Start Aktuelles Tierisches aus dem Vogelpark: Die Frettchen

Tierisches aus dem Vogelpark: Die Frettchen

0
Seit ein paar Tagen wohnt im Vogelpark eine fünfköpfige Geschwister-Gruppe kleiner Frettchen. Die quirligen Racker haben den Kopf voller Unsinn und sind überaus neugierig. (© Martina Hörle)
Seit ein paar Tagen wohnt im Vogelpark eine fünfköpfige Geschwister-Gruppe kleiner Frettchen. Die quirligen Racker haben den Kopf voller Unsinn und sind überaus neugierig. (© Martina Hörle)

Anzeige


Anzeige

SOLINGEN (mh) – Frettchen sind nicht nur niedliche und flauschige Tiere, sondern auch äußerst interessant. Mit ihrem neugierigen Wesen und ihrer verspielten Natur erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit. Im Vogelpark wohnen sie schon seit vielen Jahren.

Anzeige

Fünf neue Frettchen im Vogelpark

Gerade am vergangenen Mittwoch ist eine fünfköpfige Geschwister-Gruppe in den Solinger Vogel- und Tierpark eingezogen. Das dort heimische ältere Männchen hatte vor etwa zwei Wochen sein Weibchen verloren und war daher sehr einsam. Die kleinen Rabauken mischen jetzt das Gehege ganz schön auf, haben aber trotz allem den nötigen Respekt vor dem immerhin schon acht Jahre alten Seniorchef. Dieser ist übrigens zwar ein weißfelliges Tier, aber kein Albino. Mit seinen dunklen Knopfaugen schaut er auf die kleine Rasselbande und denkt sich seinen Teil.

Auf jeden Fall hat er jetzt wieder Gesellschaft. Frettchen sind äußerst soziale Tiere und sollten niemals alleine gehalten werden. Sie brauchen den Kontakt zu Artgenossen, um glücklich und ausgeglichen zu sein. Daher empfiehlt es sich, mindestens zwei Frettchen zusammen zu halten. Die Tiere können eine starke Bindung zueinander aufbauen und sich gegenseitig beim Spielen und Kuscheln unterstützen.

Der Senior-Rüde ist mittlerweile schon acht Jahre. Er ist der Chef im Gehege. Obwohl er ein weißes Fell hat, ist er kein Albino. (© Martina Hörle)
Der Senior-Rüde ist mittlerweile schon acht Jahre. Er ist der Chef im Gehege. Obwohl er ein weißes Fell hat, ist er kein Albino. (© Martina Hörle)

Die fünf Neulinge kommen über die Institution „Kölsche Kobolde“ in den Tierparkt. Diese Gruppe engagiert sich seit 2013 in der Frettchen-Auffanghilfe. Sie päppeln die Tiere auf und vermitteln sie dann weiter. Das neue Domizil wird zuvor persönlich in Augenschein genommen.

Die Kleinen sind gerade mal siebzehn Wochen, aber durchaus an Menschen gewohnt. Da das Muttertier keine Milch geben konnte, wurden die kleinen Frettchen mit der Flasche aufgezogen. Übrigens suchen sich Frettchen immer nur eine menschliche Bezugsperson. Diese darf sie anfassen und streicheln. Alle anderen sind nur Dosenöffner.

Frettchen sind keine Einzeltiere

Trotzdem muss auch die Bezugsperson aufpassen. Frettchen beißen gerne in die Finger. Das ist aber keineswegs aggressives Verhalten, sondern eher eine Aufforderung zum gemeinsamen Spiel. Dieses Verhalten legen sie auch untereinander an den Tag. Das ist in Frettchenkreisen normal. Ursprünglich wurden sie für die Jagd auf Nagetiere eingesetzt, weshalb ihr Instinkt zum Jagen noch immer stark ausgeprägt ist.

Als Mini-Raubtiere fressen sie natürlich Fleisch, z. B. Rindfleisch, Küken, Mäuse. Obst und Gemüse werden auch nicht verachtet. Leckerchen sind heiß begehrt. Das können Katzen- und Hunde-Leckerlis sein. Das Trockenfutter kommt in kleine Kartons mit Heu, in Papiersäcke oder einfach in Katzenspielbälle, aus denen es die wuseligen Vierbeiner dann herausangeln müssen.

Vor den flinken Frettchen ist nichts sicher. Alles muss untersucht werden. Und wenn man anders nichts sehen kann, muss man eben hineinklettern. (© Martina Hörle)
Vor den flinken Frettchen ist nichts sicher. Alles muss untersucht werden. Und wenn man anders nichts sehen kann, muss man eben hineinklettern. (© Martina Hörle)

Sie sind an allem interessiert, wollen toben, spielen und nach Herzenslust neugierig sein. Sie finden immer etwas Neues, klettern, buddeln und stellen viel Unsinn an. Alles, was ihnen begegnet, muss untersucht werden. Und das ist eine ganze Menge. Nach so vielen Abenteuern braucht man einen Rückzugsort. Der sollte ein bisschen dunkel und gemütlich sein, mit einem weichen Untergrund aus Heu. Da liegen sie eng beieinander und kuscheln.

Die zwei Brüder und drei Schwestern zeigen eine wunderbare Vielfalt in ihren Fellfarben. Zwei von ihnen sind Albinos, mit weißem Fell und roten Augen, aber auch wunderschöne hell- bis dunkelbraun gezeichnete Tiere. Ursprünglich stammen Frettchen aus Europa und wurden bereits vor Jahrhunderten domestiziert. Sie gehören zur Familie der Marder und sind eng mit Dachsen und Ottern verwandt. Typisch sind die kurzen kräftigen Beine mit fünf Zehen und Krallen. Ihre Ohren sind klein und rund, die Schnauze leicht abgerundet. Der langgestreckte, schlanke Körper endet in einem buschigen Schwanz. Die dunklen Tiere haben eine lustige Gesichtsmaske in ihrem hellen Gesicht. Sie sehen ein wenig wie Panzerknacker aus.

Gesichtsmaske erinnert an Panzerknacker

Im Herbst bekommen die kleinen quecksilbrigen Renner eine wärmende Unterwolle. Daher können sie auch in der kalten Jahreszeit im Freien gehalten werden. Es braucht nur ein paar wärmere Ecken, die mit einer Extraschicht Heu gepolstert sind. Im Sommer tauschen sie ihr Plüschfell gegen ein leichtes Sommerfell.

Volksbank Bergisches Land
Anzeige
Vorheriger ArtikelSolingen: Umbaumaßnahmen im Bärenloch gehen weiter
Nächster ArtikelSolingen: Bei Next Level Pizza gibt es preisgekrönte Pizza
Martina Hörle, geprüfte Betriebswirtin, ist freiberuflich als Text-/Fotojournalistin und Autorin tätig. Sie organisiert kulturelle Veranstaltungen und hat im Herbst 2014 die Solinger Autorenrunde ins Leben gerufen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein