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Aktion gegen Antisemitismus: Solinger trugen am Montag Kippa

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Knapp 200 Menschen kamen am Montagnachmittag auf dem Rathausplatz zum
Knapp 200 Menschen kamen am Montagnachmittag auf dem Rathausplatz zum "Kippa-Tag" zusammen. (Foto: © Bastian Glumm)
Stadtwerke Solingen

SOLINGEN (bgl) – Es vergeht derzeit wieder kaum ein Tag, an dem Israel nicht durch die Medien geht. Meist sind es keine schönen Nachrichten. Auf der einen Seite verteidigt sich der kleine jüdische Staat gegen iranische Angriffe aus Syrien. Auf der anderen Seite kommt es zu blutigen Szenen an der Grenze zum Gazastreifen, als von der Terrororganisation Hamas aufgehetzte Randalierer den Durchbruch zu Israel versuchen. Grund: Die Verlegung der US-amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.

„Israel ist ständig bedroht von außen. Wir zeigen deshalb hier ganz bewusst mit dem Hissen der israelischen Fahne, dass wir hinter Israel stehen“, erklärte Bernd Krebs. Am Montag feierte der Staat Israel sein 70-jähriges Bestehen. Bernd Krebs ist Vorsitzender des Freundeskreises Solingen-Ness Ziona. Er wollte etwas tun und zeigen, dass es auch in Solingen Menschen gibt, die nicht nur hinter Israel stehen. Die sich auch für das Recht einsetzen, eine Kippa zu tragen. Ohne deswegen Angst haben zu müssen, auf offener Straße angegriffen zu werden.

Knapp 200 Menschen vor dem Rathaus

Derartige antisemitisch motivierte Angriffe gingen zuletzt ebenfalls durch die Medien. Gut dokumentiert mit Handykameras. Vor dem Rathaus kamen am Montagnachmittag knapp 200 Menschen zusammen, um im Rahmen eines „Kippa-Tags“ ihre Solidarität mit Menschen jüdischen Glaubens zu zeigen. Und sich für Religionsfreiheit einzusetzen und klar gegen jede Form des Antisemitismus zu positionieren.

Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (li.) neben Oberbürgermeister Tim Kurzbach am Montag auf dem Rathausplatz. (Foto: © Bastian Glumm)
Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (li.) neben Oberbürgermeister Tim Kurzbach am Montag auf dem Rathausplatz. (Foto: © Bastian Glumm)

Die Aktion wurde vom Freundeskreis gemeinsam mit der Stadt Solingen initiiert. „Es trifft mein Herz zutiefst. Ich empfinde es so, wenn meine jüdischen Freundinnen und Freunde, unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, angegriffen werden, dann werden wir alle angegriffen“, sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach in seiner Ansprache.

Bernd Krebs ist Vorsitzender des Freundeskreis Solingen/Ness Ziona. Gemeinsam initiierte er mit der Stadt den "Kippa-Tag" vor dem Rathaus. (Foto: © Bastian Glumm)
Bernd Krebs ist Vorsitzender des Freundeskreis Solingen/Ness Ziona. Gemeinsam initiierte er mit der Stadt den „Kippa-Tag“ vor dem Rathaus. (Foto: © Bastian Glumm)

Er erinnerte an das verfassungsmäßig verbriefte Recht der freien Religionsausübung. „Kreuz, Kippa und Kopftuch gehören zu einer toleranten und pluralen Gesellschaft dazu. Wir müssen das Recht das zu zeigen und zu tragen verteidigen“, so Kurzbach weiter. Die männlichen Anwesenden auf dem Rathausplatz trugen fast ausnahmslos eine Kippa. Wer keine eigene hatte, konnte sich beim Freundeskreis Ness Ziona eine der jüdischen Kopfbedeckungen ausleihen.

Israelische Flagge neben der Solinger Stadtfahne

„Schalom und Salam. Eigentlich liegt es so nahe beieinander und trotzdem ist es manchmal so weit entfernt“, zeigte Kurzbach die Ähnlichkeit des hebräischen und arabischen Wortes für „Frieden“ auf, das in beiden Kulturkreisen zur Begrüßung gebraucht wird. Und äußerte so gleichzeitig die Hoffnung, dass es auch im Nahen Osten irgendwann mal einen dauerhaften Frieden geben könnte.

Ein starkes Zeichen: Die israelische Flagge wehte am Montag auf dem Rathausplatz neben der Solinger Stadtfahne. (Foto: © Bastian Glumm)

Bernd Krebs war mit der Resonanz auf die Solidaritätsaktion sehr zufrieden. „Zumal die Initiative ja auch aus der Bürgerschaft kam“, betonte der Vorsitzende des Freundeskreises. Zeitgleich fand eine Aktion in Wuppertal statt, die vom dortigen deutsch-israelischen Freundesverein (Be’er Scheva) organisiert wurde. Und so flatterte die israelische Flagge mit dem blauen Davidstern noch eine ganze Weile neben der Solinger Stadtfahne direkt am Rathaus. Und erinnerte so auch unbeteiligte Passanten daran, dass Toleranz und Meinungsvielfalt zu unserer Gesellschaft gehören.

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