
(sg) Die Stadt Glückstadt im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein ist am Reißbrett geplant und von einem König gegründet worden. Heute ist sie ein Stadtdenkmal.
Die Geburt eines Stadtdenkmals
Glückstadt ist keine gewachsene Stadt. Sie wurde tatsächlich am Reißbrett entworfen. Vorbild waren italienische Renaissance-Städte. So sollte Glückstadt eine polygonale (vieleckige) Radialstadt werden. Im Mittelpunkt der Marktplatz, von dem alle Hauptstraßen radial, also strahlenförmig, zu den ehemaligen Bastionen der Wallanlagen führen. Die Festung bewährte sich. Im Dreißigjährigen Krieg war Glückstadt die einzige Stadt in Schleswig-Holstein, die nicht durch Belagerungen bezwungen werden konnte. Noch heute lässt sich der Festungsgrundriss von Glückstadt erkennen, der den hohen Rang als städtebauliches Denkmal begründet.

Der Namensgeber von Glückstadt
Ihren Namen hat die schmucke Stadt an der Elbe ihrem Gründer zu verdanken. Im Jahr 1617 ließ Christian IV., Dänenkönig und Herzog von Schleswig und Holstein, den ersten Grundstein für die Stadt legen. Dies tat er mit den Worten: „Dat schall glücken, dat mut glücken und dann schall se ok Glückstadt heten.“ König Christian fertigte nicht nur die Gründungsurkunde an, sondern gab der neuen Stadt auch die Glücksgöttin Fortuna als Stadtwappen.

Der Alte Salzspeicher
Direkt am Binnenhafenbecken steht ein mächtiges Backsteingebäude – der Alte Salzspeicher. Der Hafenspeicher von 1827 hat einen quadratischen Grundriss von 14 x 14 Metern. Aufzugsvorrichtungen erlaubten, dass Waren von der Wasser- wie auch von der Landseite befördert werden konnten. Von 1894 bis 1976 nutzte die Glückstädter Heringsfischerei das Gebäude als Salzspeicher.

Zucht- und Tollhaus
Das ansehnliche Gebäude am Binnenhafen wurde im frühen 18. Jahrhundert erbaut und wirkt noch heute fast wie ein Palast. Allerdings beherbergte es von 1739 bis 1875 das Zucht- und Tollhaus von Glückstadt. In den ersten zwanzig Jahren waren nur Strafgefangene hier untergebracht, danach auch Geisteskranke, die eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellten. Zwar war das Zuchthaus keine Musteranstalt, es wurde aber doch ein gutes Beispiel für eine zeitgemäße fortschrittliche Gesinnung. Leibstrafen wurden abgeschafft und die Todesstrafe nur noch bei besonders schweren Fällen vollstreckt.

Binnen- und Außenhafen
Früher war Glückstadt ein Marinestandort. Im Außenhafen können Seeschiffe mit bis zu 130 Meter Länge, 16 Meter Breite und 5,8 Meter Tiefgang anlegen. Da es ein Tidehafen ist, kann er bei jedem Wasserstand angefahren werden. Bekannt ist die Elbfähre von Glückstadt nach Wischhafen. Der Binnenhafen ist heute nur noch für Sportboote interessant. Er liegt im Herzen der Stadt und ist durch eine Dockschleuse tideunabhängig. Entlang des Binnenhafens liegen wundervoll restaurierte Stadthäuser und historische Gebäude, wie das Königliche Brückenhaus, von wo aus bis 1800 eine Brücke über den Binnenhafen führte.

Der Fleth
Ein Wasserlauf führt mitten durch die Innenstadt und direkt am Marktplatz vorbei. Dieser Fleth teilt die Straße „Am Fleth“ in der Mitte und ist von Bäumen gesäumt und mit zahlreichen Blumenkästen, Springbrunnen und kleinen Fußgängerbrücken ausgestattet. Hier lässt es sich wunderbar flanieren. Auch der kleine See „Batardeau“, der ebenfalls mitten in der Stadt liegt, sorgt für eine idyllische Atmosphäre.

Elbufer und Rhinplatte
Südlich von Glückstadt erstreckt sich das 460 Hektar große Naturschutzgebiet, das das Elbufer und die Rhinplatte umfasst. Die Rhinplatte ist eine etwa 5 Kilometer lange Insel, die zunächst von der Elbe als Sandbank geformt wurde. Durch den Ausbau der Elbe siedelte sich Röhricht und Auwald an. Die Rhinplatte wird immer noch gelegentlich überflutet und teilt die Elbe in zwei Arme. Die östlich verlaufende Glückstädter Nebenelbe hat eine große Bedeutung für die seltenen Meer- und Flussneunaugen. Das Naturschutzgebiet ist geprägt von Magerrasen, Auwäldern und Röhricht. Wege führen auf und am Elbdeich entlang. Schafe sorgen hier für die Landschaftspflege.
































