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Mach´s gut, lieber „Schorsch“ Wenke

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Hans-Georg Wenke, von Freunden liebevoll „Schorsch“ genannt, verstarb am vergangenen Wochenende nach langer Krankheit in einem Solinger Krankenhaus. Er wurde 72 Jahre alt. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
Hans-Georg Wenke, von Freunden liebevoll „Schorsch“ genannt, verstarb am vergangenen Wochenende nach langer Krankheit in einem Solinger Krankenhaus. Er wurde 72 Jahre alt. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
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SOLINGEN (bgl) – War man auf der Suche nach einem „überzeugten Solinger“, dann kam man an ihm nicht vorbei. Hans-Georg Wenke liebte seine Geburts- und Heimatstadt Solingen. Und er widmete seiner Klingenstadt und den Menschen einen Großteil seines Lebens. Sei es ganz aktiv bei der Gestaltung und der Organisation des kulturellen Spektrums in Solingen. Sei es in Form von Texten, Filmen und unzähligen Fotografien, die Wenke im Laufe der Jahre von und über sein Solingen gemacht hat. Hans-Georg Wenke, von Freunden liebevoll „Schorsch“ genannt, verstarb am vergangenen Wochenende nach langer Krankheit in einer Solinger Klinik. Er wurde 72 Jahre alt.

Mit Leib und Seele für die Solinger Kultur

In den vergangenen Jahren hatte sich Wenke mit Leib und Seele diversen Projekten in Solingen gewidmet, darunter auch dem Zöppkesmarkt. Im veranstaltenden Solinger Brauchtumsverein war er Dreh- und Angelpunkt im Organisationsteam. Zuletzt war er vor zwei Jahren unter anderem für die Erstellung des Jubiläumsheftes anlässlich des 50. Zöppkesmarktes verantwortlich.

Die kleinen Weihnachtsmärkte in der Solinger Innenstadt lagen ihm stets sehr am Herzen. Gleichzeitig engagierte er sich mit ganz viel Zeit und Freude für das City-Art-Project. „Schorsch war während der letzten Jahre bei vielen meiner Projekte an meiner Seite – aktiv oder dokumentarisch. Wir werden diesen außergewöhnlichen und besonderen Menschen sehr vermissen“, sagt Timm Kronenberg vom City-Art-Project.

Jahrzehntelang als selbstständiger Fachjournalist gearbeitet

Wenkes Leidenschaft war das Wort. Das geschriebene Wort bevorzugt, aber auch das gesprochene. Hauptsache, es war geschliffen. Jahrzehntelang war „Schorsch“ Wenke als freiberuflicher Fachjournalist im Einsatz und kam dabei gehörig rum. Nach seiner abgeschlossenen Lehre als Schriftsetzer studierte Wenke an der FH der Uni in Wuppertal. Erfolgreich schloss er den Studiengang der Druckereitechnik als Diplom-Ingenieur ab.

Danach folgten zahlreiche Verwendungen in ganz Deutschland, unter anderem als Manager in einer Großdruckerei oder als Unternehmensberater. 1978 machte er sich schließlich als Fachjournalist selbstständig. Etwa 2.000 Artikel rund um das Themenspektrum Druck, Print, Marketing und Wirtschaft hat Wenke im Laufe der Jahre verfasst.

"Schorsch" Wenke (re.), hier mit Martin Gerschwitz am Keyboard, setzte sich mit Herzblut für die Solinger Kultur ein. (Archivfoto: © Bastian Glumm)
„Schorsch“ Wenke (re.), hier mit Martin Gerschwitz am Keyboard, setzte sich mit Herzblut für die Solinger Kultur ein. (Archivfoto: © Bastian Glumm)

Ein Chronist seiner Heimatstadt Solingen

„Schorsch“ Wenke und seine Ehefrau Monika führten Reisen in die entlegensten Winkel dieser Welt. Aber in die Klingenstadt kam das Ehepaar stets gerne zurück. Und zwar aus Überzeugung. Denn hier war Wenke verwurzelt, hier war er zu Hause. Wenke war zudem Chronist der Stadt Solingen und stellte in akribischer Detailarbeit auf einer seiner Webseiten Geschichte und Geschichten aus der Historie seiner Heimatstadt zusammen.

Das garniert mit heiteren Anekdoten und dem passenden Bildmaterial. Ein eindrucksvolles und gleichzeitig unterhaltsames Zeitdokument. Wenke war aber nicht nur der Theoretiker, er war Macher. Hatte sich in seinem rastlosen Kopf eine Idee manifestiert, so setzte er alle Hebel in Bewegung, um diese umzusetzen – mitunter auch mal mit ausgefahrenen Ellbogen.

Autor von „Geisterstadt Solingen – Verlust einer Identität“

Meist ging es dabei um sein Solingen. Was man in der Klingenstadt besser machen könnte, davon hatte Hans-Georg Wenke ganz klare Vorstellungen. Diese fasste er vor zwei Jahren in einem eBook mit dem Titel „Geisterstadt Solingen – Verlust einer Identität“ zusammen. Das PDF kann auch jetzt noch kostenfrei heruntergeladen werden. Gerade hatte „Schorsch“ Wenke gemeinsam mit dem Solinger Autor Olaf Link das Buch „Unnützes Wissen Bergisches Land“ verfasst.

Vorsitzender des Shantychors in Solingen

„Schorsch“ Wenke wird in Solingen große Lücken hinterlassen. So unter anderem im Shantychor Solingen, dessen Vorsitz er in den letzten Jahren innehatte. „Schorsch“ war auf zahlreichen Veranstaltungen immer wieder als Moderator im Einsatz und führte launig auch durch vermeintlich trockene Themen – umso leichter fiel es ihm, wenn ohnehin Ausgelassenheit gefragt war.

„Schorsch“, der „überzeugte Solinger“, wird der Klingenstadt sehr fehlen. Als liebenswerter Mensch natürlich, aber auch aktiv als Macher und Helfer an vielen Fronten. Und seine Schreibe wird der Klingenstadt fehlen. Die stets pointiert, oft mit Wortwitz und Gewandtheit, fast schon spielerisch der deutschen Sprache schmeichelte.

Mach´s gut, lieber „Schorsch“, wir werden dich vermissen!

Von Bastian Glumm

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