Start Aktuelles Kreditgeschäft in Solingen boomt – doch Vorsicht bei Kreditkosten

Kreditgeschäft in Solingen boomt – doch Vorsicht bei Kreditkosten

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Auf dem Weg zum perfekten Kredit müssen verschiedene Kriterien beachtet werden. (Symbolfoto: © Bastian Glumm)
Auf dem Weg zum perfekten Kredit müssen verschiedene Kriterien beachtet werden. (Symbolfoto: © Bastian Glumm)
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Wer sich Geld leihen möchte oder muss, sollte unbedingt auf die Kreditkosten achten. Oft glauben Kreditnehmer, dass es sich dabei vor allem um die Zinsen handelt. Aber auch andere Kostenfaktoren können bei der Aufnahme eines Kredits anfallen. Um keine böse Überraschung zu erleben, sollten deshalb alle möglichen Kosten noch vor der Kreditaufnahme bedacht werden.

Bei Kreditbeantragung Kostenfaktoren beachten

Die Nachfrage nach Krediten ist in Solingen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus hoch. Doch es sind nicht nur die niedrigen Zinsen, die einen Kredit günstig machen. Entscheidend sind auch viele andere Faktoren, auf die Kreditnehmer unbedingt achten sollten. Ganz gleich ob ein Kredit in Höhe von 20000 Euro für die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs oder auch eine Baufinanzierung: Wer nicht auf alle Kostenpunkte achtet, tappt ganz schnell in die Kostenfalle. Die jährlichen Gesamtkosten – bestehend aus Sollzins und Kreditnebenkosten – werden auch als effektiver Jahreszins bezeichnet.

Sollzins macht Großteil der Kreditkosten aus

Tatsächlich sind es die Sollzinsen, die den höchsten prozentualen Anteil an den Kosten für einen Kredit ausmachen. Sie geben über die jährliche Zinsbelastung für ein beanspruchtes Darlehen Auskunft. Der Sollzins richtet sich nach unterschiedlichen Faktoren. Vor allem der von der EZB festgelegte Leitzins hat großen Einfluss darauf. Zudem spielt die Bonität des Kreditnehmers eine entscheidende Rolle, weshalb bei Kreditvergabe auch regelmäßig eine Abfrage bei der Schufa erfolgt.

Die Sollzinsen für Kredite werden vom Leitzins der EZB beeinflusst.

Banken unterscheiden grundsätzlich zwischen variablem und gebundenem Sollzins. Der variable Sollzins kann von der Bank stets der jeweiligen Marktsituation angepasst werden. Wird der Leitzins durch die EZB erhöht, steigen auch die Zinsen für den Kredit. Über eine solche Zinsänderung müssen Banken ihre Kunden unverzüglich informieren. Anders ist dies beim gebundenen Zins. Dabei wird ein fester Zinssatz vereinbart, der über die komplette Laufzeit besteht. Die Kosten verändern sich nicht, was dem Kreditnehmer höchste Planungssicherheit gibt.

Nebenkosten bei Krediten

Neben den Sollzinsen fallen für Kredite noch weitere Kosten – die sogenannten Kreditnebenkosten – an. Dazu gehören:

  • Bereitstellungszinsen: Sofern zwischen dem Abschluss des Kreditvertrags und dem Auszahlungszeitpunkt eine größere Zeitspanne liegt, erheben Kreditinstitute mitunter Bereitstellungszinsen.
  • Sicherheiten: Gerade bei hohen Kreditbeträgen und zudem langen Laufzeiten fordern Banken oft bestimmte Sicherheiten. Dafür anfallende Aufwendungen gelten ebenfalls als Kreditnebenkosten.
  • Vermittlungsgebühr: Wird das Darlehen über einen Vermittler abgeschlossen, wird eine Provision fällig, die ebenfalls zu den Kreditkosten zählt.

Die Restschuldversicherung – meist freiwillig

Im jährlichen Effektivzins sind die Kosten für eine Restschuldversicherung nicht enthalten, da diese freiwillig ist. Kreditnehmer müssen beim Abschluss also eine Prämie zahlen, die teilweise sehr hoch ist. Macht eine Bank die Restschuldversicherung allerdings zur Pflicht für den Abschluss eines Kreditvertrags, muss sie die Prämie für die Restschuldversicherung im Effektivzins ausweisen.

