Start Aktuelles Jan Michael Lange: Klinikum muss ein Haus der Vollversorgung bleiben

Jan Michael Lange: Klinikum muss ein Haus der Vollversorgung bleiben

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Jan Michael Lange will Oberbürgermeister werden und tritt bei den Wahlen im kommenden September für die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) an. Ihm ist der Erhalt des Klinikums als Haus der Vollversorgung wichtig. (Foto: © Bastian Glumm)
Jan Michael Lange will Oberbürgermeister werden und tritt bei den Wahlen im kommenden September für die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) an. Ihm ist der Erhalt des Klinikums als Haus der Vollversorgung wichtig. (Foto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – Am 1. August übernahm Dr. Martin Eversmeyer den Posten des Kaufmännischen Geschäftsführer des Solinger Klinikums und löste damit Matthias Dargel ab, der diese Aufgabe nur kommissarisch ausführte (wir berichteten). Eine personelle Maßnahme, um das wirtschaftlich stark angeschlagene Haus wieder in ruhigere Fahrwasser zu bringen. Das sei auch dringend nötig, betont man bei der Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS).

Auch defizitäre Disziplinen erhalten

„Es ist ein Trauerspiel in vielen Akten und wir sind immer noch mittendrin. Der neue Geschäftsführer hat sicherlich gute Ideen, setzt aber letztendlich das um, was wir schon seit fünf Jahren fordern“, sagt Jan Michael Lange, BfS-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl am 13. September. Dazu gehöre unter anderem die Realisierung  eines „Masterplans“. Zielbild bei allen angestrebten Maßnahmen zur Sanierung des Klinikums müsse aber stets der Erhalt eines Hauses zur Vollversorgung sein, betont Lange.

„Das bedeutet, dass wir alle Disziplinen anbieten können. Und zwar auch die, die unter Umständen defizitär sind. Eine Entbindungsstation ist selten im positiven Bereich aus wirtschaftlicher Sicht, ähnlich eine Kinderstation. Diese sind aber wichtig, denn wenn wir diese Einrichtungen in Solingen nicht mehr haben, sind die nächsten relativ weit weg“, macht Jan Michael Lange deutlich. Als Stadt müsse man die bestmögliche Versorgung anbieten „und das ist auch die Erwartungshaltung, die die Bürgerinnen und Bürger an uns haben“, so Lange weiter.

Lange: Kooperationspläne mit Leverkusen waren ein Fehler

Dabei sei der zwischenzeitlich gegangene Weg zur Sanierung von Solingens größtem Krankenhaus nicht der beste gewesen, ist man bei der BfS überzeugt. „Der Zusammenschluss mit dem Klinikum in Leverkusen war von Anfang an nicht sinnvoll. Das war nicht auf Augenhöhe“, bedauert Lange. Man habe kostbare Zeit verloren und damit auch Mittel aus der Substanz, von denen das Klinikum nun schon seit einigen Jahren zehrt. Gutachten hätten bereits vor Jahren andere Möglichkeiten aufgezeigt, die nun in Form des „Masterplans“ Anwendung finden würden, erläutert BfS-Ratsmitglied Jan Michael Lange.

Das Klinikum an der Gotenstraße ist ein Haus der Maiximalversorgung und wird kommunal getragen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Das Klinikum an der Gotenstraße ist ein Haus der Maiximalversorgung und wird kommunal getragen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)

In den einzelnen Disziplinen des Klinikums müsse man beispielsweise Synergien ausloten, um Kapazitäten freizumachen. „Viel zu oft arbeiten viele Abteilungen gegen- und nicht miteinander“, beobachtet Lange. In diesem Bereich zu optimieren sei aus BfS-Sicht zunächst noch sehr viel sinnvoller als beispielsweise die Auslagerung der Service-Sparten, wie Wäscherei und Küche. „Es macht wenig Sinn, wenn man beispielsweise Wäsche quer durch die Republik nach Solingen fährt. Das ist schon aus Umweltgründen untragbar“, meint Lange.

Diese Sparten zu privatisieren sei nur dann ein gangbarer Weg, wenn „es keine Nachteile für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt“, unterstreicht der Lokalpolitiker. Soll heißen: Keine Entlassungen und die Einhaltung von Tarifen, auch für dann neu eingestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Verwaltung müsse den Informationsfluss optimieren

Die Verwaltung habe rund um das Thema Klinikum in der Vergangenheit keine gute Figur gemacht, so die BfS. „Es gibt keine klare Linie, mir fehlt die Stringenz in der Handlung. Bei Schwierigkeiten schickt der OB seine Dezernenten vor“, erklärt Jan Michael Lange. Zudem fehle die Transparenz für die Bürger, wie für die Politik. Wie der Plan genau ausschaut, wie es konkret weitergehen soll, werde seitens der Verwaltungsspitze nicht kommuniziert, kritisiert Lange.

„Es geht ja hier nicht um Details, das soll ja auch keine PowerPoint-Schlacht werden. Es geht vielmehr darum, dass sich die Leute endlich einmal mitgenommen fühlen, aber das wird von der Verwaltung ignoriert und einfach so abgetan. Zudem gibt es massive Probleme im Aufsichtsrat, wo die Informationen auch nicht stringent erfolgen“, so der OB-Kandidat.

Klinikum eine große Stärke Solingens

Das Klinikum sei trotz all seiner Probleme eine große Stärke Solingens. Und diese zu erhalten, sei die Aufgabe aller agierenden Personen. „Man kann ins Klinikum gehen und es wird einem geholfen. Und das in wunderbarer Art und Weise, man wird gut aufgenommen und hervorragend behandelt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr freundlich und der Service ist toll“, lobt Jan Michael Lange.

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