klinikum Solingen. Priv.-Doz. Dr. Ralf Buhl erinnert sich ebenfalls gerne an die gemeinsame Zeit: „Er ist jeden Tag zuverlässig aus Dortmund angefahren und hat den weiten Weg für seine Ausbildung in der Neurochirurgie auf sich genommen.“
Nach dem Ende des Krieges kehrte der Facharzt für Neurochirurgie nach Syrien zurück. Seit März 2025 ist er parteiloser Gesundheitsminister seines Heimatlandes. Die Herausforderungen sind groß: Viele medizinische Einrichtungen und wichtige Infrastruktur wurden während des Krieges zerstört, zugleich fehlt es an qualifiziertem Personal. Mehr als 6,8 Millionen Syrerinnen und Syrer, darunter zahlreiche Fachkräfte, haben das Land verlassen.
Medizinische Versorgung in Syrien stärken
„Es sind erst wenige nach Syrien zurückgekehrt“, sagt al-Ali. Um die medizinische Versorgung im Land zu stärken, setzte der Minister auf pragmatische Lösungen. „Ich selbst unterschreibe die Genehmigung, dass Fachärztinnen und Fachärzte für drei Monate in Syrien arbeiten können. Das geht sehr schnell.“ Nach Angaben des Ministers wurden allein im vergangenen Jahr 10.800 Operationen von syrischen Ärzten durchgeführt, die im Ausland leben. Viele von ihnen nutzen ihre Urlaubszeit, um in ihrer Heimat medizinische Hilfe zu leisten, bevor sie wieder zu ihren Familien und Arbeitsplätzen in aller Welt zurückkehren.
Während seines Besuchs wurde auch über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Syrien und dem Städtischen Klinikum Solingen gesprochen. „Dazu sind wir sehr gern bereit“, sagte Prof. Dr. Martin Eversmeyer, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Solingen.
Kooperation mit dem Klinikum Solingen geplant
Wie eine solche Kooperation konkret aussehen könnte, soll in den kommenden Monaten beraten werden. Der syrische Gesundheitsminister sieht verschiedene Möglichkeiten. „Zum Beispiel ein Austauschprogramm angehender Fachärzte, die nach ihrer Ausbildung zurück nach Syrien kommen.“ Dort könnten sie ihr Wissen weitergeben und selbst neue Fachkräfte ausbilden.
„Das muss auf politischer Ebene in die Wege geleitet werden“, sagt Prof. Dr. Martin Eversmeyer und verspricht, entsprechende Kontakte herzustellen. Eine künftige Zusammenarbeit könnte damit sowohl den medizinischen Austausch fördern als auch den Wiederaufbau des syrischen Gesundheitswesens unterstützen.






























