Start Aktuelles Solingerin des Monats Oktober – Malerin & Kräuterfrau Carmen Dörner

Solingerin des Monats Oktober – Malerin & Kräuterfrau Carmen Dörner

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Carmen Dörner ist sehr glücklich, dass sie im Botanischen Garten ihre vielen Interessen verknüpfen kann. (Foto: © Martina Hörle)
Carmen Dörner ist sehr glücklich, dass sie im Botanischen Garten ihre vielen Interessen verknüpfen kann. (Foto: © Martina Hörle)
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SOLINGEN (mh) – Das Künstlerische habe sie vermutlich von ihrem Vater, meint Hobbymalerin Carmen Dörner. „Er hat sich immer gerne mit Kupferarbeiten und Bauernmalerei befasst.“ Sie selbst, so erzählt sie, hat schon als Kind gerne gemalt. Nach einer langen Pause durch Heirat und Kinder nahm sie 2004 einen neuen Anlauf. Nach ein paar Jahren bei der VHS folgten Kurse im Atelier Régis Noël in den Güterhallen. „Irgendwann wollte ich gerne ohne Anleitungen arbeiten, experimentieren“, schildert sie ihren weiteren künstlerischen Verlauf, bei dem sie in verstärktem Maß die Welt der Assoziationen nutzt. Auf ihrer Homepage zeigt sie einen Querschnitt durch ihre breitgefächerten Werke.

Motivsuche mit Assoziationen

„Eine Zeitlang arbeitete ich mit einem Bekannten gemeinsam an den Bildern. Während ich malte, baute er die Rahmen.“ Eines ihrer Gemälde versteigerten sie zugunsten des Botanischen Gartens. Danach folgte eine Kunstausstellung in der Grünanlage. In der Folgezeit arbeitete sie vorerst allein zu Hause weiter, merkte dabei aber, wie wichtig ihr das Miteinander, der Austausch mit anderen war. „Ich hatte von dem Malkurs erfahren, den Sabine Schulz-Wolff hier im Park gibt.“ Sie ging hin und blieb nicht nur dem Malkurs bis heute erhalten, sondern ist seit dieser Zeit obendrein ehrenamtlich in der Einrichtung tätig.

„Als Kind hatte ich keinen großen Bezug zum Garten“, erinnert sie sich. „Wir wohnten neben einem verlassenen Stück Grün, das sich im Laufe der Zeit in eine Wildnis verwandelt hatte.“ Hier ging Carmen Dörner mit ihrer Kamera auf die Suche nach geeigneten Motiven. Sie kaufte sich ein Naturkundebuch, um die Pflanzen, die sie aufgenommen hatte, bestimmen zu können, und entwickelte auf diese Weise ein immer stärker werdendes Interesse an Heilpflanzen.

Dörner ist seit einigen Jahren in der Malgruppe aktiv. Gerne zeigt sie bei der jährlichen Ausstellung ihre Arbeiten. (Foto: © Martina Hörle)
Dörner ist seit einigen Jahren in der Malgruppe aktiv. Gerne zeigt sie bei der jährlichen Ausstellung ihre Arbeiten. (Foto: © Martina Hörle)

Mittlerweile betreut sie seit einigen Jahren sowohl das Heilpflanzenbeet als auch den Biblischen Garten. Ihre berufliche Teilzeitarbeit lässt ihr genügend Freiraum, um ihre Kreativität auszuleben. „Ich bin etwa sechs Stunden pro Woche hier draußen. Das Kräuterbeet muss jedes Jahr teilweise neu angelegt werden. Dazu kommen diverse Stunden im organisatorischen Bereich“, beschreibt sie ihre Aufgaben. Neben der Beschilderung an den Beeten sorgt sie ebenfalls für die Saatgutbörse – „Samenbank“, wie sie ihr Projekt nennt. Hierfür hat sie sich extra ein Binokular angeschafft und betreibt eifrig ihre Studien. Bei Veranstaltungen weiht sie mit Hilfe des optischen Gerätes Besucher gerne in die Geheimnisse des Saatgutes ein. Die Führungen gestaltet sie informativ und mit kleinen Geschichten. „Jedes Heilkraut hat seine Sage. Die gebe ich bei den Rundgängen gerne zum Besten.“

Heilkräuter und ihre Sagen

Im Heilpflanzengarten fühlt sie sich wie zu Hause. Als sie ihn übernommen hatte, informierte sie sich gründlich über die Aktivitäten Karls, des Großen, und seine Verfügungen. Er hatte den Klöstern die Verbreitung vom Wissen und den entsprechenden Pflanzen übertragen, die er als besonders nützlich, heilsam oder ernährungsphysiologisch bedeutend einordnete. Diese Gärten waren Vorbilder für die gesammelten Pflanzen im „Capitulare de villis“ „Damit habe ich mich wirklich intensiv befasst“, betont die Kräuterfrau ihr Engagement. Eine große Zahl der erwähnten Pflanzen wollte sie unbedingt übernehmen.

Bei Veranstaltungen weiht Carmen Dörner die Besucher mit einem Blick durch das Binokular in die einzigartige Welt der Kräutersamen ein. (Foto: © Martina Hörle)
Bei Veranstaltungen weiht Carmen Dörner die Besucher mit einem Blick durch das Binokular in die einzigartige Welt der Kräutersamen ein. (Foto: © Martina Hörle)

„Ich muss ständig was zu tun haben“, lacht sie munter und verrät ihre beiden Wahlsprüche. „Jeder ist seines Glückes Schmied“ und „Man muss immer in Bewegung bleiben.“ Die Kräuterfrau ist glücklich, dass sie ihre vielen Facetten im Botanischen Garten miteinander verknüpfen kann. Der ewige Kreislauf der Natur passt zu ihrem Wahlspruch. Mit den Kräutern experimentiert sie ebenso wie mit ihrer Malerei. „Fertig wird man in diesem Garten nie“, sagt sie und ist sehr froh darüber.

Verfügungen Karls, des Großen

Jetzt wartet sie gespannt darauf, ob die Große Klette im kommenden Jahr blüht. Deren umfangreiche Blätter wurden früher zur Wundabdeckung verwendet. „In der Natur ist alles vorhanden“, ist Dörner überzeugt. „Man muss es nur nutzen.“ Und so nutzt sie die Natur unter anderem auch zur Motivsuche für ihre Bilder.

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