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Klinikum: Anonyme Spurensicherung für Opfer sexueller Gewalt

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Das Klinikum Solingen bietet eine
Das Klinikum Solingen bietet eine "anonyme Spurensicherung" für Opfer sexueller Gewalt an. V.li.: Prof. Dr. Thomas Standl, Medizinischer Geschäftsführer des Klinkums, ZNA-Oberärztin Marica Schemberger, Kai Sturmfels vom Förderverein des Klinikums und Gleichstellungsbeauftrage Dorothea Grabe. (Foto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – Das Klinikum Solingen bietet Frauen, die Opfer sexueller Gewalt wurden, die Möglichkeit einer „anonymen Spurensicherung“ an. Kai Sturmfels vom Förderverein des Klinikums übergab der Zentralen Notfallambulanz (ZNA) des Hauses an der Gotenstraße jetzt eine moderne Spiegelreflexkamera. Damit können Spuren sexueller Gewalt noch besser dokumentiert werden.

Spuren sexueller Gewalt dokumentieren

„Diese Spende ist überaus wertvoll. Wir haben bisher kleinere Digitalkameras genutzt, was auch für den normalen Bereich ausreicht, nicht aber für das Gericht. Dort muss man die Spuren wirklich 1:1 darstellen können, wie Prell- und Würgemarken, Blutergüsse- Bissspuren oder Abschürfungen“, erklärt Marica Schemberger, Oberärztin in der ZNA des Klinikums. Das Angebot des Klinikums gibt es bereits seit November.

Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren haben, können sich unmittelbar nach dem Übergriff im Klinikum auf Spermaspuren, Verletzungen und andere Spuren untersuchen lassen, ohne ihren Namen zu nennen und ohne eine Anzeige erstatten. Die von den diensttuenden Medizinern dokumentierten Verletzungen werden anonym erfasst, aber mit einer Chiffrenummer der jeweiligen Patientin versehen. Das kann für eine juristische Aufarbeitung wichtig sein, falls sich die Frau zu einem späteren Zeitpunkt doch noch für eine Anzeige entscheidet.

Die Zentrale Notfallambulanz (ZNA) im Klinikum Solingen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Die Zentrale Notfallambulanz (ZNA) im Klinikum Solingen. (Archivfoto: © Bastian Glumm)

Enge Kooperation mit der Rechtsmedizin in Düsseldorf

Das Klinikum arbeitet hier eng mit der Frauenberatungsstelle und der Rechtsmedizin der Universität Düsseldorf zusammen. Dort werden nicht nur die gemachten Fotos sowie die weiteren Untersuchungsergebnisse für zehn Jahre archiviert. Auch hat die Düsseldorfer Uni Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Disziplinen des Solinger Klinikums weitergebildet, die als Ansprechpartner für betroffene Personen (meist Frauen) fungieren. Jede Abteilung des Hauses, die damit konfrontiert werden kann, hat einen festen Ansprechpartner. Dazu gehören die ZNA, die Gynäkologie, die Urologie sowie die allgemeine und die Unfallchirurgie.

Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren haben, können sich in der ZNA des Klinikums vorstellen. „Dort können sie dann den Wunsch der anonymen Spurensicherung äußern, so dass die Mitarbeiter wissen, dass eine Datenerfassung nicht zwingend notwendig ist“, erläutert Marica Schemberger. Im Kreißsaal würde dann eine entsprechende Untersuchung zur Beweissicherung durch den für den jeweiligen Fall zuständigen Arzt stattfinden. Es werden ein Abstrich und Fotos gemacht.

Niemand wird zu einer Anzeige gezwungen

„Ich glaube, dass aufgrund dieses Angebotes sich Frauen noch eher an uns wenden werden, dan niemand direkt zu einer Anzeige genötigt wird“, macht Schemberger deutlich. Dorothea Grabe, Gleichstellungsbeauftrage des Klinkums, ergänzt: „Niemand wird gezwungen, das zur Anzeige zu bringen. Denn das überfordert die Betroffenen häufig maximal.“ Seit November hat dieses Angebot inzwischen eine Frau in Anspruch genommen. Weitere Betroffene meldeten sich zwar an, seien dann jedoch nicht erschienen.

Medizinische Versorgung, anonyme Spurensicherung:
Städtisches Klinikum Solingen, Zentrale Notfallambulanz (ZNA)
Telefon: 0212/547-2110

Unterstützung und Begleitung:
Frauenberatungsstelle Solingen
Telefon: 0212/5 54 70

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