Start Aktuelles Solingerin des Monats März – Dekorateurin Andrea Leonhard

Solingerin des Monats März – Dekorateurin Andrea Leonhard

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Im September 2017 hat Andrea Leonhard ihre Nähschule an der Weyerstraße eröffnet. Hier weiht sie alle Nähinteressierten in die Geheimnisse der Nähkunst ein. (Foto: © Martina Hörle)
Im September 2017 hat Andrea Leonhard ihre Nähschule an der Weyerstraße eröffnet. Hier weiht sie alle Nähinteressierten in die Geheimnisse der Nähkunst ein. (Foto: © Martina Hörle)
Stadtwerke Solingen

SOLINGEN (mh) – Kissen, Taschen, Kleidungsstücke – oder soll es lieber ein Hipster Turnbeutel sein? In der Herzenslust-Nähschule wird aus Ihrer kreativen Idee ein ganz persönliches Stück.

Seit September 2017 gibt Andrea Leonhard an der Weyerstraße Kurse und Workshops für alle Nähinteressierten. Anfänger können sich hier in den Umgang mit der Nähmaschine einweihen lassen und ihre Nähmaschinen-Lizenz erwerben. In einem Basis-Workshop erfahren die zukünftigen Näherinnen, was sich hinter den Begriffen Nahtzugabe, Durchschlagen und Versäubern verbirgt. Was bedeutet Fadenspannung? Welche Auswirkungen hat es, wenn ich sie ändere? Das Handnähen ist ebenso ein wichtiger Teil des Unterrichts.

Kreativität an der Nähmaschine

„Im Internet findet man zahlreiche Videotutorials und unzählige Schnittmuster“, so Leonhard. „Was aber fehlt, sind die absoluten Basics.“ Bevor die Nähmaschine zum Einsatz kommt, muss man wissen, wie richtig eingefädelt wird. Wie schneide ich den Stoff zu? Das Bügeln wird meist völlig außer Acht gelassen. „Dabei ist das ein ganz wichtiger Punkt beim Nähen“, erläutert die gelernte Schauwerbegestalterin. „Jede Naht muss vernünftig ausgebügelt werden, damit man ein schönes Ergebnis bekommt.“

In diesem behaglichen Nähzimmer können die Kursteilnehmerinnen ihre kreativen Ideen umsetzen und etwas ganz Besonderes schaffen. Ob es ein Shirt, ein Kleid oder eine Tasche sein soll – Andrea Leonhard steht mit Ratschlägen und Tipps zur Seite. (Foto: © Martina Hörle)
In diesem behaglichen Nähzimmer können die Kursteilnehmerinnen ihre kreativen Ideen umsetzen und etwas ganz Besonderes schaffen. Ob es ein Shirt, ein Kleid oder eine Tasche sein soll – Andrea Leonhard steht mit Ratschlägen und Tipps zur Seite. (Foto: © Martina Hörle)

Nähen ist ihre Leidenschaft, sagt die 50-Jährige von sich selbst. Schon früher hatte sie gerne gezeichnet und genäht. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit im Büro war sie lange Zeit in einem Kölner Stoffgeschäft tätig. „Beim Umgang mit dieser Vielzahl von Stoffen wurde das Interesse an den unterschiedlichen Verarbeitungsmöglichkeiten immer größer.“ Mit diesem Thema befasst sich Leonhard aus schneiderhandwerklicher Sicht nun schon seit Jahren. „Kundinnen berichteten oft, es sei so schwierig, einen guten Nähkurs zu finden. Die meisten seien so voll, dass die Kursleiterinnen gar nicht ausreichend auf jeden eingehen könnten.“ Daraus entwickelte sich die Idee zu einer eigenen Nähschule.

Kleingruppen mit individueller Betreuung

Ursprünglich hatte Andrea Leonhard nach Atelierräumen gesucht, dann aber zufällig die Räumlichkeiten auf der Weyerstraße entdeckt. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, lacht die Inhaberin der Nähschule. Ein gemütliches Nähzimmer in Weiß und Violett wartet auf die eifrigen Näherinnen. Weiße Nähmaschinen vom Typ Brother Innov-is 10A stehen zur Verwirklichung eigener Ideen bereit. Komplettiert wird die kreative Stätte durch eine Overlock-Maschine, einen Zuschneidetisch und viel gutes Handwerkszeug. „In den Kursen kann jede Teilnehmerin ihr eigenes Projekt nähen“, beschreibt die Fachfrau ihre Vorgehensweise. „Bei maximal fünf Personen ist für individuelle Betreuung genug Zeit.“

Gerade hat ein Kurs mit vier Nähfreundinnen begonnen. Während die eine ein T-Shirt anfertigt, wagt sich die zweite schon an ein Kleid. Eine andere näht Schal und Mütze für ihr Kind. Die vierte Kursteilnehmerin hat eine Jacke mitgebracht, in die sie einen Reißverschluss nähen will. Auch solche Dinge kann man hier in der Nähschule lernen. Hosen kürzer oder enger machen, defekte Reißverschlüsse austauschen – Aufgaben, vor denen bestimmt viele schon gestanden haben.

Solche Turnbeutel sind derzeit der Renner. Die meisten nutzen sie allerdings nicht für den Sport, sondern als Alternative zum Rucksack. (Foto: © Martina Hörle)
Solche Turnbeutel sind derzeit der Renner. Die meisten nutzen sie allerdings nicht für den Sport, sondern als Alternative zum Rucksack. (Foto: © Martina Hörle)

„Mir liegt es sehr am Herzen, wirkliches Schneiderhandwerk zu vermitteln“, betont die Dekorateurin. „Früher war das Nähen daheim üblich. Dann ist anscheinend eine Generation komplett weggebrochen. Mittlerweile steigt die Nachfrage wieder stark an. Vor allem junge Mütter schneidern eine Menge für ihre Kleinen. Andere möchten sich selbst ein besonderes Stück gestalten.“ Obendrein ist es eine willkommene Gelegenheit zum Abschalten. „Ich komme nur hier zum Nähen. Zuhause ist das gar nicht möglich.“ Das hört Leonhard von vielen Kundinnen. Die Anstrengung beim Nähen versüßt sie ihren Besucherinnen mit Kaffee, Tee und Knabberzeug.

Das eigene Hochzeitskleid nähen

Derzeit benötigt eine der Kursteilnehmerinnen eine besondere Unterstützung. Sie möchte für ihre Tochter das Brautkleid selbst nähen. „Zuerst muss sich die Kundin für einen Schnitt entscheiden. Dann gebe ich ihr die entsprechenden Tipps und Ratschläge. Nicht jeder Stoff eignet sich für jeden Schnitt.“ Auch ihr eigenes Hochzeitskleid hat sich die kreative Näherin selbst angefertigt. „Das war eine tolle Geschichte, das Schwelgen in Stoffen und Schnitten“, erinnert sie sich und strahlt.

Was rät Andrea Leonhard denen, die das Nähen lernen möchten? „Vor der Nähmaschine muss man keine Hemmungen haben. Nur Mut und einfach probieren. Bislang hat noch jeder nähen gelernt.“ Sie wartet gespannt darauf, wann sich der erste männliche Teilnehmer anmelden wird. „Bei Bedarf gestalte ich gerne einen reinen Männernähkurs“, lächelt sie mit einem Augenzwinkern.

Männliche Nähkursinteressenten fehlen

In der Herzenslust-Nähschule nach Herzenslust nähen – ein schönes Handwerk, das beachtlich viel Kreativität zulässt. Und am Schluss hat man immer etwas Fertiges.

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