Die Laufzeit ist ein wichtiges Auswahlkriterium bei einem Kredit. (Symbolfoto: © Bastian Glumm)
Die Laufzeit ist ein wichtiges Auswahlkriterium bei einem Kredit. (Symbolfoto: © Bastian Glumm)

Nicht gestattet: Bearbeitungsgebühren

Kreditinstitute verlangen in den letzten Jahren immer wieder eine Bearbeitungsgebühr für Kreditanträge. Diese lag meist zwischen einem und drei Prozent der Kreditsumme. Entsprechend einem Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2014 sind derartige Gebühren (z. B. Kreditbearbeitungsgebühren, Bearbeitungsprovisionen, Abschlussgebühren) nicht zulässig. Die Entscheidung begründeten die Richter damit, dass es sich zum einen nicht um eine eigenständige Dienstleistung handelt und dass die Bearbeitung auf der anderen Seite im Interesse des Kreditinstituts oder Finanzdienstleisters liegt. Das Urteil findet sowohl auf alle Arten von Verbraucherkrediten als auch auf gewerbliche Kredite Anwendung. Eine Ausnahme besteht allerdings: Bei Bausparverträgen sind Abschlussgebühren erlaubt.

Kreditkosten müssen angegeben werden

Für Banken sowie andere Finanzdienstleister ist es verpflichtend, ihren Kunden alle Kreditkosten genau bekanntzugeben. Nur so wird der Kreditvertrag aus Sicht des Gesetzgebers zu einem wirksamen Rechtsgeschäft.

Das Kreditinstitut muss zur Einhaltung geltender Vorschriften dabei alle Kosten einzeln aufführen und zudem über den effektiven Jahreszins informieren. Verbraucher können diesen dann für einen Vergleich mehrerer Kreditangebote nutzen. Werden bonitätsabhängige Zinsen erhoben, muss der Kreditgeber den Zinssatz angeben, der mindestens zwei Dritteln aller Kunden angeboten wird.

Kreditkosten zu hoch? – So können sie gesenkt werden

Kreditvergleiche bieten die Möglichkeit, mehrere Angebote einzuholen und eingehend alle Kosten miteinander zu vergleichen. So lassen sich auch Kosten bestehender Kredite mithilfe einer Umschuldung senken.

Zudem kann ein zweiter Kreditnehmer sinnvoll sein, um Kreditkosten einzusparen. Natürlich nur, wenn dieser kreditwürdig ist. So ist für die Bank die Wahrscheinlichkeit einer Rückzahlung höher, wodurch der bonitätsabhängige Zinssatz sinkt.

Vorab prüfen: Wie viel Kredit ist möglich?

Da sämtliche Kreditkosten den Rückzahlungsbetrag natürlich erhöhen, sollten Kreditnehmer vor der Aufnahme eines Kredits unbedingt prüfen, wie viel Kredit sie sich tatsächlich leisten können. Für die Berechnung der möglichen Rückzahlungssumme empfiehlt sich deshalb die Aufstellung eines Haushaltsplans. So wird ersichtlich, welche monatliche Rate aufgebracht werden kann.

Ein Haushaltsplan hilft, die eigenen Möglichkeiten auszuloten.

Fazit: Versteckte Kosten machen ein Darlehen schnell zum Problem

Ein scheinbar günstiges Darlehen kann durch versteckte Kosten schnell zu einem großen Problem werden. Verlockende Darlehensangebote gibt es viele. Die wenigsten Kunden werden Nein sagen, wenn ihnen freundliche Kreditberater ein scheinbar unschlagbares Angebot unterbreiten, mit dem sie sich ihr neues Fahrzeug oder auch eine Weltreise erfüllen können.

Das böse Erwachen kommt aber am Ende. Denn nicht selten verschweigen Kreditberater zusätzliche Kosten. Das trifft insbesondere auf die genannte Restschuldversicherung zu, die oft deutlich teurer als eine klassische Risikolebensversicherung ist. Problematisch ist dabei auch, dass viele Kunden glauben, sie bekämen ohne die Restschuldversicherung gar keinen Kredit.

Kreditnehmer sollten zur Vermeidung von horrenden Kreditkosten Verträge nicht sofort unterschreiben. Bei großer Unsicherheit ist eine Prüfung des Kreditangebots durch die Verbraucherzentrale möglich. Kreditrechner, die im Internet zahlreich zu finden sind, helfen ebenfalls bei der Feststellung, ob die tatsächliche Kostenbelastung überhaupt stemmbar ist.

Tipp: Wurden zu einem Darlehensvertrag Zusatzpolicen abgeschlossen, dürfen diese innerhalb der ersten 30 Tage nach Unterschrift widerrufen werden. Dafür muss kein Grund angegeben werden, auch der eigentliche Kredit wird davon nicht berührt. Das Darlehen kann von der Bank nicht zurückgenommen werden, nur weil eine Versicherung widerrufen wird. Sollte der Abschluss einer Versicherung schon länger zurückliegen, ist eine Kündigung häufig ausgeschlossen.

Volksbank Bergisches Land
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