Start Aktuelles 48 h Kulturfestival – Riesenspektakel mit großem Talentwettbewerb

48 h Kulturfestival – Riesenspektakel mit großem Talentwettbewerb

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten, 50 Sekunden
0
TEILEN
Neben vielen Mitmachaktionen konnten die Besucher den Künstlern bei ihrer Live-Kunst über die Schulter schauen. Hier bearbeitet Bildhauer Manfred Fürth schwarzen Speckstein. (Foto: © Martina Hörle)
Neben vielen Mitmachaktionen konnten die Besucher den Künstlern bei ihrer Live-Kunst über die Schulter schauen. Hier bearbeitet Bildhauer Manfred Fürth schwarzen Speckstein. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – Beim 9. Kulturfestival gab es neben einem riesigen facettenreichen Programm aus Kunst und Musik, Malerei und Fotografie, Gesang und Gestaltung, auch eine Talentshow für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Organisiert wurde der Wettbewerb „Best Talents“ von Vanessa Chwalek, Leiterin der Tanzschule Xperience. Rund 50 city-art-Künstler öffneten an diesem Wochenende ihre 17 Ateliers für Kulturinteressierte. Eine Fülle von kreativen Kunst-Mitmachprojekten lockte unzählige Besucher in die Clemens-Galerien und auf den Mühlenplatz.

Erstmals mit großem Talentwettbewerb

Los ging es am Freitag ab 18 Uhr mit Live-Musik von Blufonk und später Red Hot Chili Peppers Tribut. Samstag und Sonntag wechselten zahlreiche Musiker und Bands im Stunden-Takt. In der Passage und auf der Bühne sorgten sie für eine super Stimmung. In allen Ateliers wurde gehämmert, gemalt, gebastelt und geklebt. Bei Peter Mück konnten sich Interessierte in Scratch-Art ausprobieren. „Mit einer Kratznadel werden Bilder auf CD-Hüllen gekratzt“, erklärte der Künstler. Dafür hatte er diverse Vorlagen mitgebracht. „Mangas sind sehr gefragt. Che Guevara ist ebenfalls noch aktuell.“ CD-Hüllen haben die meisten daheim, so dass sie damit weiter üben können. Mück selbst ließ sich bei seiner Live-Malerei gerne über die Schulter schauen.

Fia Biba beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Recycling. Im Rahmen ihres Kulturrucksack-Projektes für Zehn- bis Vierzehnjährige stellte sie gemeinsam mit den jungen Künstlern Kunstwerke aus Wegwerfmaterial her. Da warteten Kronkorken, Korken, Zeitungspapier und mehr auf eine kreative Verarbeitung. „Ich kann hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, meinte Biba dazu. „Die Kinder werden für das Thema Wiederverwendung sensibilisiert und können zur gleichen Zeit kreativ sein. Und Spaß macht es außerdem.“

Die Fotografen im Obergeschoss boten Portraitaufnahmen, Outdoor-Shooting und sogar Iris-Fotografie. Für Kinder und Jugendliche gab es einen Workshop mit Tipps zur Handyfotografie. (Foto: © Martina Hörle)
Die Fotografen im Obergeschoss boten Portraitaufnahmen, Outdoor-Shooting und sogar Iris-Fotografie. Für Kinder und Jugendliche gab es einen Workshop mit Tipps zur Handyfotografie. (Foto: © Martina Hörle)

Renate Tombrock erstellte mit ihren kleinen Besuchern Kunstwerke in Acryl-Fließtechnik. Die Farbe kommt mit einem Medium zusammen in einen Becher. Das Medium verhindert das Vermischen, so dass jede Farbe weitgehend erhalten bleibt. Durch das Stürzen des Bechers auf ein Trägermaterial entstehen ganz außergewöhnliche Bilder. Nach dem Trocknen werden sie mit einem speziellen Versiegelungslack überzogen.

Bei Heike Ponge wurden T-Shirts und Taschen mit Textilfarbe verschönert. Eine große Auswahl an Vorlagen lag zur Auswahl bereit und wurde mittels Textilstiften oder Textilfarbe und Pinsel auf den Stoff übertragen. Die Vorlagen waren durchaus gefragt, wenn auch einige junge Malerinnen lieber völlig frei gestalten wollten. Nach dem Trocknen muss der Stoff, um die Farbe zu fixieren, ca. drei Minuten gebügelt werden. Danach kann man ihn bedenkenlos waschen.

Irisfotografie fand großen Anklang

Auch bei den Fotografen im Obergeschoss war viel Aktion angesagt. „Im Mittelpunkt stehen ja in diesem Jahr Kinder und Jugendliche“, sagte Frank Reimann vom ROLANDS^ECK. „Deshalb bieten wir einen Workshop an. Fast alle haben mittlerweile ein Handy mit integrierter Kamera. Wir möchten von den Jugendlichen wissen, welche Motive sie gerne fotografieren und ob sie überhaupt die Möglichkeiten ihrer Kameras nutzen. Dann schicken wir sie mit drei Aufgaben auf eine kleine Fototour.“ Pro Aufgabe liefern die jugendlichen Fotografen ihr bestes Bild ab. Zu gewinnen gibt es Filmdosen vom Kino Lumen. Enthalten sind ein oder zwei Kino-Eintrittskarten sowie ein Verzehrgutschein. Die Fotos werden im Anschluss an das Wochenende ausgewertet und später auf der Homepage ROLANDS^ECK veröffentlicht.

