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Solinger Synagoge wird für einen Abend wieder auferstehen

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In Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) wird der Solinger Kunstverein die Solinger Synagoge am alten Platz optisch wieder auferstehen lassen. Dazu musste zunächst ein Modell eingescant werden. (Foto: © Solinger Kunstverein)
In Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) wird der Solinger Kunstverein die Solinger Synagoge am alten Platz optisch wieder auferstehen lassen. Dazu musste zunächst ein Modell eingescant werden. (Foto: © Solinger Kunstverein)

SOLINGEN (red/bgl) – Am 9. November 1938 zogen auch durch Solingen nationalsozialistische Mörder und Brandstifter – im gesamten Deutschen Reich wüteten SA und SS im Rahmen der so genannten „Reichskristallnacht“. Opfer waren häufig jüdische Menschen, ihr Besitz und natürlich zahlreiche Synagogen. Das jüdische Gotteshaus an der Malteserstraße ging in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Flammen auf. Stattdessen wurde dort von den Nationalsozialisten ein Hochbunker errichtet. Eine Gedenktafel erinnert heute daran, dass dort einst jüdisches Leben stattfand.

Anlässlich des 80. Jahrestages der Zerstörung der Synagoge durch die Nationalsozialisten möchte der Solinger Kunstverein in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) an dieses Ereignis erinnern. Gezeigt werden am 8. November drei Arbeiten, die sich künstlerisch mit der Jüdischen Gemeinde, der Geschichte ihrer Zerstörung sowie der gegenwärtigen Erinnerungskultur auseinandersetzen.

Projektion auf die Oberfläche des Bunkers

Die Kunstwerke sollen einen Anlass für die Auseinandersetzung schaffen und zu einem lebendigen Diskurs beitragen. Eine audiovisuelle Performance nimmt die Solinger Klavierlehrerin und Organistin Helene Sternsdorff in den Fokus. Die Arbeit vermittelt durch die experimentelle Kombination von Bildern und Musik ein Gefühl für die Schaffenszeit der Künstlerin Anfang des 20. Jahrhunderts.

Eine Gedenktafel am Hochbunker an der Malteserstraße erinnert an die Solinger Synagoge, die von den Nazis zerstört wurde. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Eine Gedenktafel am Hochbunker an der Malteserstraße erinnert an die Solinger Synagoge, die von den Nazis zerstört wurde. (Archivfoto: © Bastian Glumm)

Eine Virtual-Reality-(VR)-Arbeit erweckt die Architektur der zerstörten Synagoge für den Abend des 8. November zum Leben. Die durch 3D-Scans rekonstruierte virtuelle Synagoge kann von den Besucherinnen und Besuchern mit Hilfe der Virtual Reality-Technologie und einer Projektion auf die Oberfläche des Bunkers erfahren werden.

Skulptur an der Bunkerfassade

Eine Netzwerk-Skulptur möchte, ausgehend von der Erinnerung an die Jüdische Gemeinde, ein positives Signal für ein offenes Miteinander senden. Die Arbeit besteht aus zwei Elementen: einer physischen Skulptur an der Bunkerfassade und einem über das Smartphone erreichbares lokales Netzwerk. Dieses bietet Zugang zu den künstlerischen Beiträgen und hat das Potential, weit mehr Informationen zugänglich zu machen, versprechen die Organisatoren. Der Kunstverein möchte das, was 80 Jahre unsichtbar war, wieder sichtbar machen.

Die Idee für diese außergewöhnliche Aktion hatte Andreas Schäfer vom Solinger Kunstverein. Gemeinsam mit mehreren Studenten und Dozenten der Kölner Kunsthochschule für Medien wird er die künstlerische Projektion mit dem Namen „(Un)sichtbar“ am kommenden Donnerstagabend umsetzen. Der Abend des 9. November fällt in diesem Jahr auf einen Freitag – im Judentum beginnt dann der Ruhetag „Shabbat“, weshalb die Aktion um einen Tag vorverlegt wird.

Standort

Bunker Malteserstraße/Gerichtsstraße, Solingen

Datum

Donnerstag 8. November, 20.00 Uhr

Volksbank Bergisches Land

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