Start Aktuelles Solingerin des Monats September – „Kitsch“-Künstlerin Sabine Stosch

Solingerin des Monats September – „Kitsch“-Künstlerin Sabine Stosch

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Sabine Stosch liebt es bunt. Die Künstlerin gestaltet mit viel Nippes fröhliche Gebilde. Sie selbst nennt es Kitsch und steht dazu. Damit das Sammelsurium der vielen Kleinteile gut haften bleibt, hat sie ihren eigenen Spezialkleber entwickelt, (Foto: © Martina Hörle)
Sabine Stosch liebt es bunt. Die Künstlerin gestaltet mit viel Nippes fröhliche Gebilde. Sie selbst nennt es Kitsch und steht dazu. Damit das Sammelsurium der vielen Kleinteile gut haften bleibt, hat sie ihren eigenen Spezialkleber entwickelt, (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – Der eine nennt es Kitsch, der andere liebt die bunte Fröhlichkeit. „Die Verzierungen, die ich verwende – Blumen, Obst, Käfer, Herzen – sind heiter und vielseitig wie das Leben.“ Sabine Stosch verzaubert Spiegel, Lampen, Bilder mit vielen bunten Dekorationsartikeln zu fröhlichen Gebilden.

Aus Nippes wird bunte Fröhlichkeit

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Bis vor zwei Jahren war die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau in einem amerikanischen Unternehmen der Medizinbranche tätig. Dann beschloss sie, sich beruflich neu zu orientieren. „Das Kaufmännische war eigentlich nie so mein Ding.“ Der Vater hatte sie in diese Richtung gedrängt. Doch jetzt wollte sie sich endlich ihren eigenen Wunsch erfüllen. „In den Büroalltag möchte ich nie wieder zurück.“

Vor fünf Jahren hatte Stosch mit dem Malen begonnen. „Ich stand morgens in der Küche, als mir auffiel, dass ich für eine bestimmte Wand gut ein Bild brauchen könnte.“ Kurzerhand malte sie es selbst – einen großen grünen Frosch auf einem orangen Hügel. In seinen Händen hält er ein knallrotes Herz. Das Bild hängt noch heute am gleichen Platz.

Kunst in vielen Farben

Da ihr früherer Mann beruflich oft unterwegs gewesen war und sie ihn begleitet hatte, konnte sie unzählige Eindrücke aus Costa Rica, Guatemala und Ecuador aufnehmen. „Die Trachten haben mich fasziniert“, schildert die Gestalterin ihre Gedanken. „Jedes Dorf hat seine eigene Tracht. Alle sind farbenfroh. Ich glaube, da hat meine Vorliebe für das Bunte ihren Anfang genommen.“ Seitdem kreiert sie Kunst in vielen Farben.

Bei ihren Reisen durch Costa Rica, Guatemala und Ecuador haben besonders die farbenfrohen Trachten Eindruck auf Stosch gemacht. Dadurch ist die Liebe für das Bunte entstanden. (Foto: © Martina Hörle)
Bei ihren Reisen durch Costa Rica, Guatemala und Ecuador haben besonders die farbenfrohen Trachten Eindruck auf Stosch gemacht. Dadurch ist die Liebe für das Bunte entstanden. (Foto: © Martina Hörle)

Bei der Malerei bevorzugt sie Acryl auf Leinwand. Mittlerweile liegt ihr Hauptaugenmerk aber eindeutig auf der Collagentechnik. Lange hat sie experimentiert, bis sie ihre ganz spezielle Zusammensetzung für eine Paste gefunden hatte, mit der auch größere und schwerere Gegenstände an ihren Werken halten. So klebt sie Plastiktiere, Weihnachtskugeln, Schlüssel, Kunstblumen, Perlen und allerlei bunten Nippes. Stundenlang kann man davorstehen und entdeckt immer noch etwas Neues. Neben den Spiegeln verschönert sie auch andere Dinge. „Ich mag Altes“, erklärt die kreative Blondine begeistert. „Das hat so viel Geschichte.“ So beispielsweise eine alte Bildzeitung von 1950. Die Künstlerin hat sie auf eine Leinwand geklebt und mit ihrem „Kitsch“ plastisch gestaltet. Dadurch ergeben sich ganz besondere Kontraste.

Collagen aus Nippes und alten Zeitungen

Wichtig ist der Plastikerin vor allem eins. Sie möchte bezahlbare Kunst schaffen. „Ich bin sehr glücklich, wenn sich andere an meiner Kunst erfreuen“, lächelt sie fast ein bisschen verlegen. „In meinen Arbeiten steckt ja viel von meinem Inneren.“

Dann sinniert sie: „Ich bin in Solingen geboren, in der St.-Lukas-Klinik. Auch wenn ich hier nicht aufgewachsen bin, hatte ich immer durch meine Großeltern einen starken Bezug zu dieser Stadt. Und jetzt komme ich nach großer Rundreise wieder zurück. Ich glaube, das ist Schicksal.“ Back to the Roots nennt sie es und ist froh, dass sie in Solingen so viele Freunde gefunden hat und sich mit ihren Arbeiten etablieren konnte. „Ich habe das Gefühl, dass diese Stadt der richtige Platz für meine Kunst ist.“

Mit diesem Bild hat alles angefangen. Das erste Werk von Sabine Stosch war für einen freien Platz in der Küche bestimmt. Da hängt es noch heute. Mittlerweile liegt das Hauptaugenmerk auf der Collagentechnik. (Foto: © Martina Hörle)
Mit diesem Bild hat alles angefangen. Das erste Werk von Sabine Stosch war für einen freien Platz in der Küche bestimmt. Da hängt es noch heute. Mittlerweile liegt das Hauptaugenmerk auf der Collagentechnik. (Foto: © Martina Hörle)

Vorläufig hat Stosch ihr Atelier in den Clemens-Galerien. Gerade arbeitet sie an einem Bild mit bunt verzierten Buchstaben. Es ist die Bitte eines Kindes um Schutz. Damit möchte die Gestalterin auf dem Fest „Leben braucht Vielfalt“ Spenden sammeln. Das Werk soll zum Hinschauen auffordern. „Mit den gesammelten Spenden möchte ich die FABS unterstützen.“ FABS ist die Fachberatungsstelle bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Ein schönes und wichtiges Vorhaben, das Sabine Stosch mit Hilfe ihrer Kunst umsetzen möchte.

Solingen Messe 2018
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