
SOLINGEN (bgl) – Auf dem „Change.Campus“ in Stöcken beginnt die nächste wichtige Phase der Entwicklung des ehemaligen Rasspe-Areals. Mit dem Bau der inneren Erschließungsstraße werden die Voraussetzungen geschaffen, um die künftigen Gewerbeflächen vollständig an das Verkehrs- und Versorgungsnetz anzubinden. Das Projekt gilt als entscheidender Schritt für die weitere Entwicklung des rund 6,5 Hektar großen Geländes, auf dem in den kommenden Jahren Unternehmen, Innovationen und moderne Arbeitswelten angesiedelt werden sollen.
Die Arbeiten starten im Sommer 2026 und bilden die Grundlage für weitere Investitionen und Neubauten. Nach Jahren der Vorbereitung wird damit ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Bereits zuvor waren auf dem ehemaligen Industrieareal umfangreiche Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden. Gebäude wurden zurückgebaut, Altlasten beseitigt und das Gelände für die neue Nutzung vorbereitet.
Erschließung als Voraussetzung für die Vermarktung
Dass die neue Straße weit mehr ist als eine reine Infrastrukturmaßnahme, machte Achim Willke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Solingen.Business, jetzt bei einem Pressegespräch deutlich. „Man muss immer dazu sagen, es gibt natürlich gewisse Rahmenbedingungen, die erstmal da sein müssen, damit man überhaupt vermarkten kann“, erklärte er. Neben dem Eigentum an den Flächen und dem inzwischen rechtskräftigen Bebauungsplan sei vor allem die Erschließung entscheidend.
„Das Dritte, was man braucht, ist die innere Erschließung. Weil wenn man keine Erschließung hat, wenn man keine Straße hat, dann kann man auch keine Baugenehmigung erwirken“, so Willke weiter. Erst mit der neuen Verkehrsachse können die einzelnen Baufelder vollständig erschlossen und für künftige Investoren nutzbar gemacht werden.
Die neue Straße wird an die Straße Stöcken angebunden und die verschiedenen Entwicklungsflächen auf dem Gelände erschließen. Nach Angaben der Projektverantwortlichen stehen perspektivisch rund 3,5 Hektar für weitere Unternehmensansiedlungen zur Verfügung. Die europaweite Ausschreibung für die Tiefbauarbeiten wurde bereits abgeschlossen, die Vergabe des Auftrags steht unmittelbar bevor.

Verkehrseinschränkungen während der Bauphase
Für die Herstellung der neuen Straßenanbindung sind vorübergehende Änderungen der Verkehrsführung notwendig. Während der Sommerferien wird eine zeitlich begrenzte Einbahnstraßenregelung eingerichtet. In dieser Phase erfolgen Straßenaufweitungen, Bordstein- und Asphaltarbeiten sowie notwendige Querungen für die neue Straßenbeleuchtung und Lichtsignalanlage. Nach Ende der Sommerferien soll der Zweirichtungsverkehr wieder freigegeben werden.
Zwischen den Sommer- und Herbstferien bleibt die Straße anschließend in beide Richtungen befahrbar. Parallel dazu werden die Lichtsignalanlage, die Straßenbeleuchtung und die Gehwege fertiggestellt. Während der Herbstferien 2026 wird die Einbahnstraßenregelung nochmals erforderlich, um die Asphaltdeckschicht einzubauen. Die Projektverantwortlichen weisen darauf hin, dass die genannten Zeiträume einen groben Rahmen darstellen. Weitere Informationen zu einzelnen Bauabschnitten und konkreten Verkehrsregelungen sollen frühzeitig veröffentlicht werden.
Stöcken: Förderung von Bund und Land
Unterstützt wird die Erschließungsmaßnahme durch Fördermittel von Bund und Land Nordrhein-Westfalen. Das Projekt „Erschließung des Gewerbegebiets Stöcken 17“ wird im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gefördert. Die Mittel werden über das Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.
Für den Bewilligungszeitraum vom 24. November 2025 bis zum 31. Dezember 2028 stehen Fördermittel von bis zu 2.190.081,62 Euro zur Verfügung. Willke bezeichnete die Unterstützung angesichts der finanziellen Situation vieler Kommunen als wichtigen Baustein für die Umsetzung des Projekts.
Standort langfristig als Wirtschaftscampus etablieren
Mit dem Beginn der Erschließungsarbeiten nimmt die Entwicklung des „Change.Campus“ nun sichtbar Fahrt auf. Nach der erfolgreichen Sanierung des ehemaligen Industrieareals werden damit die Voraussetzungen geschaffen, um neue Gewerbeflächen bereitzustellen und den Standort langfristig als Wirtschafts- und Innovationscampus im Bergischen Städtedreieck zu etablieren.

Für die Anbindung des Change.Campus muss zunächst der Knotenpunkt an der Straße Stöcken umgebaut werden. Geplant sind unter anderem Straßenaufweitungen, neue Bordsteine, der Bau einer Ampelanlage sowie zahlreiche Leitungsarbeiten für Beleuchtung, Glasfaser und Versorgungsinfrastruktur. Nach Angaben der Projektverantwortlichen soll die Kreuzung zunächst vollständig fertiggestellt werden, bevor der eigentliche Straßenbau auf dem Gelände beginnt. Damit soll verhindert werden, dass später Baustellenverkehr ohne geregelte Verkehrsführung auf die Straße Stöcken trifft.
INFO: Umleitungen während der Sommerferien in Stöcken
Die größten Verkehrseinschränkungen werden voraussichtlich während der Sommerferien 2026 auftreten. In diesem Zeitraum soll auf der Straße Stöcken eine Einbahnstraßenregelung in Fahrtrichtung Kohlfurth eingerichtet werden, damit die Arbeiten am neuen Knotenpunkt, an der Ampelanlage sowie an den notwendigen Leitungsquerungen durchgeführt werden können. Der Verkehr aus Richtung Wuppertal wird währenddessen bereits ab der L74 in Kohlfurth weiträumig über Müngsten, die Krahenhöhe und die Schützenstraße umgeleitet. Nach Ende der Sommerferien soll der Begegnungsverkehr wieder möglich sein, während weitere Arbeiten an Gehwegen und Infrastruktur erfolgen.
Für den Einbau der Asphaltdeckschicht ist während der Herbstferien 2026 erneut eine vorübergehende Einbahnstraßenregelung vorgesehen. Die Projektverantwortlichen betonen jedoch, dass die eigentliche Erschließung des Geländes anschließend weitgehend ohne zusätzliche Verkehrsbehinderungen erfolgen soll. Die umfangreichsten Einschränkungen konzentrieren sich damit auf die Umbauarbeiten im Bereich der Einmündung an der Straße Stöcken.


