Dirk Krings von Irrlicht-Fotografie hatte sich für Porträtaufnahmen entschieden. Model Marina Zech stellte sich gerne zur Verfügung, ebenso für die Outdoor-Aufnahmen von Dirk Adolphs.

Axel K. Schoeps setzte Augen in Bilder um. Ein Makroobjektiv mit einer speziell von Schoeps konstruierten Beleuchtung macht Aufnahmen von der Iris. Das Licht, was sich normalerweise in der Pupille spiegelt, wird hier verschluckt. Die Bilder konnten direkt vor Ort ausgedruckt werden. Wer mag, kann ein Bild seiner Iris auf Leinwand bestellen.

An allen drei Tagen lief auf der Bühne ein buntes Programm ab. Großen Anklang fand auch die Darbietung der Tanzschule Xperience. (Foto: © Martina Hörle)
An allen drei Tagen lief auf der Bühne ein buntes Programm ab. Großen Anklang fand auch die Darbietung der Tanzschule Xperience. (Foto: © Martina Hörle)

Im Temporary-Kunstkaufhaus stellten Stefan Seeger und Dirk Sander einen Querschnitt durch ihre Werke aus. Bei Stefan Seeger drehte sich natürlich alles um die Krone, die auf den Häuptern von Fröschen, Hunden und weiteren Tieren sitzt. Der Düsseldorfer Künstler Dirk Sander hat einen Kunst-Billardtisch installiert. Die Billardkugeln sind mit einem Farbkanal versehen, der mit Eitempera gefüllt wird. Bei einem normalen Billardspiel wird die Kugeln in eine Drehung versetzt und dadurch das Vakuum im Inneren aufgehoben. Die Farbe spritzt aus den Kugeln und erzeugt dadurch ein ganz eigenes Action-Painting auf Filz oder anderen Textilien. Vier Jahre hat Sander an der Technik der Kugeln gearbeitet.

Bei Ruthmann Surreal ging es zur Surrealmodenschau ins Surreallaleiland. Große und kleine Besucher konnten sich nach Herzenslust kostümieren und vor einer ganz besonderen Kulisse fotografieren lassen. Die Kulisse zeigt eine Häuserfront, um deren Ecke gerade ein Tier unbekannter Rasse biegt. Das Bild in Postkartengröße gab es gleich zum Mitnehmen.

Surrealmodenschau im Surreallaleiland

Thomas Siefer, der gemeinsam mit Klaus Dreikausen derzeit in der Galerie Ruthmann ausstellt, hatte zwölf Wundertüten aufgebaut. „Die Tüten enthalten verpackte Kunst“, erklärte Siefer. „Die Idee dahinter ist die Überraschung. Man darf die Kunst erst nach dem Kauf auspacken. Wer sich nicht überraschen lassen möchte, zahlt einen zusätzlichen Obolus und darf sich dann in einer Liste vorab informieren.“ Nicht wundern, kostet eben.

Die Ausstellung der beiden Künstler wird übrigens bis Ende August verlängert.

Wer sich nicht an den Aktionen beteiligen wollte, konnte Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter gucken. So wie dem Maler und Bildhauer Manfred Fürth. Der 1948 in Leverkusen geborene Autodidakt hat sich inspirieren lassen von van Gogh, Dali und Rodin. „In meinen Werken steckt auch immer ein Stück von mir selbst“, gab er zu. Für seine Arbeiten bevorzugt er den schwarzen Speckstein, ein sehr hartes Material. „Ich habe keinen Plan, bevor ich mit der Arbeit beginne“, betonte er. „Ich suche mir einen Punkt aus, an dem ich starte. Dann warte ich ab, was mir der Stein zeigt.“ So ist die Erschaffung der Skulptur ein total lebendiger Prozess. Nach dem Bearbeiten erzeugt das Polieren des Steins einen ganz besonderen schwarzen Glanz. In alle seine Objekte, sowohl Skulpturen als auch Ölgemälde, integriert Fürth Musikinstrumente. „Ich betrachte die Herstellung der Instrumente ebenfalls als Handwerkskunst. Es ist eine schwierige und intensive Arbeit.“

Teil der Erlöse für Tischlein Deck Dich

Alt-Oberbürgermeister Franz Haug war ebenfalls wieder unter den Besuchern. Er lobte die gelungene Veranstaltung und vor allem die unermüdliche Arbeit des Organisators Timm Kronenberg, der auch in diesem Jahr wieder sämtliche Register gezogen hatte. Mit seinem city-art-project inszeniert Kronenberg seit vielen Jahren Kunstaktivitäten und Events in Solingen. Auch in diesem Jahr waren mehr als 250 Künstlerinnen und Künstler vor Ort.

Von allen Aktionen bei diesem Kulturfestival geht wieder ein Teil der Erlöse an Tischlein-Deck-Dich.

Für das leibliche Wohl standen leckere Waffeln, Holländische Pommes und aromatische Cocktails bereit. Für die kleinen Besucher sorgte am Sonntag das Spielmobil auf dem Mühlenplatz für viel Spaß und beste Unterhaltung.

Volksbank Bergisches Land

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here