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Solingerin des Monats Januar – Künstlerin Janine Werner

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Künstlerin Janine Werner ist mit unermüdlicher Aktivität in Kinder- und Jugendprojekten tätig. (Archivfoto: © Martina Hörle)
Künstlerin Janine Werner ist mit unermüdlicher Aktivität in Kinder- und Jugendprojekten tätig. (Archivfoto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – „Ich wollte in meinem Atelier immer schon mehr machen als nur malen“, sagt Janine Werner. AndersARTig sollte ein Ort für Konzerte, Literatur, Theater, Vernissagen und vor allem Kinderaktionen werden.

Die Künstlerin lebt und arbeitet seit einigen Jahren in ihrem Atelier in den Güterhallen. Damit ging ein großer Traum von ihr in Erfüllung. Neben ihrer eigenen Malerei engagiert sie sich in einer Vielzahl von Projekten mit Kindern und Jugendlichen, so beispielsweise beim Kulturrucksack oder „Kultur macht stark“, dem größten Programm für kulturelle Bildung in Europa. Mit diesem Programm fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Dem Programm liegt ein breites Kulturverständnis zugrunde, das alle Bereiche bis hin zur Medienbildung oder Bewegungs- und Alltagskultur umfasst.

Programme für kulturelle Bildung in Europa

Nach ihrem Grundstudium in Architektur wechselte Werner zur Oberflächen- und Designtechnik. „In dem Bereich bekommt man in viele Sachen einen Einblick, auch in alte Techniken.“ So erwarb sie umfassende Kenntnisse im Vergolden, ebenfalls in der Fresko-Malerei. Auch Beschichtungstechnologien von Kunststoffen und mineralischen Untergründen sowie Fahrzeuglackierung gehörten dazu.

Seit ihrer frühesten Kindheit lässt die Gestalterin das Malen nicht los. Bereits als Dreijährige nahm sie am Kindermalfest mit Jan Bommers teil. Daran erinnert sie sich gerne. „Das Thema war: Kinder malen ein Vogelscheuch.“ Mit 18 hatte sie ihre erste Ausstellung mit Bleistiftzeichnungen.

Die kleinen Künstler waren bei der Gestaltung ihrer Mikrokosmen ganz eifrig bei der Sache. Darüber vergaßen sie beinahe ihre Pausen. (Archivfoto: © Martina Hörle)
Die kleinen Künstler waren bei der Gestaltung ihrer Mikrokosmen ganz eifrig bei der Sache. Darüber vergaßen sie beinahe ihre Pausen. (Archivfoto: © Martina Hörle)

Während des Studiums, das mit einem pädagogischen Teil verbunden war, arbeitete Werner an einer Berufsschule, wo sie ihre pädagogischen Kenntnisse erweitern und vertiefen konnte. „Das Unterrichten hat mir sehr viel Spaß gemacht“, schwärmt die Künstlerin. Diese Kenntnisse kommen ihr bei ihrer Tätigkeit in der Kinder- und Jugendarbeit sehr zugute. „Gerade in diesen Altersgruppen findet unglaublich viel in der digitalen Welt statt“, erklärt die Kreativfrau. „Mir ist es wichtig, dass unterschiedliche Tätigkeiten miteinander gekoppelt und die Inspiration in hohen Maß angesprochen wird.“

Ihr erstes eigenes Kulturrucksack-Projekt stellte eine Kombination von Literatur und Malerei dar. Während ihre Mitstreiterin mit den Kindern zusammen überlegte, wie man eine Geschichte spannend aufbaut, und im Anschluss daran auch Texte geschrieben wurden, übernahm Janine Werner den künstlerischen Teil und malte mit der Gruppe riesige Bilder. Hier ging es um das Einsetzen verschiedener Techniken und das Ausprobieren von Farben.

Kombination unterschiedlicher Tätigkeiten

„Ich arbeite besonders gern mit Schulen zusammen, die auf geistig Behinderte oder Verhaltensauffällige ausgelegt sind“, betont die engagierte Powerfrau, die immer schon einen besonderen Draht zu Kindern hatte. „Gerade hier findet man einen unglaublichen Ideenreichtum, auch in der handwerklichen Umsetzung. Die Teilnehmer arbeiten sehr konzentriert und sind in ihre Tätigkeit völlig vertieft. Durch diese Form der Bestätigung werden sie oft viel zugänglicher.“ Es ist ein Miteinander auf Augenhöhe. Ob Schüler aus Schuhkartons und Weinkisten fantasievolle Mikrokosmen entstehen lassen oder in eine geheimnisvolle Zauberwelt eintauchen – den kleinen Künstlern merkt man ihre Freude deutlich an. Meist sind sie so in ihre Arbeit vertieft, dass Janine Werner sie förmlich zur Pause drängen muss.

Wunderbare Arbeiten entstanden bei einem Projekt mit der Förderschule Langenfeld. (Archivfoto: © Martina Hörle)
Wunderbare Arbeiten entstanden bei einem Projekt mit der Förderschule Langenfeld. (Archivfoto: © Martina Hörle)

„Meine schönste künstlerische Aktion hatte ich im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Förderschule in Langenfeld“, strahlt sie. „Jeder Schüler konnte nach seinen ganz eigenen Fähigkeiten arbeiten. Dabei sind unglaublich tolle Ergebnisse zustande gekommen. Es war ein sehr herzliches Miteinander in der Gruppe.“ Werner ist ganz sicher: „Das war nicht das letzte gemeinsame Projekt.“ Die Schule an der Virneburg ist eine Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Hier können die Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kommunikationsmöglichkeiten entwickeln und stärken.

Kultur und Schule ist ein Programm, das mit künstlerisch-kulturellen Projekten die Kreativität der Kinder und Jugendlichen fördern und das schulische Lernen durch praktische Elemente ergänzen möchte. Die Langenfelder Schule beteiligt sich schon seit einigen Jahren an diesem Programm. Der Kontakt zwischen Schule und Malerin war durch die Wilhelm-Hartschen-Schule entstanden, in der Werner ebenfalls schon Workshops durchgeführt hatte.

Gestaltung des Interju Jugendcafés

 Jetzt freut sie sich auf den nächsten Workshop. Gemeinsam mit der Interkulturellen Jugendbegegnungsstätte (Interju) wird das Jugendcafé in Ohligs neu gestaltet. Demnächst zieren dort Pop Stars, Superhelden aus Star Wars, Schauspieler und Figuren von Tim Burton die Wände. Darauf freut sich die Künstlerin besonders.

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