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Künstlerehepaar Wendorf: Dreimonatige Ausstellung im Atelier Pest-Projekt

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Das Künstlerehepaar Helga Elisabeth und Rainer Wendorf zeigen bis zum 31. Mai eine Vielzahl ihrer Exponate im Atelier Pest-Projekt. (Foto: © Martina Hörle)
Das Künstlerehepaar Helga Elisabeth und Rainer Wendorf zeigen bis zum 31. Mai eine Vielzahl ihrer Exponate im Atelier Pest-Projekt. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – „Bei mir muss alles eine bestimmte Ordnung haben“, lacht Helga Elisabeth. Die Künstlerin lässt sich bei ihrer Arbeit gerne von einem Thema leiten. „Deshalb haben meine Bilder auch alle einen Titel. Das brauche ich einfach für mich.“ Doch wenn ein Betrachter in dem Werk etwas völlig anderes sieht, findet Helga Elisabeth das ganz spannend. Sie malt vorwiegend in Acryl. So ungeduldig wie sie sei, wolle sie nicht so lange warten, bis die Ölfarbe getrocknet sei, gesteht sie lachend. Doch um ihren Gemälden etwas Weichheit und damit das gewisse Etwas zu geben, verwendet sie zum Finish dann doch Öl.

Sparsame Farbverwendung

In der Farbverwendung wirken die Ansichten durchaus sparsam, zwar nicht monochrom, doch die Malerin reduziert ihre Farben so weit wie möglich. „Wenn ich viel mit Rot arbeite, muss auch Grau dazu. Meine Bilder sind farbig, aber nicht bunt.“ Ihre Inspiration holt sie sich aus dem täglichen Leben. Je nach ihrer aktuellen Phase wählt sie ihre Motive mal aus dem Bereich Meer, mal sind es Menschen oder sie widmet sich dem Motto „Panta rhei“, was so viel bedeutet wie „alles fließt“. Ein Ausspruch, der dem Philosophen Heraklit zugeschrieben wird. Der Betrachter findet eine breite Auswahl von Klein- bis Großformatigem. Die kleinen Arbeiten werden in einer Petersburger Hängung präsentiert. Die Stilrichtung reicht von gegenständlich, grafisch bis hin zu abstrakt.

Helga Elisabeth verwendet möglichst wenige Farben. Sie arbeitet immer gerne nach einem Thema. (Foto: © Martina Hörle)
Helga Elisabeth verwendet möglichst wenige Farben. Sie arbeitet immer gerne nach einem Thema. (Foto: © Martina Hörle)

Doch manchmal möchte die Künstlerin lieber etwas mit den Händen formen. „Da gehe ich ganz drin auf“, gesteht sie und modelliert Menschen als Ganzes oder als Kopf in Ton oder – mit einem Kunststoffkern – in Beton. Die neutrale Darstellung wirkt verwittert, im Gegensatz zu den Objekten, die mit Schlagmetall bearbeitet wurden und jetzt in Gold und Silber glänzen.

Ihr Ehemann Rainer Wendorf malt vorwiegend Großformatiges. „Meine Experimente“, nennt er seine Exponate und verrät, dass er sich gerne immer wieder ausprobiert. Er lasiert seine Acrylbilder und erzielt dadurch einzigartige, leicht verwaschene Darstellungen. „Ich trage die Lasur fast pastös auf und wässere dann auf der Leinwand“, beschreibt er seine Technik.

Darstellungen sind Experimente

Eine Arbeit stellt ein andalusisches Dorf dar. „Die sind in der Regel weiß“, sagt der Künstler. Bei ihm sind sie rot. Das andere Motiv zeigt Ronda, eines der beliebtesten Ziele Andalusiens, mit der über eine tiefe Schlucht führenden Brücke. Bei den Lichtgängern ist das Licht durch das Auftragen von 7-8 Lasurschichten verschwunden. Zwei weitere Darstellungen sind Ansichten von Venedig, einmal der Ort Caorle, der auch Klein-Venedig genannt wird, und dann das Fischerdorf Marano Lagunare. Hier wäscht ein Fischer gerade Herzmuscheln.

Rainer Wendorf malt nicht nur auf Leinwand, sondern ebenso gerne auf Sperrholzplatten. Dabei verwendet er statt Pinsel lieber einen Spachtel. (Foto: © Martina Hörle)
Rainer Wendorf malt nicht nur auf Leinwand, sondern ebenso gerne auf Sperrholzplatten. Dabei verwendet er statt Pinsel lieber einen Spachtel. (Foto: © Martina Hörle)

Als Kontrast entwirft Wendorf Darstellungen nicht nur auf Leinwand, sondern obendrein auf Sperrholzplatten. „Da kann man so richtig loslegen“, lacht er. Und weil es Holz ist, arbeitet er bevorzugt mit Spachtel. Das traurige Gesicht neben dem Selbstporträt entstammt einem Text von Pablo Neruda über die Einsamkeit. Einem Kalenderbild nachempfunden ist ein Dampfer der Nordatlantikroute New York –  Bremerhaven. Das vierte Werk zeigt einen Obelisken am Strand von Mallorca. Den hatte Wendorf dort vor zwei Jahren entdeckt und war so fasziniert, dass er ihn unbedingt im Bild festhalten wollte. In Wirklichkeit handelt es sich um einen strategischen Peilturm aus den Kriegsjahren.

Wendorf entwickelte Obelisk auf Mallorca

Peter Amann ist hocherfreut, die beiden Künstler wieder einmal in seinem Atelier zeigen zu können. „Ihre Arbeiten fügen sich ganz harmonisch hier ein. Das Ganze gibt eine schöne ruhige Atmosphäre.“ Auch das Künstlerehepaar Wendorf ist gerne wieder in den Güterhallen. Bis Ende Mai sind beide mit ihrem breit gefächerten Spektrum hier vertreten. Im Laufe dieser Zeit werden sie wiederholt einen Teil ihrer Exponate

austauschen.

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