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Stadtbibliothek Solingen: „Learn & Work“ – digitale Wirklichkeit zum Erleben und Anfassen

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Mitarbeiterin Sandra Perinelli stellt den neuen sonic chair vor. Der Akustiksessel bietet ein beeindruckendes Klangerlebnis. (Foto: © Martina Hörle)
Mitarbeiterin Sandra Perinelli stellt den neuen sonic chair vor. Der Akustiksessel bietet ein beeindruckendes Klangerlebnis. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – Gefördert wurde dieses neue Projekt mit rund 100.000 € vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Dadurch konnte die Stadtbibliothek in digitales Equipment und Mobiliar investieren. Entstanden sind neue Räume im Raum. Außer dem bereits bekannten licht/Raum findet man jetzt den frei/Raum, lern/Raum und lese/Raum. Jeder Bereich hat sein eigenes farbiges Logo. Darauf ist auch das Mobiliar abgestimmt. Große Touch-Tablets weisen auf bevorstehende Veranstaltungen hin.

Vier Räume im Raum

Vor allem der frei/Raum im Erdgeschoss, früher Internet-Café, bietet mit seinem offenen Gaming-Bereich für Jugendliche ab zwölf Jahren einen Ort zum Ausprobieren der virtuellen Welt. PS4, Xbox One und Virtual Reality Brillen warten auf ihren Einsatz. Man kann allein spielen oder sich in Gruppen beim Gaming messen.

Im Co-Working-Space laden zweckmäßige Arbeitsplätze zum Experimentieren und Verweilen ein. Jeder Platz verfügt über einen Anschluss für den eigenen oder einen in der Bibliothek ausleihbaren Laptop. Freies WLAN inbegriffen. Der Tablet-Butler bietet Platz für zehn iPads, die über RFID mit Hilfe der Bibliothekskarte entnommen werden können. Von den insgesamt 30 iPads sind jeweils 15 für Führungen und 15 zur freien Nutzung im Einsatz.

Sandra Perinelli (li.) und Jessica Mach sind von den Bee-Bots begeistert. Damit lernen schon Kindergartenkinder die ersten Schritte in die Programmierung – und Spaß macht es obendrein. (Foto: © Martina Hörle)
Sandra Perinelli (li.) und Jessica Mach sind von den Bee-Bots begeistert. Damit lernen schon Kindergartenkinder die ersten Schritte in die Programmierung – und Spaß macht es obendrein. (Foto: © Martina Hörle)

Ein absoluter Blickfang – der leuchtend rote ringförmige sonic chair. Er umhüllt den Hörer, der sich dadurch mitten in einem Klangzentrum befindet. Über eine Bluetooth-Schnittstelle kann man Smartphone, MP3-Player und Laptop anschließen und ein besonderes Musik- und Klangerlebnis genießen. Der 3D-Drucker mit Scanner stößt schon jetzt auf reges Interesse. Zum Preis von einem Euro pro Stunde können kleinere Objekte dreidimensional ausgedruckt werden. Wer mag, bringt ein eigenes Modell zum Einscannen mit.

„Wir möchten den Solingerinnen und Solingern aller Altersklassen etwas ermöglichen, was viele nicht zu Hause haben“, so Sandra Perinelli, zuständig für Eventplanung und Marketing. „Es ist der Auftakt zu einem neuen Weg, den wir gehen werden. Die Stadtbibliothek ist nicht nur auf Bildungs- und Kulturangebote beschränkt, sondern ebenfalls auf Spaß und Freizeitgestaltung“, betont Perinelli. „Geboten wird hier ein Raum zum Erleben, mit Technik zum Anfassen.“ Es gibt bereits eine Reihe von Zukunftsideen, die nach und nach realisiert werden sollen, wodurch die Verbindung von neuer Technik mit anderen Bereichen entsteht.

Klangzentrum im sonic chair

Im lern/Raum (1. OG) bieten räumlich und akustisch abgeschirmte Häuschen (The Hut) ebenso wie Arbeitsnischen mit Raumteilerfunktion die Möglichkeit des ungestörten Lernens. Ein großes Infopoint-Tablet erlaubt Recherchemöglichkeiten in verschiedenen Apps sowie Zugriff auf die Online-Ausleihe. Der neue Maker-Bereich dient der Digitalisierung von alten Fotos, Dias und Schallplatten. Die Möglichkeit soll es bald auch für VHS-Kassetten geben. Workshops zu diesem Thema sind angedacht.

In der Kinderbibliothek findet sich ein 32-Zoll großer Touchtable, auf dem zahlreiche Lernspiele zur Verfügung stehen. Großen Anklang finden die zwölf Bee-Bots, die seit kurzem im Einsatz sind. „Die Kinder sind begeistert“, sagt Mitarbeiterin Jessica Mach und demonstriert die Funktionsweise. Die übergroßen Bienen bieten schon für Kindergartenkinder die ersten Schritte in die Programmierung. Roboter LEGO Mindstorms EV3. Makey Makey und Raspberry Pi sind ebenfalls dazu bestimmt, erste Kenntnisse in der Programmierung zu ermöglichen, auch die App „ScratchJr“, die auf den iPads installiert ist. Hier werden Kinder durch den Einsatz von modularen Bausteinen an die Thematik herangeführt. Sie bewegen Figuren, lassen sie hüpfen und sprechen. „Viel Spaß, gepaart mit einem großen Lerneffekt“, schildert Jessica Mach ihre Erfahrungen dazu.

Großen Anklang findet der 3D-Drucker mit Scanner. Er ermöglicht das Ausdrucken kleiner dreidimensionaler Objekte. (Foto: © Martina Hörle)
Großen Anklang findet der 3D-Drucker mit Scanner. Er ermöglicht das Ausdrucken kleiner dreidimensionaler Objekte. (Foto: © Martina Hörle)

Am 15. März soll von 16 bis 21 Uhr im Rahmen einer Kick-Off-Veranstaltung das neue Projekt vorgestellt werden. Neben dem Empfang mit Sekt und O-Saft ist ein buntes Programm aus einer QR-Code-Rallye, Rundführungen und einem Papierschmuck-Workshop geplant. Für musikalische Untermalung sorgen „The Topo Brothers“ mit Funky Disco und Vocal House.

Um 17 Uhr hält Kultur- und Technikexperte Holger Volland einen Impulsvortrag zum Thema: „Warum künstliche Intelligenzen bestimmen, was wir morgen fühlen und denken.“ Ein Thema, was Faszination und Besorgnis zugleich hervorruft. Der Gründer des digitalen Kulturfestivals „THE ARTS“ und Vice-President der Frankfurter Buchmesse ist ein gefragter Sprecher und Moderator zu Themen rund um digitalen Wandel und Kultur. An diesem Nachmittag hält er keinen reinen Vortrag, sondern sucht die Interaktion mit dem Publikum.

Impulsvortrag von Holger Volland

„Wir haben für die Veranstaltung bewusst denselben Tag gewählt, an dem die bundesweite Nacht der Bibliotheken stattfindet“, erklärt Perinelli. „Das Motto „Mach es!“ passt hervorragend zu unserem neuen Projekt.“ Der Eintritt ist kostenlos. An diesem Abend ist die Ausleihe bis 21 Uhr geöffnet.

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