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Leitlinien sollen Ärzten und Patienten Orientierung geben

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Professor Dr. Thomas Standl ist Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin am Klinikum und seit Januar 2018 medizinischer Geschäftsführer des Hauses. (Foto: © Bastian Glumm)
Professor Dr. Thomas Standl ist Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin am Klinikum und seit Januar 2018 medizinischer Geschäftsführer des Hauses. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (bgl) – Wenn am kommenden Samstag im Kunstmuseum das 13. Symposium der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin des Klinikums Solingen stattfindet, dann dreht sich alles um medizinische Leitlinien. Was zunächst einmal staubtrocken klingt, ist für die Ärzteschaft in Kliniken und Praxen ein unverzichtbarer Teil ihrer Arbeit. „Es gibt 769 Leitlinien für alle medizinischen Fächer“, berichtet Professor Dr. Thomas Standl, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin am Klinikum.

In den Leitlinien ist auf Grundlage evidenzbasierter Medizin festgelegt, wie die Mediziner zu therapeutischen und diagnostischen Entscheidungen kommen. „Die Medizin explodiert vom Wissen her“, macht Standl deutlich. Deshalb sei es umso wichtiger, dass die behandelnden Ärzte Orientierung dank jener Leitlinien haben, die ständig aktualisiert werden.

769 Leitlinien für alle medizinischen Fächer

Zuständig dafür ist die Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaft in der Medizin und Forschung (AWMF). „Wenn ein Patient das Gefühl hat, die Behandlung war nicht optimal, dann kann er sich an die Gutachterkommission der AWMF melden“, erklärt Professor Dr. Thomas Standl, der selbst Mitglied der Kommission ist. Beklagen also Patienten ihre ärztliche Therapie, dann nimmt die Kommission ihre Arbeit auf und prüft anhand der Leitlinien, ob die behandelnden Ärzte sich an eben jenen orientiert haben.

Sollte das nicht der Fall sein, so können durchaus Schadensersatzklagen der Patienten im Raume stehen. „Die Gutachterkommission ist im Grunde dafür da, die Gerichte zu entlasten. Sie sorgt auch dafür, dass man sich in der Mitte treffen kann“, so Standl weiter. Reicht ein Patient eine Klage bei der Gutachterkommission ein, so muss er ein gutes Vierteljahr geduldig sein, bis diese zu einem Ergebnis kommt.

In der Gutachterkommission sitzen Mediziner und Juristen

„Viele Eingaben sind völlig unberechtigt“, betont Professor Dr. Thomas Standl. Manche Patienten hätten aber durchaus Grund zur Klage. Klassisches Beispiel: Ein Patient bekommt ein künstliches Hüftgelenk. Nach der Operation und der Reha kann er aber dennoch nicht richtig laufen und hat nach wie vor Probleme. Damit könnte er sich an die Kommission wenden. „Man kann den Erfolg einer Operation nicht einklagen“, macht Thomas Standl deutlich, aber „es geht darum, dass der Patient sein Problem schildern kann“.

In der Kommission sitzen neben Medizinern auch Juristen. Im Klinikum sind die Leitlinien im Intranet hinterlegt, so dass die Ärzte schnell und unkompliziert Infos einholen können. Jede Leitlinie ist sonst 200 bis 300 Papierseiten dick. Rund 80 Mediziner – sowie pflegendes Personal und auch Vertreter aus Rettungsdienst und Feuerwehr – erwarten die Veranstalter auf dem Symposium am kommenden Samstag in Gräfrath.

13. Symposium der Klinik für Anästhesie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin des Klinikums Solingen zum Thema „Leitlinien – Wie helfen sie uns in der täglichen Praxis?“, Kunstmuseum Solingen, Samstag, 16. September.

Volksbank Bergisches Land

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