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Syrische Lehrerin beendet Praktikum bei der Stadt erfolgreich

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Dilan Ibrahim hat bei der Stadtverwaltung ein einjähriges Praktikum absolviert. (Foto: © Bastian Glumm)
Dilan Ibrahim hat bei der Stadtverwaltung ein einjähriges Praktikum absolviert. (Foto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – Für fünf Frauen und Männer, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflüchtet und nach Solingen gekommen sind, endete vor wenigen Wochen ihr einjähriges Praktikum, das sie bei der Solinger Stadtverwaltung absolvieren konnten. Auch Dilan Ibrahim nahm am Projekt „Qualifizierung von syrischen Geflüchteten in deutschen Kommunalverwaltungen“ teil (wir berichteten mehrfach hier), das in einer zweiten Förderrunde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) aufgelegt und finanziert wurde. Die 30-Jährige kommt aus Nord-Syrien und lebt mit Mann und Kind seit 2015 in Deutschland, ein Jahr später kam sie in die Klingenstadt. Bei der Stadt Solingen absolvierte sie ihr Praktikum zuletzt im Stadtdienst Integration an der Friedrichstraße.

In Syrien als Lehrerin gearbeitet

„Ich habe in dem Jahr bei der Stadt Solingen sehr viel für mich mitgenommen. Natürlich habe ich viele Erfahrungen machen können und einiges gelernt“, sagt Dilan Ibrahim, die in ihrer Heimat ein Biologiestudium begann und mehrere Jahre als Lehrerin arbeitete. Obwohl ihr nur ein Semester fehlte, um ihr Studium abzuschließen, sei es aufgrund bürokratischer Hürden nahezu unmöglich, den fehlenden Teil hier in Deutschland nachzuholen. Deshalb möchte sie sich nach ihrem jetzt absolvierten Praktikum beruflich ganz neu orientieren und eine Ausbildung als Optikerin beginnen.

Beim Stadtdienst Integration konnte die junge Frau wichtige Eindrücke sammeln, die sie für ihren weiteren beruflichen Weg nutzen möchte. „Ich war zunächst bei ganz vielen Beratungsgesprächen dabei, was mir insofern ja bekannt war, da ich ja damals ebenfalls auf der anderen Seite des Tisches gesessen habe, als ich nach Deutschland kam. Es hat mich deshalb umso mehr gefreut, dass ich helfen konnte“, macht Dilan Ibrahim deutlich. Bei den Gesprächen sammelte sie persönliche Daten und Informationen, die sie anschließend ins städtische System via Computer einpflegte. Zudem kümmerte sie sich um die Vermittlung von Dolmetschern an andere Institutionen und Behörden. Darüber hinaus sprang sie im Stadtdienst Integration selbst immer wieder als Übersetzerin ein und half bei Beratungsgesprächen.

Arbeiteten während des Praktikums zusammen: v.li. Caren Tuchel, Leiterin Stadtdienst Integration, Mentorin Brigitte Möllers und Dilan Ibrahim. (Foto: © Bastian Glumm)
Arbeiteten während des Praktikums zusammen: v.li. Caren Tuchel, Leiterin Stadtdienst Integration, Mentorin Brigitte Möllers und Dilan Ibrahim. (Foto: © Bastian Glumm)

Im Praktikum auch kulturelle Finessen kennengelernt

„Die Kultur spielt eine Rolle und die Sprache spielt eine Rolle. In Deutschland sind durchaus einige Dinge anders, als in Syrien. Beispielsweise zeigt man in meiner Heimat nicht seine Launen oder seinen Gemütszustand, was hier schon der Fall ist“, erklärt die 30-Jährige mit einem Lächeln. Kulturelle Finessen, mit denen sie aber schnell zurechtkam. Caren Tuchel ist Leiterin des Stadtdienstes Integration und gleichzeitig Koordinatorin des Qualifizierungsprojektes bei der Solinger Stadtverwaltung. „Dilan hat sich bei uns super eingefügt. Ich glaube allerdings schon, dass es manchmal für sie als Quereinsteigende anstrengend ist, aber dass sie dennoch sehr viel mitgenommen hat, auch was ihre Kompetenzen angeht. Bei den Aufgaben hat sich Dilan ebenfalls sehr gut eingebracht“, lobt die Stadtdienstleiterin.

Dass alle Praktikantinnen und Praktikanten während ihrer einjährigen Hospitation die klare Struktur der Verwaltung hautnah erleben konnten, sei gerade für Menschen, die aus einer Fluchtsituation in Deutschland ankommen und beruflich Fuß fassen wollen, enorm wichtig, betont Caren Tuchel: „Hier wurden ihnen Kompetenzen vermittelt, die sie anderswo einsetzen könne. Aber auch die Dienste haben profitiert. Wir brauchen halt diese frischen Winde von außen, die uns einfach mal fragen, wie was warum läuft.“  Solche und andere Fragen konnten die vier Frauen und der eine männliche Praktikant ihren Mentorinnen und Mentoren stellen, die den fünf während der gesamten Praktikumszeit zur Seite standen. Dabei handelt es sich um ehrenamtliche Führungskräfte der Stadt Solingen, die bereits pensioniert bzw. in Rente sind.

Brigitte Möllers stand Dilan Ibrahim zur Seite

Für Dilan Ibrahim war die ehemalige städtische Mitarbeiterin Brigitte Möllers zuständig, die zu ihrem Schützling eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut hat. Kontakt wolle man deshalb auch nach Beendigung des Praktikums halten. „Ich habe über 40 Jahre in der Verwaltung gearbeitet, die ich im Zuge der Arbeit mit Dilan nochmal ganz neu kennengelernt habe. Meine Aufgabe als Mentorin hat mir sehr viel Freude gemacht, ich habe Dilan und ihre Familie sehr liebgewonnen“, betont Brigitte Möllers.

Sie führte Dilan Ibrahim routiniert durch den manchmal durchaus schwer verständlichen Verwaltungs-Dschungel und stand ihr stets mit Rat und Tat zur Seite. „Wir haben trotz Corona sehr viel gemacht und uns auch privat getroffen. Ich würde sie jetzt sehr gerne weiterbegleiten, auch während ihrer dreijährigen Berufsausbildung“, zieht Brigitte Möllers ein durchweg positives Resümee.

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