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Werkschau im Südpark: Künstler begeistern mit großartiger Vielfalt

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LAX ALEX CONTRAX sorgte bei der Werkschau im Südpark mit einem fantastischen Mix der unterschiedlichsten Musikgenres für eine super Stimmung. (Foto: © Martina Hörle)
LAX ALEX CONTRAX sorgte bei der Werkschau im Südpark mit einem fantastischen Mix der unterschiedlichsten Musikgenres für eine super Stimmung. (Foto: © Martina Hörle)

SOLINGEN (mh) – Ein buntes und vielfältiges Programm boten die Künstler beim diesjährigen Güterhallenfest: Die Veranstaltung, die erstmals den Namen „Werkschau“ trug, bot ihnen die Möglichkeit der ganz individuellen Präsentation der Werke. Im Innen- und Außenbereich fanden sich Bilder, Skulpturen, Schmuck und Installationen in Hülle und Fülle. Die Werke wiesen Unterschiede auf, wie sie nicht größer sein könnten, und sorgten auf diese Art für eine unvergleichliche Vielfältigkeit.

Präsentationen mit beeindruckender Kreativität

Janine Werner, Conny Schüssler, Ingo Schleutermann und Norbert Sarrazin hatten ein Gemeinschaftsprojekt auf der „Werkschau“ initiiert. „Probleme des Alltags“ zeigte in einer Schwarz-Weiß-Darstellung mit Wohnzimmeratmosphäre, wie die Politiker Beatrix von Storch, Björn Höcke und Horst Seehofer mühelos gute Politik der letzten Jahrzehnte in Schutt und Asche legen. Auf dem Tisch vor sich das Gesellschaftsspiel „Klapps-Mühle“, das auf allen Spielsteinen Seehofers zeigt. Nebenbei lief im Fernseher die Augsburger Puppenkiste „Kleiner König Kalle Wirsch“ als Endlospräsentation und bot mit ihrer heilen Welt das krasse Gegenprogramm.

Das Schwarz-Weiß-Thema wurde im Atelier KünstlerPack mehrfach aufgegriffen. In der breit gefächerten Ausstellung hingen Zeichnungen von Ingo Schleutermann und Werke von Irmgard Stohlmann. Frank Boss und Maryam Sabri hatten Fotos aus Dangas und Malaysia gewählt und Norbert Sarrazin zeigte eine Figuration mit Buchstaben. „Die Fotos stellen Worte dar“, erläuterte er seine Arbeiten. „Die Buchstaben sind über die Bildsprache entstanden. In der Grafik des Alltags lässt sich vieles finden.“ Seine Bilder ergaben das Wort „Vision“.

Boris von Reibnitz erstellt Tonköpfe von beeindruckenden Persönlichkeiten. Hier zeigt er den Kopf einer 99-jährigen Französin, die in ihrem Dorf sehr verehrt wurde. (Foto: © Martina Hörle)
Boris von Reibnitz erstellt Tonköpfe von beeindruckenden Persönlichkeiten. Hier zeigt er den Kopf einer 99-jährigen Französin, die in ihrem Dorf sehr verehrt wurde. (Foto: © Martina Hörle)

Sylvia Knust-Schubert hatte in ihrer Radfahrerserie auch für sich das Schwarz-Weiß entdeckt. „Mein Mann und mein Sohn fahren beide Triathlon“, erzählte die Künstlerin. „Ich habe versucht, in meinen Arbeiten durch eine perspektivische Verkürzung die Bewegung, die Schnelligkeit, im Bild festzuhalten.“ Die Serie soll künftig noch ergänzt werden.

Boris von Reibnitz stellte in seinem Atelier eine Reihe von Tonköpfen vor. So beispielsweise eine Französin, die kürzlich im Alter von 99 Jahren verstorben war. „Sie war eine wirklich beeindruckende Persönlichkeit“, beschrieb er seine Wahl, „mit einem unglaublichen Witz. Das ganze Dorf hatte sie verehrt.“ Bevor sich der Künstler an die Tonarbeit macht, erstellt er immer Zeichnungen von den Köpfen. „Auf diese Weise ergründe ich das Modell, wie ich es als Skulptur schaffen will.“ Erst wenn ein Werk vollendet ist, macht sich von Reibnitz an eine neue Arbeit.

Weltkugel als Apfelgriebsch

Sein Gastkünstler Hartmut Hegener, Steinmetz und Bildhauer, hatte vor dem Atelier auf der Wiese mehrere Skulpturen aufgebaut. Eine davon zeigte die Weltkugel in Form eines Apfels, gleich daneben als Apfelgriebsch. Viel war nicht mehr übrig. Wer wollte, konnte sich selbst vor dem Atelier am Steinhauen versuchen.

Gastkünstler Rüdiger Brede hatte unter anderem eine Reihe von Turmskulpturen mitgebracht. „Türme haben eine Historie“, erläuterte der gelernte Maler und Tischler. „Jeder Ziegel ist gebrannt worden. Heute wird in dieser Form nicht mehr gebaut.“ Des Weiteren hatte er sich mit der Frage befasst, ob Computer in der Lage sein könnten, Emotionen zu empfinden, und was das in letzter Konsequenz bedeuten würde.

