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Wald: Grossmann-Gelände hat einen neuen Besitzer

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Sind beide froh und erleichtert, dass das ehemalige Grossmann-Areal eine Zukunft bekommt: Der neue Besitzer Sam Jordan (li.) , Geschäftsführer der Solinger Immobilienfirma raumvision by msd immobilien gmbh, und Johannes G. Berger, ehemaliger Vorstand und zuletzt Inhaber der Firma C. Grossmann Stahlguss. (Foto: © Bastian Glumm)
Sind beide froh und erleichtert, dass das ehemalige Grossmann-Areal eine Zukunft bekommt: Der neue Besitzer Sam Jordan (li.) , Geschäftsführer der Solinger Immobilienfirma raumvision by msd immobilien gmbh, und Johannes G. Berger, ehemaliger Vorstand und zuletzt Inhaber der Firma C. Grossmann Stahlguss. (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (bgl) – Es ist Johannes G. Berger deutlich anzumerken: Der Gang durch die leerstehenden Hallen des ehemaligen Stahlguss-Unternehmens C. Grossmann in Wald ruft Erinnerungen wach. Zu fast jedem Raum hat der ehemalige Vorstand und zuletzt Inhaber des Unternehmens an der Wittkuller Straße eine Anekdote parat. Viel Zeit habe er in die Firma gesteckt, natürlich auch Herzblut. „Und viel Geld“, sagt der 73-Jährige.

C. Grossmann seit Ende 2016 geschlossen

Umso trauriger war es für die Belegschaft und nicht zuletzt für Chef Berger, dass Grossmann nicht mehr gerettet werden konnte. Ende 2016 schlossen sich die Werkstore für immer, ein Insolvenzverwalter übernahm. „Zu sehen, wie hier alles verkommt, ist nicht sehr schön. Deshalb bin ich wirklich froh, dass es weitergeht“, freut sich Johannes G. Berger, der 1974 bei der Firma C. Grossmann Stahlguss anfing.

Zwar wird es an der Wittkuller Straße keine Gießerei mehr geben, aber es wird weitergehen. Dafür will der Solinger Investor Sam Jordan, Geschäftsführer der Immobilienfirma raumvision by msd immobilien gmbh mit Sitz an der Neuenhofer Straße, Sorge tragen. Er erwarb das gesamte Grossmann-Areal Ende vergangenen Jahres und setzte sich dabei gegen eine ganze Reihe Mitbewerber durch.

Ideen der Solinger Bürgerinnen und Bürger mit einbeziehen

„Wir haben zwar schon erste Ideen und auch Pläne, wollen aber die Bürgerinnen und Bürger, die Solinger, die Walder, und auch die Leute in den politischen Gremien und natürlich der Verwaltung mitnehmen. Letztendlich ist es der Markt, der bestimmt, was hier geschehen wird“, macht Sam Jordan deutlich. Dabei soll es keinerlei Denkverbote geben. Fast alles dürfe diskutiert und vorgeschlagen werden. Egal wie ungewöhnlich und gigantisch es zunächst auch klingen mag: „Warum sollten wir in Solingen nicht auch mal groß denken? Wenn man das Unmögliche denkt, kann das Mögliche Realität werden“, sagt der Solinger Unternehmer.

Zum Teil nutzen Mieter die leerstehenden Hallen als Stellplätze für Maschinen und Material. Das soll zunächst auch so bleiben. (Foto: © Bastian Glumm)
Zum Teil nutzen Mieter die leerstehenden Hallen als Stellplätze für Maschinen und Material. Das soll zunächst auch so bleiben. (Foto: © Bastian Glumm)

Größere Maßstäbe sollte man beim ehemaligen Grossmann-Standort ohnehin anlegen. Rund 44.000 Quadratmeter, davon 33.000 Quadratmeter unter Dach, zählt das Gelände. Durch die weitläufigen Werkshallen kann man locker mit dem Auto fahren. Derzeit wird das Gelände von kleineren Betrieben genutzt, auch nutzen Firmen die leeren Hallen teilweise als Stellplätze für Maschinen und Material. Es gebe diverse Mieter, so Sam Jordan. Das soll sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern.

Quartiersgedanke mit Gastronomie, Gewerbe und Freizeit

„Die Mieter können alle bleiben, wir freuen uns sogar über weitere Anfragen“, betont der neue Grossmann-Besitzer, der in dem gesamten Areal „riesiges Potenzial“ sieht. Ganz grob schwebt ihm schon ein gewisser Quartiersgedanke mit Gastronomie, Gewerbe und Freizeitangeboten vor, allerdings sei das alles noch ferne Zukunftsmusik. „Aber wir werden Grünflächen schaffen“, verspricht er. Nicht zuletzt deshalb heißt Sam Jordans neue Betreiberfirma für das Grossmann-Gelände „Walder Gärten“.

Strahlkraft auf den gesamten Stadtteil

So oder so, es tut sich was in Wald. Ein in einigen Jahren entwickeltes Grossmann-Areal solle Strahlkraft auf den gesamten Stadtteil haben. Und dabei auch dem Walder Kirchplatz und einem Sorgenkind wie dem „Schlauch“ mehr Leben einhauchen, wünschen sich alter und neuer Besitzer des Betriebsgeländes gleichermaßen. „Für mich ist das Kapitel hier offiziell abgeschlossen, die Insolvenz ist ja vorbei. Aber ich bin wirklich sehr froh über diese Entwicklung. Schön wäre es natürlich gewesen, wenn jemand gekommen wäre, der die Gießerei komplett übernommen hätte“, schmunzelt Johannes G. Berger mit einem Augenzwinkern in Richtung Sam Jordan.

Über den letztlich bezahlten Preis für das Gelände, schweigen sich die Verantwortlichen aus. Auch ein Zeitplan für eine Neunutzung sei noch nicht absehbar. „Es geht jetzt erstmal wie gehabt hier weiter“, so Sam Jordan am Mittwoch. Zuletzt machte der Solinger Investor mit seinen spannenden Ideen und Plänen für das „Signalhaus“ am Neumarkt von sich reden. Wir haben hier darüber berichtet.

Volksbank Bergisches Land

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