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Coronavirus: Stadt erweitert Testkapazitäten

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Die Lungenfachklinik Bethanien in Aufderhöhe ist Behandlungszentrum für mit dem Coronavirus infizierte Personen. (Foto: © Bastian Glumm)
Die Lungenfachklinik Bethanien in Aufderhöhe ist Behandlungszentrum für mit dem Coronavirus infizierte Personen. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (red) – Die Stadt Solingen erweitert ihre Testkapazitäten, um Infektionen mit dem Coronavirus in der Klingenstadt möglichst engmaschig kontrollieren zu können, so das Rathaus in einer Mitteilung am Donnerstag. Das Vorgehen folge demnach einem Stufenkonzept, das nach Priorisierung vor allem die Einrichtungen in den Blick nimmt, bei denen eine besondere Gefährdung für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorliegt. Dies seien vor allem stationäre Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Verstärkte Testungen in Senioren-Unterkünften

Aber auch andere Gruppen wie zum Beispiel die Einrichtungen der Eingliederungshilfe rücken verstärkt in den Focus. Aus diesem Grund hatte das Rathaus bereits im Mai angekündigt, verstärkt zu testen, insbesondere in den Senioren-Unterkünften. Dies erfolge in Übereinstimmung mit den Vorgaben und Empfehlungen von Land und Bund.

Entsprechend sind in den vergangenen Wochen bereits mehrere hundert Tests in verschiedenen Einrichtungen durchgeführt worden. Die Erfahrungen zeigen, dass von einem Testteam maximal etwa bis zu 300 Tests pro Woche zu schaffen sind. Denn der Ablauf sieht vor, dass an zwei Tagen getestet wird. An den verbleibenden Wochentagen finden die Auswertungen und die formellen und dokumentarischen Abstimmungen statt, die in dem Verfahren erforderlich sind.

Testergebnis liegt in der Regel nach zwei Tagen vor

In der Regel dauert es bis zu zwei Tage, bis ein Testergebnis vorliegt. Unter anderem sind Einverständniserklärungen notwendig, organisatorische Abläufe mit den Heimleitungen zu klären, Listen zu führen, mit dem Labor zu korrespondieren und vieles mehr. Selbstverständlich wird jedem Getesteten sein Ergebnis zugeschickt. Zum einem Team gehören acht Tester sowie ein Arzt und eine Verwaltungskraft.

Um diese Tests verstärkt anbieten und durchführen zu können und um zugleich auch jederzeit in der Lage zu sein, bei einem akuten Ausbruchsgeschehen umgehend anlassbezogene Testungen vornehmen zu können, werden jetzt in erheblichem Umfang weitere Kapazitäten geschaffen, kündigt die Stadtverwaltung an. Diese sollen bis zu 600 Tests pro Woche in Einrichtungen ermöglichen.

Einrichtung durchtesten und dann zur nächsten übergehen

Diese Erweiterung sei notwendig, um in den Heimen Schritt für Schritt in angemessenem Umfang Kontrollen durchzuführen. Zuletzt war von „stichprobenartigen Testungen“ die Rede. Ziel sei, jeweils eine Einrichtung durchzutesten und dann zur nächsten überzugehen. In welcher Reihenfolge das Gesundheitsamt verfährt, werde in Abstimmung mit den Leitungen und mit den Test-Teams entschieden.

Dass dieses Vorgehen notwendig und weiterhin große Vorsicht geboten sei, zeige das aktuelle Ausbruchsgeschehen. Innerhalb einer Woche hat sich die Zahl der aktuell Infizierten auf über 30 Betroffene (Stand: 17. Juni) mehr als verdoppelt. Nach mehreren Infektionen in einem Altenheim am vergangenen Wochenende kam ein weiterer Fall mit mehr als einem Dutzend Neu-Infektionen bei einer Großfamilie hinzu (wir berichteten hier).

Ausweitung der Testkapazitäten zwingend geboten

Eine Ausweitung der Testkapazitäten ist aus Sicht des städtischen Gesundheitsamtes zwingend geboten, weil akute Infektionslagen immer Vorrang genießen und die schnelle Bearbeitung und die Recherche in der Regel sehr aufwendig sei. Aus diesem Grund ist das Gesundheitsamt in den vergangenen Wochen bereits verstärkt worden. Es handelt sich zunächst um zehn Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter aus anderen Teilen der Verwaltung, die das Gesundheitsamt bis auf weiteres unterstützen.

Muss das Gesundheitsamt weiteres Personal anfordern, um das aktuelle Geschehen sowie die Serientests bewältigen zu können, werde dieses jederzeit zur Verfügung gestellt. Dies ist Beschlusslage im Verwaltungsvorstand: „Um das Ausbruchsgeschehen in Solingen jederzeit schnell eindämmen zu können, werden wir unverzüglich alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen“, stellt Oberbürgermeister Tim Kurzbach klar. Gleichzeitig betont er, dass Gesundheitsamt und Verwaltung gut vorbereitet seien, um die aktuelle Lage sicher zu managen.

Kurzbach: „Situation weiterhin ernst nehmen“

Gleichzeitig betont der Oberbürgermeister, dass mit Infektionsfällen wie sie in der vergangenen Woche aufgetreten sind, jederzeit zu rechnen sei. „Deshalb erneuere ich meinen Appell an alle Solingerinnen und Solinger, die Situation weiterhin genauso ernst zu nehmen wie noch im März oder im April. Die Lockerungen dürfen uns nicht in fahrlässige Sicherheit wiegen und uns unvorsichtig werden lassen.“ Was derzeit passiere, könne die Stadt noch gut bewältigen. „Wir sind weit entfernt von einem neuen Ausnahmezustand. Aber wir müssen auch zusammen konsequent dafür Sorge tragen, dass dies so bleibt.“

Neben der Verantwortung, die jeder einzelne im täglichen Leben trägt, sieht der Oberbürgermeister die nächste Ausbaustufe im Serientest-Konzept für Senioren-Einrichtungen als wichtigen Schritt an. In den Solinger Senioren- und Pflegeeinrichtungen leben und arbeiten knapp 4.000 Menschen, die aufmerksam im Blick gehalten und geschützt werden müssen.

Volksbank Bergisches Land

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