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Graf Adolf V. erzählt selbst über die Schlacht von Worringen

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Präsentierten jetzt den ersten Teil eines „Augumented Reality“-Angebots auf Schloss Burg und einen virtuellen Graf Adolf V.: v.li. Klaus Hinger, Gregor Ahlmann (beide Schlossbauverein) und Werner Koch (EXCIT3D GmbH). (Foto: © Bastian Glumm)
Präsentierten jetzt den ersten Teil eines „Augumented Reality“-Angebots auf Schloss Burg und einen virtuellen Graf Adolf V.: v.li. Klaus Hinger, Gregor Ahlmann (beide Schlossbauverein) und Werner Koch (EXCIT3D GmbH). (Foto: © Bastian Glumm)

SOLINGEN (bgl) – Am 5. Juni 1288 tobte auf der Fühlinger Heide die Schlacht von Worringen. Johann I. von Brabant zog mit seinem Heer gegen den Erzbischof von Köln. An seiner Seite: Adolf V., Graf von Berg. Sein bergisches Bauernkontingent soll das Zünglein an der Waage gewesen sein, das letztlich Brabants Heere zum Sieg – und Erzbischof Siegfried von Westerburg in eine 13-monatige Gefangenschaft auf Schloss Burg führte. Im Rittersaal des Schlosses erinnert ein prächtiges Wandgemälde an den Waffengang. Seit kurzem ist man im Bergischen Museum darüber hinaus einen großen Schritt weiter in Richtung digitaler Zukunft gegangen und bietet Informationen über die Schlacht von Worringen im Rahmen eines „Augumented Reality“-Angebots.

Infos auf Smartphone und Tablet

„Soweit wir wissen, sind wir die erste Burg, das erste Schloss, das sich mit diesem Thema nicht nur befasst hat, sondern auch schon eine Umsetzung präsentieren kann“, sagte am Donnerstag Klaus Hinger, Schatzmeister und Geschäftsführer des Schlossbauvereins. Besitzer eines Smartphones oder Tablets können mit ihrem Gerät nun im Rittersaal Infos zur Schlacht von Graf Adolf „persönlich“ vorgetragen bekommen. Dazu muss die neue App von Schloss Burg, nutzbar für Android und Apple, heruntergeladen werden.

Werner Koch ist Geschäftsführer der Solinger Firma EXCIT3D GmbH und Manager des 3D-Netzwerkes. (Foto: © Bastian Glumm)
Werner Koch ist Geschäftsführer der Solinger Firma EXCIT3D GmbH und Manager des 3D-Netzwerkes. (Foto: © Bastian Glumm)

Nach Aktivierung, Eingabe eines sich regelmäßig ändernden Passwortes und Ausrichtung des Geräts mit Kamera in den Saal, erscheint auf dem Display ein virtueller Graf Adolf V. nebst Schlachtross, der über das Gefecht und den Sieg seines Heeres berichtet. Und das vollkommen dreidimensional, so dass man sogar um ihn herum gehen kann. „Wir wollen auch im Rahmen der Museumspädagogik zeigen, was in Sachen Virtual und Augumented Reality heute schon machbar ist“, so Klaus Hinger.

Kooperation mit der Solinger Firma EXCIT3D

Möglich macht dieses digitale Highlight die Zusammenarbeit mit der Solinger Firma EXCIT3D GmbH. Der Kontakt kam im vergangenen Juni auf der Solingen Messe zustande. „Wir haben Graf Adolf modelliert und dieser kann jetzt in ganz verschiedenen Zusammenhängen auftauchen“, erklärte 3D-Experte Werner Koch, Geschäftsführer von EXCIT3D. Denn der virtuelle Auftritt des mittelalterlichen Grafen im Rittersaal soll nicht der einzige bleiben.

Geplant sind ähnliche Angebote an vielen weiteren markanten Orten auf Schloss Burg. Historisches zu erzählen gebe es schließlich genug, ist man beim Schlossbauverein und der Firma EXCIT3D einer Meinung. Parallel dazu findet der Ausbau der digitalen Infrastruktur auf Schloss Burg statt. Gleich mehrere W-Lan-Hotspots sollen eingerichtet, der Zugang für Besucher frei ermöglicht werden.

Der virtuelle Graf Adolf wurde durch einen 3D-Drucker geschickt und kam als plastische Figur wieder heraus. (Foto: © Bastian Glumm)
Der virtuelle Graf Adolf wurde durch einen 3D-Drucker geschickt und kam als plastische Figur wieder heraus. (Foto: © Bastian Glumm)

Ausbau des Angebotes in der Planungsphase

Die bisherige Umsetzung des Projektes sei im Rahmen „eines überschaubaren Preises“ möglich gewesen, betonte Klaus Hinger. Der weitere Ausbau der „Augumented Reality“ auf Schloss Burg warte jetzt auf entsprechende Finanzierungszusagen. Gedanklich ist man allerdings schon ein gutes Stück weiter. Ideen mit Holgrammen und VR gibt es längst, auch Überlegungen, Teile der Schlacht von Worringen sichtbar zu machen. Halbvirtuelle Tjost-Turniere auf dem Burghof mit Teilnehmern aus aller Welt via Avataren könnten mittelfristig keine Träumereien bleiben.

Auch können selbstverständlich andere Figuren aus der Geschichte auf dem Smartphone auftauchen. Denkbar seien beispielsweise auch ein Graf Engelbert oder eine Anna von Kleve, die auf Schloss Burg lebte und zeitweise mit dem englischen König Heinrich VIII. verheiratet war und über ihre Erlebnisse am englischen Hof berichten könnte. Übrigens: Für die App wurde Graf Adolf V. unter Zuhilfenahme eines Wandgemäldes modelliert. Und dieses virtuelle Modell wurde später von einem 3D-Drucker als echte Figur ausgespuckt. „Die nächsten Schritte können dann auf verschiedenen Spielfeldern stattfinden“, so Werner Koch.

Volksbank Bergisches Land

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