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Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises

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Am Freitag und am Samstag fand die Herbsttagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen in der Stadtkirche statt. (Foto: © Bastian Glumm)
Am Freitag und am Samstag fand die Herbsttagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen in der Stadtkirche statt. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (red) – „Wir glauben, dass der oft gebrauchte Satz: ,Wer den Frieden will, muss sich auf den Krieg vorbereiten.‘ falsch ist. Stattdessen gilt: Wenn du den Frieden willst, bereite ihn vor!“ Mit diesem Satz bündelte die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner die zentrale Botschaft der Herbsttagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, die am Freitag und am Samstag stattfand.

Thema „Frieden“ im Mittelpunkt der Synode

Es war eine Synode an einem besonders geschichtsträchtigen Wochenende. Zum Auftakt erinnerte der Eröffnungsgottesdienst am Freitagabend an die unvorstellbaren Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung, die in der Pogromnacht vor 80 Jahren auch in Solingen einen ersten schrecklichen Höhepunkt hatten. In seiner Predigt erinnerte der Merscheider Pfarrer Dirk Stark aber auch an den jüdischen Rabbiner Professort Albert Friedlander, der als Folge der Pogrome von 1938 in die USA emigriert war und sich nach 1945 auch in Deutschland als Brückenbauer im jüdisch-christlichen Dialog engagierte.

Am Samstag stand dann 100 Jahre nach der Beendigung des Ersten Weltkriegs das Thema „Frieden“ im Mittelpunkt der Synode. In seinem Einführungsreferat führte der Vorsitzende des Ausschusses für öffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Jülicher Superintendent Jens Sannig, in das Friedenswort „Auf dem Weg zum gerechten Frieden“ ein. Dieser Weg, so der Theologe, sei ein mühsamer Prozess, bei dem es gelte, Schritt für Schritt Krieg und kriegerische Mittel als Möglichkeiten der Konfliktlösung zu überwinden.

70 Synodalen in der Solinger Stadtkirche

Im Anschluss an das Referat konnten die rund 70 Synodalen dann mit Vertretern verschiedener Solinger Institutionen in sieben Workshops konkrete Erfahrungen mit Friedensarbeit machen. So führte Bernard Erkelenz von amnesty international in die Bedeutung des internationalen Kampfes für die Menschenrechte ein. Hanna Attar von der Arbeiterwohlfahrt dachte mit ihren Workshopteilnehmern über die Bedingungen für einen gelingenden Dialog zwischen den Religionen nach. Und mit Michael Roden vom Kommunalen Integrationszentrum fragten Teilnehmende, wieso das Gedenken an Ereignisse der Vergangenheit Brücken in eine friedliche Gegenwart und Zukunft schlagen kann.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach sprach am Samstagmorgen ein Grußwort. (Foto: © Bastian Glumm)
Oberbürgermeister Tim Kurzbach sprach am Samstagmorgen ein Grußwort. (Foto: © Bastian Glumm)

In seinem traditionellen Grußwort rief auch der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach die Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden und Arbeitsbereichen der Evangelischen Kirche in Solingen auf, sich noch stärker für den inneren Zusammenhalt der Stadtgesellschaft einzusetzen: „Es gibt zwar schon viele beeindruckende Initiativen zur Verständigung und Integration, aber es reicht noch nicht. Unsere Stadt braucht noch viel mehr Friedensstifter!“ Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Solingen, Pastor Edgar Daub, dankte in seinem Grußwort für gelungene ökumenische Verständigung zwischen den Kirchen und Gemeinden in Solingen, durch die „viele Grenzen und Gräben, die früher zwischen den Kirchen existierten, heute keine Bedeutung mehr haben“.

Verabschiedung des Haushalts für das Jahr 2019

Auf ihrer Tagung verabschiedete die Synode auch den Haushalt für 2019. Darin wird für die Arbeitsgebiete des Kirchenkreises und seines Diakonischen Werks mit Ausgaben in Höhe von 5,58 Mio. Euro geplant. Dagegen stehen Einnahmen in Höhe von lediglich 5,41 Mio. Euro. Darunter werden 1,02 Mio. Euro an Kirchensteuereinnahmen erwartet (plus 24.000 Euro im Vergleich zu 2018). Der restliche Betrag setzt sich vor allem aus öffentlichen Erstattungen für die soziale und pädagogische Arbeit im Diakonischen Werk zusammen.

Der Kirchenkreis rechnet darum für das kommende Jahr mit einem Defizit in Höhe von knapp 177.000 Euro. Dieser Betrag soll aus Rücklagen ausgeglichen werden. Im kommenden Jahr 2019 sollen aber Maßnahmen entwickelt werden, die ein strukturelles Defizit zukünftig vermeiden können. Die zehn Gemeinden des Kirchenkreises haben je eigene Haushalte, die von den Presbyterien verabschiedet werden. Hier werden weitere 12 Mio. Euro aus Kirchensteuern erwartet. Insgesamt rechnet der Kirchenkreis im kommenden Jahr also mit einer Zunahme der Kirchensteuermittel um 300.000 Euro auf dann 13 Mio. Euro.

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