Sylvia Knust-Schubert hat in ihrer Radfahrserie Bewegung und Schnelligkeit im Bild festgehalten. (Foto: © Martina Hörle)
Sylvia Knust-Schubert hat in ihrer Radfahrserie Bewegung und Schnelligkeit im Bild festgehalten. (Foto: © Martina Hörle)

In einem Zelt auf der Wiese der „Werkschau“ stellte Michael Lichties ausgefallene Lichtobjekte vor. Aus Projektoren, Bügeleisen, Kaffeemaschinen und Büchern hatte der Künstler originelle Lampen kreiert, jedes Teil ein Unikat. „Das wechselt ständig“, meinte er lächelnd. „Es hängt ja immer davon ab, welches Stück mir gerade in die Hände fällt.“ Die Besucher waren jedenfalls sehr angetan von den originellen Objekten.

Im Atelier Behauptungen herrschte ebenfalls viel Betrieb. Bea Kahl versorgte die Gäste mit aromatischem Kaffee. Dazu gab es köstliche, von den Künstlern und Freunden selbstgebackene Kuchen. Die Besucher hatten es schwer, sich zwischen Käse- und Schokoladenkuchen, zwischen Pfirsich-Rhabarber- und Zitronenkuchen und noch weiteren Sorten zu entscheiden. Das Waffeleisen arbeitete auf Hochtouren.

Großes Interesse an blumigen Kopfbedeckungen

Obendrein hatte die Hutmacherin vor dem Atelier ein zauberhaftes kleines Schaufenster aufgebaut. Hier zeigte sie handgeformte Blütenträume in vielen Varianten als Dekoration an Kopfbedeckungen oder als Kopfbedeckung selbst. Ihr persönliches Highlight war eine große leuchtend rote Rose – eine Theaterkreation für die Rolle der Rose in Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“.

Ketten und Ringe in Gold und Silber hatte die Schmuckgestalterin Almuth Finke in der Werkstatt bei Peter Amann ausgestellt. Die gelernte Gold- und Silberschmiedemeisterin zeigte eine Vielzahl von Schmuckstücken mit und ohne Steine. Ihr Wahlspruch lautet: „Schmuck ist wie Haute Couture, maßgeschneidert und komfortabel – den ganzen Tag.“ Gerne gibt sie altem Schmuck ein neues Design oder entnimmt Teile davon und arbeitet sie in ein neues Objekt ein.

Diese Kopfbedeckung von Bea Kahl ist als Theaterkreation für die Rolle der Rose in dem Stück „Der kleine Prinz“ gedacht. (Foto: © Martina Hörle)
Diese Kopfbedeckung von Bea Kahl ist als Theaterkreation für die Rolle der Rose in dem Stück „Der kleine Prinz“ gedacht. (Foto: © Martina Hörle)

Beatrix Deus und Silke Widenka hatten ebenfalls kleine Ausstellungen vorbereitet. Deus stellte unter dem Titel „Stadt/Land/(im)Fluss einen Mix aus abstrakter, informeller und experimenteller Malerei vor. Zwischen ihren Werken hingen literarische Texte ihres Bruders, der unter dem Namen Ody vam Bruck mal poetisch, mal schwarzhumorig mit einem leichten Augenzwinkern schreibt. Der mehrfache Literaturpreisträger hatte für das Güterhallenfest einen kleinen Querschnitt „PIN-UP-POETRY“ aus seinen Werken zur Verfügung gestellt.

Die Bilderstrecke von Silke Widenka gehört zu den neuesten Arbeiten der Künstlerin. Hier konnten Besucher eine interessante Kombination aus Fotografie und Malerei in Augenschein nehmen.

Musikalisch sorgte LAX ALEX CONTRAX mit ihrem Ska-Rock für grandiose Stimmung bei den Zuhörern der kreativen „Werkschau“. Die neun Musiker schafften mit ihrem stilistischen Mix der unterschiedlichsten Musikgenres einen einzigartigen Klang, der das Publikum einfach mitriss.

Rege Teilnahme an der Jam-Session

Am Sonntag ging die „Werkschau“ mit einer tollen Jam-Session weiter. Von 11 – 17 Uhr standen rund 30 Interpreten auf der Bühne. Von Bossa Nova bis Jazz war alles vertreten. „Die Nachfrage war sehr groß und die Plätze schnell vergeben“, so Janine Werner, die sich mit der Koordination der Anmeldungen befasst hatte. Auch die kleinen Kunstwerke, die im Atelier KünstlerPack ab einer Spende von 10,- Euro erworben werden konnten, fanden zahlreiche Interessenten.

Alles in allem hatten Künstler & Friends wieder eine grandiose Veranstaltung auf die Beine gestellt, die ihresgleichen sucht. Da freut man sich schon heute auf das nächste Jahr, auf die nächste „Werkschau“ im Solinger Südpark.

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