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Weltstillwoche (2): „Stillen – eine Handvoll Wissen reicht“

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Dr. Melanie Benthin ist Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde im Klinikum Solingen. (Foto: © Bastian Glumm)
Dr. Melanie Benthin ist Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde im Klinikum Solingen. (Foto: © Bastian Glumm)

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SOLINGEN (bgl/red) – Insbesondere der Stillbeginn ist eine sensible Phase, die die weitere Stillzeit maßgeblich prägt. Elementar sind kompetente, feinfühlige Stillberatung durch Fachpersonal wie (Familien-) Hebammen, Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger, Stillberaterinnen ebenso wie Ärztinnen und Ärzte in den Praxen und in der Klinik. Zusammen mit niedrigschwelligen Angeboten zur Unterstützung bei Stillschwierigkeiten sowie dem Wissen, dass nicht immer alles perfekt laufen muss, ergeben sich gute Voraussetzungen für eine gelingende Stillzeit.

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„Stillen ist die natürliche Ernährung des Kindes“

Dr. Melanie Benthin ist Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Solingen. Sie erläutert: „Die werdenden Mütter kommen in der Schwangerschaft mit Fragen zu uns, beispielsweise, wann sie das Kind zum ersten Mal anlegen dürfen nach der Entbindung. Wir erklären dann, dass das Kind die ganze Zeit bei der Mutter bleibt und wir das erste Stillen stark unterstützen. Natürlich bringen wir den Frauen während der Geburtsplanung nahe, wie wichtig das Stillen für das Kind ist.

Das gilt natürlich auch für die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Man weiß, dass Mütter, die stillen, weniger anfällig für Wochenbettdepressionen sind. Zudem ist es auch für den Gewichtsverlauf bei der Frau nach der Entbindung günstig. So lässt sich beispielsweise eine Zuckerkrankheit durch das Stillen günstig beeinflussen. Insofern motivieren wir sehr zum Stillen, denn das ist die natürliche Ernährung des Kindes. Es ist sehr schwer, diese von der Natur perfekt gestalteten Abläufe mit künstlichen Systemen nachzuahmen.

Dre Trend geht wieder klar in Richtung Stillen

Wenn die Frauen zu uns kommen, finden zudem stets Gespräche im Vorfeld der Geburt mit einer Hebamme statt. So versuchen wir nicht nur aus ärztlicher Sicht die Frauen auf das Stillen vorzubereiten. Der Trend geht ganz klar wieder in die Richtung, diese natürlichen Vorgänge mehr zu würdigen. Wir müssen diesen ganz natürlichen Abläufen wieder mehr Raum geben, dass diese auch ganz normal und ungestört stattfinden können. Denn man kann diese Abläufe durch Eingriffe schnell stören, weshalb wir sehr darauf aufpassen, nur dann einzuschreiten, wenn es auch unbedingt notwendig ist.

In den 70er- und in den 80er-Jahren hieß ja noch, dass die Muttermilch sehr belastet ist. Damals war es deshalb ein großer Trend, dass die Frauen nicht gestillt haben. Das ändert sich derzeit zum Glück wieder deutlich. Und wir versuchen aktiv, alle Frauen zum Stillen zu bewegen. Glücklicherweise gibt es in Deutschland fundierte Schwangerenrechte, die es den Frauen leichtmachen.“

Weltstillwoche vom 3. bis zum 9. Oktober

Vom 3. bis 9. Oktober 2022 findet die diesjährige Weltstillwoche statt. Das SolingenMagazin begleitet die Stillberaterinnen und Medizinerinnen des Solinger Klinikums mit einer kleinen Serie.

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Bastian Glumm arbeitet seit vielen Jahren als Textjournalist für diverse Tages- und Fachmedien sowie als Cutter in der Videoproduktion. Der gelernte Verlagskaufmann rief im September 2016 das SolingenMagazin ins Leben.

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