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Nach NRW-Verfügung: Impfstopp im Klinikum Solingen

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Am Dienstag starteten im Klinikum Solingen die Impfungen des exponierten Personals, nur ein Tag später wurde vom Land NRW ein Impfstopp für alle Krankenhäuser verfügt. (Foto: © Bastian Glumm)
Am Dienstag starteten im Klinikum Solingen die Impfungen des exponierten Personals, nur ein Tag später wurde vom Land NRW ein Impfstopp für alle Krankenhäuser verfügt. (Foto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (red) – Gestern starteten im Klinikum Solingen die Impfungen des exponierten medizinischen Personals, in der Lukas Klinik wurde bereits seit Montag geimpft (wir berichteten hier und hier). Medienberichten zufolge hat das Land Nordrhein-Westfalen bereits gestern den Impfstopp in allen Krankenhäusern des Landes angeordnet. Grund dafür seien Lieferprobleme des Impfstoffes der Firma Biontech. Deshalb würden die Impfzentren im ganzen Land Nordrhein-Westfalen auch erst am 8. Februar in Betrieb gehen können, meldet unter anderem die Rheinische Post.

Enttäuschung im Solinger Klinikum

Das Klinikum Solingen nimmt die gestrige Mitteilung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales über den sofortigen Stopp der Corona-Impfstoff-Lieferungen an die NRW-Krankenhäuser irritiert zur Kenntnis: „Wir können es schwerlich nachvollziehen und es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermitteln, warum bereits zugesagter Impfstoff zum wiederholten Mal nicht zur Verfügung gestellt wird“, erklärt der Medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Standl.

Das Klinikum war bereits Anfang Dezember 2020 aufgefordert worden, ein internes Impfzentrum einzurichten. „Wir haben es dank eines großen Engagements unserer Beschäftigten direkt umgesetzt und auch organisatorisch und logistisch bestmöglich vorbereitet“, so Standl. Die Verschiebung des Impfbeginns für das Klinikpersonal vom Ende Dezember 2020 auf Mitte Januar 2021 habe bereits für Enttäuschung gesorgt, heißt es aus dem Klinikum.

Offener Brief an Gesundheitsminister Laumann

Die Klinikleitung und der Aufsichtsrat haben deshalb in einem öffentlichen Schreiben an NRW-Gesundheitsminister Laumann appelliert, die Priorisierung der Impfstoff-Verteilung in Bezug auf die Krankenhäuser zu überdenken (wir berichteten).

Prof. Dr. Thomas Standl: „Wir haben gehofft, ab dem 19. Januar mit einer nennenswerten Impfaktion zu beginnen und gut 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen zu können.“ Die Impfung war für das medizinische Fachpersonal und Service-Kräfte vorgesehen, die in den exponiertesten Bereichen ihren Dienst leisten und täglich der Gefahr einer SARS-CoV-2-Ansteckung ausgesetzt sind.

Ruhiger und professioneller Impfstart im Klinikum

„Nach einem ruhigen und professionellen Impfstart gestern Vormittag sehen wir uns leider nach der heutigen Absage im ganzen Unternehmen – und besonders bei den Betroffenen, die bereits feste Impftermine vereinbart hatten – mit Unruhe, Ärger und Unverständnis konfrontiert“, fügt Dr. Martin Eversmeyer, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums hinzu.

Dr. Martin Eversmeyer ist neuer Kaufmännischer Geschäftsführer des Solinger Klinikums. (Foto: © Bastian Glumm)
Dr. Martin Eversmeyer ist neuer Kaufmännischer Geschäftsführer des Solinger Klinikums. (Foto: © Bastian Glumm)

Eversmeyer weiter: „Wir wissen alle um den Stellenwert der Krankenhäuser und ihrer hoch qualifizierten und motivierten Beschäftigten in der Bewältigung der Corona-Pandemie. Umso weniger können wir es nachvollziehen, wie mit diesem für die Versorgung der Menschen grundlegenden Bereich verfahren wird“.

Ausgleichszahlungen bleiben seit November aus

In diesem Zusammenhang seien auch die Ausgleichszahlungen zu sehen, die seit November 2020 ausbleiben würden. Es seien erhebliche Beträge, die für viele Krankenhäuser in NRW gravierende wirtschaftliche Folgen haben. Allein im Städtischen Klinikum Solingen fehlen dadurch rund zwei Millionen Euro. Dr. Eversmeyer: „Dank Liquiditätsreserven sind wir noch in der Lage, die Gehaltszahlungen an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu leisten. Die ausbleibenden Hilfen schränken aber auch unsere wirtschaftliche Situation zunehmend ein“.

Die Geschäftsführung des Klinikums und der Aufsichtsrat appellieren nochmals an Minister Laumann, die Versorgungssituation mit dem Impfstoff und die Impfplanung transparent und verbindlich zu gestalten: „Wir bitten auch darum, die Krankenhäuser in NRW, die in der Corona-Pandemie den Normalbetrieb nicht aufrechterhalten können, wirtschaftlich zu stützen. Es geht jetzt darum, die Impfaktion wie vorgesehen fortzuführen und den Krankenhäusern in NRW zu helfen, die Krise zu überleben“, macht der Vorsitzende des Klinikum-Aufsichtsrates Kai Sturmfels deutlich.

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