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Atelier KünstlerPack: Huberty und Wischnewski zeigen „Kontraste“

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Christa Huberty und Peter Wischnewski stellen zum ersten Mal gemeinsam aus. Ihre vielfältigen Arbeiten aus Fotodesign und Malerei tragen den Titel „Kontraste“. (Foto: © Martina Hörle)
Christa Huberty und Peter Wischnewski stellen zum ersten Mal gemeinsam aus. Ihre vielfältigen Arbeiten aus Fotodesign und Malerei tragen den Titel „Kontraste“. (Foto: © Martina Hörle)
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SOLINGEN (mh) – Seit Samstag finden Besucher im Atelier KünstlerPack im Südpark ein spannendes Kontrastprogramm aus Fotodesign und Malerei. Christa Huberty und Peter Wischnewski zeigen erstmals gemeinsam in einer einzigartigen Ausstellung farbenfrohe, großformatige Werke. Hans-Georg Wenke hält die Laudatio und befasst sich auf amüsante, launige Art mit dem Titel der Ausstellung: „Kontraste“.

Erste gemeinsame Ausstellung

„Kontraste“, so führt Wenke aus, „ist ein schönes Wort, das überhaupt nicht existiert. Den Kontrast gibt es nicht im Plural.“ Für solche Spitzfindigkeiten ist Wenke bekannt, schafft er dadurch doch immer Neugier bei den Zuhörern. Auch die beiden Künstler sind verdutzt, hatten sie doch gerade in diesem Wort die perfekte Headline für ihre Arbeiten gefunden. „Wir sagen, dass ein Kontrast etwas ist, das im Gegensatz zu etwas anderem steht.“ Der Redner macht klar, dass die Künstler es erreicht hätten, aus etwas Konträrem plötzlich etwas Integratives zu schaffen. Fast schon philosophisch gibt er zu bedenken: „Was anderes als eine Sinngebung kann der Sinn eines Bildes sein? Bilder sind Kommunikation. Mit Kommunikation will ich etwas bewirken. Wieso heißen diese Darstellungen Kontraste? Hinter den Werken steckt mehr, als die bunte Farbe zunächst kaschiert. Da steckt etwas, was ich entdecken muss.“

Hans-Georg Wenke ist ein Meister des Wortspiels. Er hält bei der Vernissage die Laudatio. (Foto: © Martina Hörle)
Hans-Georg Wenke ist ein Meister des Wortspiels. Er hält bei der Vernissage die Laudatio. (Foto: © Martina Hörle)

Zu entdecken gibt es für die Besucher eine ganze Menge. Die verschiedenen Exponate hängen farblich aufeinander abgestimmt und zeigen einen gelungenen Farbverlauf. Von Gelbgrün geht es ins Gelbe, von da aus nach Gelb-Orange, nach Rot und immer weiter, bis das letzte Bild wieder ins erste übergeht. Beide Künstler stellen einen Teil ihrer Exponate zum ersten Mal aus.

Christa Huberty hat für sich die Spiegelungen entdeckt. Bei einem ihrer Aufenthalte an der französischen Riviera war ihr in Cannes wiederholt bei der Betrachtung von Schaufenstern und Fensterfassaden aufgefallen, wie sich die hinter ihr liegende Straßenlandschaft in dem Glas spiegelte. „Das fand ich unglaublich spannend“, begeistert sich die Grafikerin. „Man schaut in die Spiegelung und sieht darin den Hintergrund. So entsteht eine völlig neue Welt.“ Ihre Vorstellungen setzt sie am Computer um, intensiviert Farben, verstärkt Details. Manche Konturen gestaltet sie malerisch mit dem digitalen Pinsel.

Laudatio von Hans-Georg Wenke

Die fertigen Arbeiten sind unter anderem auf Leinwand gedruckt und erstmals auch auf einer spiegelnden Folie. „Das ergibt eine tolle Wirkung“, schwärmt die Künstlerin. Die Spiegelung erweckt den Eindruck der ständigen Bewegung. Das Bild erwacht zum Leben. Auch andere Gemälde glänzen. Diese sind mit Gold- und Silberfirnis überzogen, diesmal nicht am PC. Denn Huberty ist nicht nur Grafikerin, sondern obendrein auch Malerin, Fotografin und Skulpteurin.

Pläne für ihre nächste Ausstellung hat die Künstlerin auch schon. „Da werde ich auf jeden Fall Skulpturales zeigen.“

Die Besucher sind von den Werken begeistert. Einige der Arbeiten werden zum ersten Mal gezeigt. (Foto: © Martina Hörle)
Die Besucher sind von den Werken begeistert. Einige der Arbeiten werden zum ersten Mal gezeigt. (Foto: © Martina Hörle)

Die abstrakten Werke Peter Wischnewskis zeigen eine enorme Größe. Auch hierzu ein Wortspiel von Wenke: „Groß sind die Bilder auf jeden Fall. Ob sie großartig sind, entscheidet der Betrachter selbst.“ Das größte Objekt der Ausstellung weist immerhin ein Format von 200 x 120 cm auf. Da braucht man schon eine entsprechende Wand. Wischnewski bevorzugt bei seinen Entwürfen die Mischtechnik. Da wird mit Öl oder Acryl gemalt. Tusche und Marmormehl erzeugen reizvolle Strukturen und dadurch Tiefenwirkung. Dieses Haptik-Design ist ein wesentlicher Bestandteil von Wischnewskis Arbeiten. Er schafft aus Farbe und Material erlebbare Kreationen. Erstmals hat der Künstler bei drei Exponaten mit Pigmenten gefärbtes Epoxidharz eingesetzt. „Das gibt ein völlig anderes Ergebnis mit tollen Effekten“, schwärmt Wischnewski. Auf das fertige Bild wird vollflächig eine 3 – 4 mm dicke Schicht gegossen und mit Spachtel oder Rolle verteilt. Mit diese Technik will der Maler auf jeden Fall weiter experimentieren.

Derzeit arbeitet er schon an der nächsten Ausstellung. Sie soll im kommenden Jahr im Rathaus gezeigt werden.

Nicht Sichtbares erfassen

Die Besucher sind von der Ausstellung ausnahmslos begeistert. Zu ihnen gehören auch OB Tim Kurzbach und Bürgermeister Ernst Lauterjung. Kurzbach erinnert sich gerne daran, dass Peter Wischnewski der erste Maler ist, der ihn porträtierte. „Die beiden Künstler akzeptieren in ihren Werken nicht nur das Vordergründige, sondern veranlassen die Betrachter, auch das nicht Sichtbare zu erfassen. Sie eröffnen tiefere Dimensionen von Sichtweisen, zeigen Wahlmöglichkeiten. Wir brauchen Menschen wie sie. Menschen, die uns Perspektiven zeigen, die uns erkennen lassen: Es gibt immer Alternativen“, findet der Oberbürgermeister lobende Worte.

Die Ausstellung ist bis zum 23. Juli jeden Samstag und Sonntag von 14 – 18 Uhr geöffnet. Weitere Termine nach Vereinbarung.

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